Virtueller Besuch der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin

Am 22. Februar wäre Sophie Scholl 99 Jahre alt geworden – ein Alter, das Menschen heutzutage durchaus erreichen. Wenn sie es erreicht hätte – was hätte sie uns zu sagen gehabt?! Sophie Scholl wurde im Alter von 21 Jahren von den Nationalsozialisten hingerichtet. Mit ihr auch ihr Bruder Hans und Christoph Probst. Alle drei waren Mitglieder einer Widerstandsgruppe, die sich „Weiße Rose“ nannte und die sich v.a. mit Flugblattaktionen gegen Hitler und sein Regime stellten.

Ihr Weg in den Widerstand war nicht gradlinig, auch Sophie Scholl war zunächst begeisterte Anhängerin der nationalsozialistischen Jugendbewegung. Dann aber waren es ihre eigenen Erfahrungen, ihre wachsamen Beobachtungen und ihr Interesse an Philosophie und Religion, die sie in den Widerstand führten.

Auch andere Gruppen oder Personen haben im Nationalsozialismus Widerstand geleistet. Sophie Scholl hat sich – angeregt durch eine Vorlesung – auch dafür interessiert, „inwiefern Christen als politisch denkende und handelnde Menschen gefordert sind“. Christliche und nationalsozialistische Ideologie – das liegt für uns klar auf der Hand, dass das nicht in Einklang zu bringen war. Wie hat sich Kirche bzw. wie haben sich einzelne Christen zum Nationalsozialismus positioniert?

Dieser Frage gingen in dieser Woche zwei Religionskurse der Klasse 9 nach. In einem 90-minütigen Seminar der Gedenkstätte Deutscher Widerstand bekamen sie nicht nur einen kurzen Überblick über die Eckpunkte der nationalsozialistischen Ideologie und die einzelnen Widerstandsgruppierungen, sondern auch Einblick in einzelne Biographien von Menschen, die in den Widerstand aus christlichem Glauben heraus leisteten. Es ging dabei um den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, die katholische Laiendominikanerin Magarete Sommer und den noch jungen Helmuth Hübener, der der kleinen christlichen Gemeinschaft der Mormonen angehörte. Er wurde im Alter von nur 17 Jahren in der Hinrichtungsstätte der Nationalsozialisten in Berlin-Plötzensee ermordet.

Der Innenhof der Gedenkstätte in Berlin (Eingang auf der linken Seite) – hier wurden am 20. Juli 1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weitere Männer ermordet, die ein Attentat auf Hitler verübt hatten.

Insgesamt eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung und auch eine Möglichkeit in Corona-Zeiten Unterricht an einem anderen Ort zu machen. Vielleicht habt ihr das ja auch schon gemacht? Wohin ging es bei euch? Ob nah oder fern, wir würden gerne darüber berichten! Schreibt uns eure Erlebnisse an blog@esg-guetersloh.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.