Es ist Dienstag – Herzlich willkommen zur Andacht

Mose empfängt die Gesetzestafeln

Heute geht es weiter mit der Mose-Geschichte. Ihr erinnert euch: Als Mose geboren wird, wird das Volk Israel in Ägypten unterdrückt. Weil der Pharao, der König von Ägypten, befohlen hat, alle israelitischen Jungen gleich nach der Geburt umzubringen, setzt Moses Mutter das Kind in einem Korb aus Rohr auf dem Nil aus und rettet so sein Leben. Als Erwachsener flieht Mose aus Ägypten nach Midian. Dort erteilt ihm Gott einen Auftrag. Mose soll nach Ägypten zurückkehren und vom Pharao verlangen, dass er die Israeliten in ein Land ziehen lässt, das Gott ihnen geben will.

Mose ist von seiner Aufgabe überhaupt nicht begeistert. Wer ist der Gott, der so viel von ihm verlangt? Wie heißt er? Darauf verrät Gott Mose seinen Namen. „Ich bin der Ich-bin-da“, nennt Gott sich selber. Sein Name ist ein Versprechen. Doch Mose will immer noch nicht zum Pharao gehen. Er glaubt, er kann nicht gut reden. Wie soll so einer den Pharao davon überzeugen, das Volk Israel fortziehen zu lassen? Erst als ihm Gott erlaubt, dass sein Bruder Aaron ihn begleitet, ist Mose bereit, Gottes Auftrag zu erfüllen. Gemeinsam gehen Mose und Aaron zum Pharao und verlangen: „Gott möchte, dass du unser Volk freilässt.“

Der Pharao denkt nicht daran. Er befiehlt, die Israeliten noch schlechter zu behandeln als vorher. Zehn Mal treten Mose und Aaron vor den Pharao. Zehn Mal sagt der Pharao Nein. Zehn Plagen schickt Gott darum nach Ägypten. Alles Wasser verwandelt sich in Blut. Frösche kriechen aus dem Nil und krabbeln in die Häuser, Zimmer, Betten und Backöfen. Stechmücken fallen über das Land her und Stechfliegen. Seuchen brechen aus, erst beim Vieh, dann bei den Menschen. Hagel und Heuschrecken verwüsten Ägypten, und drei Tage lang herrscht eine Finsternis, so finster, dass man sie mit den Händen greifen kann, die sprichwörtliche „ägyptische Finsternis“. Nur in den Häusern der Israeliten bleibt es hell.

Erst nach der zehnten Plage willigt der Pharao ein. Die zehnte Plage ist die schlimmste: Alle Erstgeborenen Ägyptens sterben in einer Nacht, vom ältesten Sohn des Pharaos an bis hin zu den Tieren. Da darf das Volk Israel gehen. Deshalb feiern Jüdinnen und Juden jedes Jahr das Passafest. Am Sederabend essen und trinken sie zusammen und erinnern sich daran, wie Gott sie aus der ägyptischen Sklaverei befreit hat.

Kaum sind sie weg, überlegt es sich der unverbesserliche Pharao wieder anders. Mit seinen Streitwagen jagt er den Israeliten nach, um sie zurückzuholen. Am Schilfmeer holt er sie ein. Aber das Schilfmeer teilt sich, so dass die Israeliten hindurchgehen können. Als die ägyptischen Streitwagen ihnen folgen, schlägt das Wasser über ihnen zusammen. Israel ist gerettet.

Vierzig Jahre wird Mose das Volk durch die Wüste führen, bis es zu dem Land kommt, das Gott ihm versprochen hat, dem Land, wo Milch und Honig fließen; vierzig Jahre, in denen Gott die Israeliten nicht im Stich lässt, obwohl sie es ihm manchmal schwer machen. Eine Reisestation ist besonders wichtig: als das Volk Israel zum Berg Sinai kommt. Denn dort schließt Gott mit ihm einen Bund.

Mose steigt auf den Berg zu Gott, und Gott sagt: „Wenn ihr mir gehorcht und meinen Bund haltet, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern, ein Königreich von Priestern, ein heiliges Volk.“ Alle Israeliten antworten: „Was Gott sagt, wollen wir tun.“ Manche Juden fügen hinzu: Nicht nur die Israeliten, die dabei waren – auch ihre Nachkommen, auch die Jüdinnen und Juden, die heute leben, haben damals zugestimmt.

Daraufhin gibt Gott ihnen die Tora, seine Weisung fürs Leben, als erstes die Zehn Gebote. Die Zehn Gebote sind Regeln für die Freiheit, die Gott Israel geschenkt hat: „Du sollst keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Bild von Gott machen. Du sollst seinen Namen nicht missbrauchen. Denk an den Sabbat und halte ihn heilig. Ehre Vater und Mutter. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört.“

Die Bibel erzählt, dass Mose auf den Berg Sinai und wieder herunter steigt, um zwischen Gott und dem Volk zu vermitteln. Die Israeliten bitten ihn: „Rede du mit Gott, und wir wollen hören, aber lass ihn nicht mit uns reden.“ Denn sie fürchten sich, Gott selber zu begegnen. Dazu ist er zu groß und mächtig. Deshalb geht Mose allein in das Licht und die Finsternis, in denen Gott  wohnt. Einmal, erzählt die Bibel, nimmt er die Ältesten Israels mit auf den Berg, und sie sehen Gott leibhaftig und müssen trotzdem nicht sterben. Danach ruft Gott Mose wieder allein zu sich. Diesmal bleibt Mose vierzig Tage und Nächte auf dem Berg und erhält die steinernen Tafeln, auf denen Gott seine Weisungen für Israel aufgeschrieben hat.

In den vierzig Tagen, die Mose auf dem Sinai bei Gott verbringt, kommt das Volk auf dumme Gedanken. Damit geht es in der nächsten Andacht weiter. Euch allen eine schöne Woche!

Euer Martin Schewe

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