Der zweite Lockdown und wir

Wir befinden uns im zweiten Lockdown und in der Blog-Redaktion kamen Fragen auf:


Wie läuft es denn?
Gibt es spürbare Veränderungen zur ersten Distanzlernphase im Frühjahr?
Was klappt, was klappt nicht?
Was gefällt, was ist eher nervig?
Wo läuft´s, wo hakt´s?


Lest hier die Erfahrungen der BloggerInnen. Vielleicht mögt ihr euch via Mail oder durch einen Kommentar auch dazu melden? Wir würden uns freuen – und: manchmal hilft das Schreiben auch!

  1. Manuel:
    Der 2. Lockdown hat begonnen und das Homeschooling geht wieder los, was für fast alle unschön ist. Ich denke, dass die meisten SchülerInnen in diesem Lockdown besser vorbereitet sind als im ersten, da sich viele inzwischen in das System eingefunden haben und nun besser damit zurechtkommen. Meine Motivation ist: Wir haben den letzten Lockdown bewältigt, dann werden wir auch diesen meistern! Und man kann seine Freunde auch noch in Videokonferenzen sehen, was ja besser ist als gar nichts. Ich persönlich finde es aber besser, die Freunde in echt zu treffen, und nicht durch „Kamera und Mikrofon“ miteinander zu reden, leider geht es aber nicht anders… Aber wenn wir uns alle an die Regeln halten, kann es hoffentlich bald wieder in den „normalen“ Unterricht zurück gehen und man kann sich wahrscheinlich wieder treffen.

2. Melanie:
Ich fand es schwierig, mir für diesen Text überhaupt darüber klarzuwerden, wie es mir geht: Gut, schlecht, neutral, nur noch genervt oder mittlerweile komplett routiniert? Irgendwie stimmt alles und nichts davon.
Nach zehn Monaten Corona und davon sechs mehr oder weniger extremer Lockdown bin ich so daran gewöhnt, nur mit Maske aus dem Haus zu gehen, meine Freizeit mit Lesen, Spazieren oder Fahrrad fahren zu verbringen und jeden Morgen als erstes die Infektionszahlen zu überprüfen, dass ich mir einen anderen Alltag fast gar nicht mehr vorstellen kann. Das soll aber nicht heißen, dass ich mit der Situation zufrieden bin. Mittlerweile ist bei mir und meiner Familie wirklich die Luft raus, und wenn ich online mit tollen Tipps wie „Tanz durch die Wohnung und Du wirst Dich gleich besser fühlen“ oder „Es ist so schön, Zeit zur Selbstreflexion zu haben“ bombardiert werde, würde ich mein Handy manchmal am liebsten aus dem Fenster werfen. Ich möchte mich nicht selbst reflektieren, ich möchte mit meinen Freunden in der Mittagspause zusammensitzen. Ich möchte nicht durch die Wohnung tanzen, ich möchte endlich auf das Konzert meiner Lieblingsband gehen, das wegen Corona schon zweimal verschoben wurde. Corona nervt mich und es freut mich für jeden, bei dem das nicht so ist, aber trotzdem sollten doch alle Gefühle akzeptiert werden. Dazu habe ich neulich auch einen schönen Artikel gelesen (Link: https://ze.tt/hoert-auf-euch-einzureden-ihr-muesstet-immer-positiv-denken/ ). Darin ging es ebenfalls darum, dass es okay ist sich nicht immer gut zu fühlen und, dass man ruhig genervt, wütend und traurig sein darf – übrigens nicht nur im Zusammenhang mit Corona. 
Kommen wir noch kurz auf einen Nebeneffekt des härteren Lockdowns zu sprechen: Das Homeschooling. Nachdem unsere großartige Kultusministerin das ganze erste Halbjahr predigte, es werde um jeden Preis am Präsenzunterricht festgehalten, kam eine Woche vor den Ferien die große Kehrtwende. Homeschooling für alle. Ab morgen, nach den Ferien wieder Präsenz. Jetzt heißt es im Februar wieder Präsenz. Glaubt ihr daran? Also ich nicht. Diese Ungewissheit macht mich verrückt, allerdings lege ich im Moment auch nicht sonderlich viel Wert darauf, bei einem Grad Außentemperatur vor dem offenen Fenster zu sitzen. Dann also alles über nerdl, Zoom und Kopano. Dass es hier ein neues Konzept gibt finde ich zwar gut, allerdings läuft es weiterhin (oder sollte ich sagen wieder) so unkoordiniert wie letztes Schuljahr. Darf man Hausaufgaben geben oder nicht? Wie soll die BT-Lehrkraft zwei themenunabhängige Videokonferenzen pro Woche veranstalten, wenn wir mit ihr überhaupt nur zwei Stunden pro Woche haben? Wiese muss der Unterricht Dienstags um zehn Minuten verschoben werden, wenn die Andacht doch zu jeder Zeit online verfügbar ist? Fragen über Fragen, auf die jeder seine eigene Antwort zu geben scheint. Wünschen würde ich mir an dieser Stelle eine einheitlichere Kommunikation der Schule und mehr Verständnis vonseiten mancher Lehrer dafür, dass ein ruhiger Arbeitsplatz und stabiles Internet zuhause nicht automatisch heißen, dass ein:e Schüler:in dieselben Leistungen erbringen kann, wie es in der Schule der Fall wäre. 
Zusammenfassend würde ich euch allen raten, eure Gefühle, egal ob positiv oder negativ, zuzulassen und zu kommunizieren. Versucht euch die Zeit so schön wie möglich zu gestalten, aber verzweifelt nicht, wenn es nicht hilft. Ich finde im Zweifel kann Self-Care auch sein, in einer Aufgabe im Onlineunterricht nicht 101% zu geben oder, den ganzen Nachmittag auf dem Bett zu liegen und Musik zu hören. 

