Einblicke in die Praktikumsbetriebe – die Berufsmesse

Im Rahmen des dreiwöchigen Betriebspraktikums der Neuner finden momentan an aufeinanderfolgenden Tagen die Berufsmessen der jeweiligen Klassen statt. Dort baut jeder Schüler auf einer Tischhälfte seinen eigenen Stand auf und erzählt etwas über Praktikumsberuf. Wenn zwei in demselben Betrieben gearbeitet haben, durften sie einen gemeinsamen Tisch haben, aber wurden trotzdem einzeln bewertet.

Unsere Klasse, die 9c, war heute dran und ich muss sagen, alles lief entspannter ab als ich dachte. Jeder Stand war ähnlich aufgebaut und bestand in erster Linie aus Informationen und Beispielen. Zu den Informationen zählen z.B. die Berufsvorstellung, die Aufgaben, der Arbeitsalltag, Erfahrungen und andere relevante Themen. Dies konnte man entweder als Plakat oder in einer PowerPoint Präsentation vorstellen. Zu den Beispielen gehören Gegenstände/Geräte aus dem Beruf, Arbeitsergebnisse oder Firmenprodukte, die man auf den Tischen verteilen konnte. Die Vielfalt an Berufen reichte vom Bäcker mit selbstgemachten Keksen, über den Programmierer mit der selbstprogrammierten Webseite (damit meine ich mich 🙂 ) bis hin zu Ärzten mit mitgebrachten Spritzen und Verbänden. Jeder Stand war auf seine eigene Weise einzigartig. Das Duo aus Herr Ostermeier und Frau Milse ist dann in der 3. & 4. losgezogen, um die Stände zu begutachten und bewerten und in dieser Zeit haben uns auch andere Klassen Besuche abgestattet.

Die beliebtesten Stände, besonders bei den Jüngeren, waren einmal das Praktikum bei Storck (Süßigkeitenhersteller), wodurch der Stand mit einem unendlichen Vorrat aus Süßigkeiten versorgt war und das Praktikum bei der Fakultät für Biologie in der Uni Bielefeld, weil derjenige einfach mal zuckersüße Mäuse mitgebracht hat (natürlich um deren Verhaltensweisen zu veranschaulichen) :D.

Die Berufsmesse war ein toller Start in die Woche und eine interessante Möglichkeit zu sehen, was andere Mitschüler parallel in der Praktikumszeit so zustande gebracht haben.

Mein Tipp an die nächsten Praktikanten: Haltet eure Präsentation bei den Lehrern kurz. In unserem Beispiel mussten sie 27 Schüler in 90 Minuten durchgekommen. Das sind 3,33 Minuten pro Schüler. Überzieht es nicht wie ich, sonst wird man beim Präsentieren [höflich] gebeten, abzubrechen, was im Herzen ganz schön weh tut. Nur das relevanteste Erwähnen, kurz, knapp und auf den Punkt, ist der Schlüssel zum Erfolg.

 

Hingehen, wo man freiwillig nicht hingehen würde – sprechen, worüber man eigentlich nicht sprechen möchte …

Schule ist Schule, aber wie oft merken wir, dass das wahre Leben außerhalb der Schulmauern passiert – das wahre Leben und der wahre Tod, der zum Leben nun mal dazugehört. Umso besser, wenn wir ab und zu mal die Schulbank verlassen und vor Ort lernen – wie am vergangenen Freitag. Herr und Frau Detering verließen mit ihren Klassen den Klassenraum und gingen mal an einen Ort, den man freiwillig eigentlich nicht aufsuchen würde. Bloggerin Oliwia war dabei und berichtet an dieser Stelle.

Abschied nehmen – was geschieht mit einem Verstorbenem?

Letzten Freitag machten die 9b und 9c im Religionsunterricht einen Ausflug zu Bermpohl Bestattung, wo Frau Bermpohl, die das Unternehmen mittlerweile in der vierten Generation betreibt, uns darüber aufklärte, was mit einem Verstorbenem passiert.

