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Sonne, Mond und Sterne

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Das ist das Erste, was die Bibel erzählt. Vorher gibt es nichts zu erzählen. Die Bibel beginnt mit der ältesten aller Geschichten: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Er schafft sie an sechs Tagen, erzählt das erste Buch Mose. Da stutzen wir natürlich, denn wir wissen, dass es viel länger gedauert hat. 13,7 Milliarden Jahre, hat die Wissenschaft herausgefunden, sind vergangen, bis die Welt so wurde, wie sie heute ist. 13,7 Milliarden Jahre können wir uns zwar nicht vorstellen, aber die Wissenschaft wird wohl recht haben. Die Verfasser des ersten Buchs Mose konnten das noch nicht wissen. Dafür wussten sie etwas anderes, etwas, das ihnen wichtiger war als die Frage, wie alt die Welt ist: Sie wussten, dass die Welt und wir Menschen bei Gott in guten Händen sind. Davon erzählt die Bibel, wenn sie von der Schöpfung erzählt; und was sie dazu zu sagen hat, stimmt immer noch, auch wenn sie es mit den Vorstellungen einer vergangenen Zeit erzählt – zum Beispiel dies:

„Und Gott sprach: Es sollen Lichter werden an der Feste des Himmels, um den Tag von der Nacht zu scheiden, und sie sollen Zeichen sein für Festzeiten, für Tage und Jahre, und sie sollen Lichter sein an der Feste des Himmels, um auf der Erde zu leuchten. Und so geschah es. Und Gott machte die zwei großen Lichter, das größere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, und auch die Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, damit sie auf der Erde leuchten, über den Tag und die Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.“

Am vierten Schöpfungstag, erzählt das erste Buch Mose, macht Gott Sonne, Mond und Sterne und befestigt sie an der Himmelskuppel. Die Erde ist eine flache Scheibe, die Himmelskuppel eine Art Käseglocke oder Tortenhaube, die sich über der Erde wölbt. Unter der Käseglocke leben wir. So stellt sich das erste Buch Mose die Welt vor. Wir stellen sie uns inzwischen anders vor. Wir wissen: Die Erde ist keine Scheibe, sondern ein Planet, und der Himmel kein Gewölbe, sondern der Weltraum. Er sieht nur von unten so aus wie eine Käseglocke oder Tortenhaube. Aber darauf kommt es der Bibel nicht an. Die Bibel ist kein Physikbuch. Was sie von der Schöpfung erzählt, die älteste aller Geschichten, handelt davon, was sich Gott dabei gedacht hat, als er die Welt schuf, und welchen Platz wir Menschen in seiner Schöpfung haben, du und ich.

Gott befestigt Sonne, Mond und Sterne an der Himmelskuppel. Was das mit dir und mir zu tun hat, verstehen wir besser, wenn wir uns klar machen, dass die Gestirne einmal als Götter verehrt wurden. Die Menschen glaubten, ihr Schicksal stünde in den Sternen; die Sterne entschieden darüber, was aus uns wird. Wir kennen diese Vorstellung immer noch aus der Astrologie und den Horoskopen, die in der Zeitung stehen. Alle, die unter einem bestimmten Sternzeichen geboren sind, steht da zum Beispiel, müssen am Donnerstag mit einer Enttäuschung rechnen. Dafür werden sie am Freitag etwas Schönes erleben. Die Sterne als Götter, als die Herren über unser Leben.

Dagegen protestiert die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel. Die Gestirne, erzählt sie, sind nur die Lampen, die Gott an den Himmel gehängt hat, damit wir uns auf der Erde besser zurecht finden. Die Sterne haben keinen Einfluss auf unser Schicksal und verdienen keine Verehrung und kein Vertrauen. Verehrung und Vertrauen verdient nur der eine Gott, der den Himmel und die Erde gemacht hat. Er ist der Herr über unser Leben.

Dafür kommt es nicht darauf an, wie alt die Welt ist, und es spielt keine Rolle, dass sich die Bibel die Erde als Scheibe vorstellt und den Himmel wie eine Käseglocke. Aber es spielt eine große Rolle, wer der Schöpfer ist und dass wir darum keine Angst zu haben brauchen. Wir werden nicht von den Sternen regiert und nicht von irgendwelchen fernen Schicksalsmächten. Gott hält uns in seiner Hand. Er ist uns ganz nahe. Wir können uns darauf verlassen, dass Gott es gut mit uns meint.

Lieber Gott, wir danken dir, dass wir in deiner Schöpfung leben, dass wir dir wichtig sind und dass du viel mit uns vorhast. Bitte hilf uns, auf dich zu vertrauen. Beschütze uns und unsere Familien, und sei besonders bei den Menschen, denen es nicht gut geht. Amen.

Einen guten Tag und eine gute Woche!

Euer Martin Schewe

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