Wochenresümee der Klasse 8c

3. Liva:
Der zweite Lockdown ist da, manche haben es sich gewünscht, andere gehofft, dass dies nicht eintreten würde. Durch den zweiten Lockdown kommt auch eine weitere Homeschooling-Phase. Durch die Vorbereitung darauf haben sich einige Sachen verändert. Die täglichen Check-ins um 8 Uhr sind, zumindest für mich, von Vorteil ist, da ich dadurch wirklich aufstehe und mich vorher fertig mache, anstatt die erste Zeit im Halbschlaf Aufgaben zu bearbeiten. Außerdem mag ich, dass auf die Schüler*innen individuell eingegangen wird und es dafür eine feste Regelung gibt. Dies ist insofern gut, dass auch Schüler*innen, die von sich aus eher zurückhaltend sind, einmal darüber reden können, wie es ihnen mit der Situation geht und ob Sie Probleme haben, ohne sich selbst bei einer Lehrkraft melden zu müssen. Zusätzlich ist es für mich einfacher, mich über Zoom mündlich zu beteiligen, ohne in dem Kurs zu sitzen, wodurch sich auch mein Selbstbewusstsein in diesen Fächern ändert. Allgemein, finde ich die zweite ESG@home Phase sehr angenehm  und in manchen Punkten auch besser als regulären Präsenzunterricht, da mehr auf individuelle Bedürfnisse und Meinungen eingegangen wird. 

4. Helena:
Ich finde, dass das Distanzunterricht bei mir sehr gut läuft, zwar sieht mein Schreibtisch oft unordentlich aus, aber ich mache es mir immer ein bisschen gemütlich und schaffe alle Aufgaben gut. Ich finde es auch gut, dass wir jetzt jeden Morgen zoomen, denn früher haben wir sehr selten gezoomt. Jetzt sehe ich meine Klasse jeden Tag und das finde ich schön. Logbuch führen finde ich persönlich ein bisschen nervig, weil ich das auch oft vergessen. Aber man wird sich dran gewöhnen. 

8c so – und ihr so?

5. Pauline
Da sind wir wieder. Im zweiten Lockdown. Viele Sachen sind gleichgeblieben, ein paar haben sich aber auch geändert. Zum Beispiel gibt es jetzt morgendliche Check-ins per Zoom und man muss ein Logbuch führen, was man in den Stunden gemacht und geschafft hat. Diese neuen Regelungen finde ich gut, weil man dann nicht im Homeoffice „versinkt“ und auch jeden Tag andere Schüler sieht, auch wenn es nur auf Zoom ist. Ich fühle mich auch organisierter und kann sehen, was ich in den Stunden alles schon geschafft habe. Was ich allerdings anstrengend finde, sind die vielen Zoom-Meetings, manchmal hatte ich in jeder Stunde eine längere Video-Konferenz! 

6. Melina
Dieses Jahr ist wieder mit Homeschooling gestartet. Meiner Meinung nach wäre Präsenzunterricht besser, aber wenn es hilft, dass die Zahlen runtergehen, ist es die bessere Variante. Natürlich hat sich Online Unterricht Anfang 2020 noch gut angehört, aber man will halt auch nicht, dass es wie letztes Jahr ist und erst nach dem Sommer die Schulen wieder öffnen. Außerdem kann Online Unterricht dauerhaft auch zur Faulheit führen, was nicht so gut ist. Deswegen finde ich es auch super, dass uns (jedenfalls bei mir war es so) von Lehrern geraten wurde, uns vorzubereiten, als würden wir ganz normal in die Schule gehen. Also um eine passende Uhrzeit aufstehen und sich fertig zu machen sowie was zu essen. Falls welche unter euch auch mit dem Fahrrad zur Schule gefahren sind ist hier noch ein kleiner Tipp: Fahrt einfach ein paar Runden Fahrrad -es wird sich direkt mehr wie ein normaler Schultag anfühlen. Wir hoffen ihr bleibt alle gesund. Eure Blogger

Bildlich gesprochen!

