Filmtipp: Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes (aktuell im Kino)

„Wir dürfen das Zuhören nicht verlernen. In der heutigen Zeit gibt es so viel Armut auf der Welt. Das ist ein Skandal.“

Als am 13. März 2013 weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixstinischen Kapelle hinaufstieg, wusste man, dass ein neuer Papst gewählt wurde. Franziskus ist sein Name, angelehnt an Franz von Assisi, der für seine extreme Lebensweise mit den Armen bekannt war. Doch was macht ihn besonders, dass er jetzt einen eigenen Film bekommt? Ganz einfach, Franziskus ist anders, oder besser gesagt, besonders. Er könnte im Palast wohnen, doch ihm reicht eine normale Wohnung in einem vatikanischen Gästehaus. Er könnte in teuren Luxusautos fahren, doch ihm reicht sein „Papamobil“, ein kleiner Fiat 500L, und versteigert den Lamborghini, den er geschenkt bekommen hat, um mit dem Geld wohltätige Projekte zu finanzieren. Er könnte ein Leben in vollem Prunk führen, doch das wiederspricht seinem Ziel, eine Kirche für die Armen zu erschaffen. Er sagte, eine Kirche, die nach Reichtum strebe…in der sei Jesus nicht zu Hause. Er gilt als bescheiden, aber auch als entschlossen und durchsetzungsfähig, denn er besitzt die Fähigkeit, Probleme der heutigen Zeit auf den Punkt zu bringen und angesichts der Ereignisse nicht zu schweigen. Aktuelle Krisen wie Krieg (Flüchtlinge), Klimaerwärmung etc. sind von Menschenhand erschaffen, denn die Erde ist wie ein riesiges Geschenk, das uns von Gott anvertraut wurde, für das wir die Verantwortung tragen und keine einzige Person kann behaupten, sie habe nichts damit zu tun

Am Donnerstag, dem 5. Juli gingen die Religionskurse der 8 ins Bambi & Löwenherz Kino, um sich die neuste Produktion des Spitzenregisseurs Wim Wenders anzusehen. Auch er hat die Einzigartigkeit des Papstes erkannt und durch seinen neusten Dokumentarfilm „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ ein Werk erschaffen, das das Dasein unseres Papstes mit seinen zentralen Auffassungen und Taten zur Geltung bringt. Beim Beantworten von wesentlichen Fragen zur Immigration, sozialen Ungerechtigkeit, Familie, Glaube und Wirtschaft blickt der Papst direkt in die Kamera und somit in die Augen der Zuschauer. Diese Art von direktem Kontakt, ruft ein Gänsehaut-Gefühl hervor. Auch bei plötzlich lauten Szenen (wie z.B. ein Taifun auf den Philippinen oder das Innenleben eines Kinderkrankenhauses in Afrika), wird man wahrlich in die Lage hineinversetzt.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Film nicht nur an der Oberfläche des Gewissens kratzt, sondern durch seine tiefsitzende Wirkung zum Nachdenken anregen soll. Nach dem Anschauen wird einem klar sein, dass Franziskus nicht nur das Oberhaupt der katholischen Kirche ist, sondern ein Mann mit erhobenem Zeigefinger, der mit seinen Botschaften und Handlungen jeden erreicht und eben nicht nur die Katholiken.

Anschauen lohnt sich 😉