Frau Bermpohl hat sich viel Zeit für den Besuch vom ESG genommen – Danke dafür!

Zunächst wurde uns noch vor dem Anfang des Betriebes erzählt. Hierbei sprechen wir von einer Zeit, in der die Menschen noch mit Kutschen gefahren sind.
Die Verstorbenen blieben damals noch so lange zu Hause, bis die Trauerfeier und die Beerdigung stattfand. Ein Kreuz, welches Herrn Bermpohl gehörte, wurde an die Kutsche der angehörigen Familie befestigt und ließ jeden wissen, wer in der Kutsche fuhr und wohin. Anschließend, wenn die Beerdigung stattgefunden hatte, wurde das Kreuz von der Kutsche wieder abgenommen. Hinterher war er es auch, der Bermpohl Bestattung ins Leben rief. Noch heute befindet sich genau dieses Kreuz in Bermpohl Bestattung unter einem an der Wand geschriebenen Zitates und erinnert an den Anfang.

Heute bleiben die Verstorbenen nicht so lange in ihrem alten Haus. Stattdessen wird der oder die Verstorbene erst einmal von einem Arzt genauer angesehen. Der Arzt schaut dann, an welcher Ursache die Person gestorben ist, und ob er/ sie übertragbare Krankheiten hat. Am Schluss der Untersuchung stellt der jeweilige Arzt eine Todesbescheinigung aus, auf der noch einmal alles genau draufsteht und der Arzt den Tod bestätigt. Anschließend kommen die Mitarbeiter von Bermpohl Bestattung und holen die Leiche ab. Die Familien entscheiden dann zwischen eine Feuerbestattung oder eine Erdbestattung. Manchmal hat der Verstorbene sich schon vor seinem Tod seine Wünsche zu seiner Beerdigung geäußert, dann werden natürliche diese berücksichtigt. Bei einer Feuerbestattung wird der Leichnam verbrannt und anschließend wird die Asche in einer Urne beigesetzt. Bei einer Erdbestattung wird die Leiche, wie man es sicherlich kennt, in einen Sarg gelegt, welcher auf dem Friedhof in einem ausgehobenen Grab hinuntergelassen wird. Zuvor werden die Leichen gewaschen und bekommen entweder ein Totenhemd oder eigene Kleidung, die meist der Person etwas bedeutet hat.

Die Familien können die Trauerfeier ganz nach ihren oder den Wünschen der Verstorbenen Person gestaltet werden, indem zum Beispiel die Deko und besondere Lieder ausgesucht werden.

Jede Familie und jeder Angehöriger verarbeitet einen Todesfall ganz unterschiedlich. Als wir selber Frau Bermpohl Fragen stellen durften, kam unter anderem die Frage auf, wie sie selber mit den Todesfällen umgeht. Darauf antwortete sie, dass sie es versucht nicht an sich heranzulassen. Der Tod gehört nun einmal zum Leben dazu. Manchmal aber gibt es Todesfälle, die auch ihr sehr nahe gehen. Dann ist es wichtig, sich selber etwas Gutes zu tun.

Zum Schluss bekamen wir noch einen Raum gezeigt, in denen Särge stehen, die man vor Ort kaufen kann. Sollte es aber zum Beispiel ein Fall geben, in denen beispielsweise zwei Töchter Künstlerinnen sind und sie gerne den Sarg bemalen wollen, ist Frau Bermpohl sehr flexibel und verkauft einen Sarg, den sie dann bemalen können.

Die 9b und die 9c beim Religionsunterricht vor Ort

Ich persönlich fand es interessant, denn ich habe viel über etwas erfahren, worüber man sonst nicht sprechen würde. Zudem habe ich großen Respekt vor Menschen wie Frau Bermpohl, die den Verstorbenen und auch den angehörigen Familien einen würdevollen letzten Abschied geben.

Für euch mit dabei: Oliwia vom Blog!