7. Vanessa:
Der 2. Lockdown ist nicht viel anders als der 1. Lockdown. Zumindestens ist das bei mir so. Hier Zuhause zu lernen ist einfach komplett anders und meiner Meinung nach macht es auch mehr Spaß. Jeden Morgen um 8:00Uhr haben wir eine Zoom- Konferenz mit dem Lehrer, den wir in der ersten Stunde haben. Danach bearbeite ich dann die Aufgaben. Einen wirklichen Unterschied zum dem 1. Lockdown merke ich da nicht. Aber wenn es um die Menge der Aufgaben geht, merkt man auf jeden Fall was. Und wirklich Probleme gibt es bei denAufgaben nicht. Wenn man nämlich Fragen hat, kann man die Lehrer anschreiben und die erklären es dir oder beantworten dir die Frage. Im Gegensatz zum 1. Lockdown ist es aber viel langweiliger. Man hat einfach keine Ideen mehr, was machen kann. 

8. Emma:
Die erste Woche mit Online – Unterricht im neuen Jahr ist zu Ende. Es waren zwar die ersten paar Tage nach den Ferien, aber vermutlich haben sich alle schon wieder daran gewöhnt. Es ist schließlich nichts Neues… Ein paar Änderungen gibt es allerdings schon. Jeden Morgen mit angeschalteter Kamera vor dem Laptop sitzen und an einer Zoom – Konferenz teilnehmen. Etwas, worauf sich die Schüler und Schülerinnen meistens nicht so sehr freuen. Und ich kann mir vorstellen, dass die Lehrer und Lehrerinnen auch nicht so viel Lust darauf haben, das jeden Morgen zu machen. Aber dafür hat man wenigstens ein bisschen Kontakt, bis man sich in der Schule wiedersieht. Insgesamt finde ich den Onlineunterricht gut, trotzdem fände ich es schön, meine Freunde in der Schule wieder zu sehen. Aber außer sich an Corona – Maßnahmen zu halten, kann man ja schließlich nichts machen. Außer den Blog als Zeitvertreib zu lesen.  Hoffentlich lenkt euch das ein bisschen ab. Wir vom Blog wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen.

Damit lässt sich arbeiten:-)

9. Felix:
Generell finde das Distanzlernen nicht schlimm, da ich mit meinen Freunden per Videoanruf im Kontakt bleibe. Dadurch können wir die Aufgaben vergleichen und das ein oder andere Fragezeichen klären. Ab und zu fragen wir uns dann schon Vokabeln ab. Das hilft mir sehr beim Lernen. Ich komme auch mit Nerdl sehr gut klar und habe keine Probleme beim Lernen. Manchmal nerven nur die vielen Zoom-Meetings.

In einigen Aspekten herrscht also Übereinstimmung, bei anderen Dingen gehen die Meinungen auseinander. Wir würden wirklich gerne wissen, was bei euch so los ist. Schreibt doch an blog@esg-guetersloh.de. Wir freuen uns auch auf Zuschriften aus dem Homeoffice der LehrerInnen oder auf Rückmeldungen aus der Elternschaft. So könnte es am nächsten Freitag einen Strauß bunter Erfahrungen hier auf dem Blog geben!

Gefunden haben wir schließlich noch Folgendes für euch: 10 Lieder für den 2. Lockdown:-)

https://www.facebook.com/dancecharts/videos/4172205809460444/

Jetzt ist erstmal Wochenende! Genießt es, tankt auf, genießt viel frische Luft!

Eure Blogger!

2 Gedanken zu „Der zweite Lockdown und wir“

  1. Danke für Eure tollen Schilderungen – wir alle hoffen, dass es bald vorbei ist mit dem Lockdown – bis dahin – seid versichert – es gibt natürlich keine Hausaufgaben! Da hat vielleicht jemand etwas übersehen. Über den Schulbeginn dienstags werden wir Euch informieren, ihr habt natürlich recht mit der Bemerkung, dass man die Andachtstexte auch jederzeit lesen kann. Bis dahin – macht das Beste draus, bleibt so diszipliniert wie jetzt – hoffentlich zeigt das Wirkungen und wir bekommen die Infektionen in den Griff. Bitte meldet Euch bei uns, falls ihr Unterstützung braucht.

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