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Die Raupen und der Schmetterling

In wenigen Wochen ist Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Christinnen und Christen glauben: So wie Jesus nach seiner Kreuzigung vom Tod wieder auferstand, so werden wir einmal auferstehen.

Auch das Judentum kennt die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten. Auf vielen Grabsteinen des alten jüdischen Friedhofs in Gütersloh sind deshalb eine Raupe und ein Schmetterling abgebildet. Was Raupen und Schmetterlinge mit der Auferstehung zu tun haben, zeigt die folgende kurze Geschichte eines unbekannten Verfassers.

Die Raupen waren zufrieden. Sie aßen und schliefen.  Wenn es regnete, krochen sie unter ein Blatt, und wenn die Sonne schien, kamen sie wieder hervor und sonnten sich. Das Leben war behaglich und ohne Sorgen.

Nur eines beunruhigte die Raupen. Von Zeit zu Zeit verschwand nämlich immer wieder eine von ihnen. Die Raupen wunderten sich, wie jemand einfach fortgehen und nicht zurückkommen konnte. „Was ist nur mit unseren Freunden geschehen? Warum haben sie uns verlassen?“, fragten sie sich und beschlossen: „Der Nächste, der fortgeht, soll zurückkommen und uns berichten, was er erlebt hat.“ Alle Raupen waren sich einig und versprachen: Wenn es unbekannte Welten gab, dann wollten sie den anderen davon erzählen.

Wieder war eine von ihnen verschwunden, aber diesmal sagten sich die anderen: „Er wird sein Versprechen halten.“ Sie warteten gespannt und fingen an, sich zu wundern, warum es so lange dauerte, bis die verschwundene Raupe mit ihren aufregenden Neuigkeiten zurückkäme.  

Und während sie sich verlassen und betrogen fühlten, achteten sie nicht auf den Schmetterling, der über ihnen flatterte, dessen Rufe sie nicht hören und dessen Sprache sie nicht verstehen konnten.

Eine Geschichte, die uns Mut macht, wenn auch wir die Rufe des Schmetterlings nicht hören und seine Sprache noch nicht verstehen.

Eine gesegnete Woche!
Euer Martin Schewe

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