ESbloG-Experten-Interview zum Thema Corona

Neben den Beiträgen aus euren Klassenzimmern, die ihr und liefert, ist die Blog-Redaktion natürlich immer auf der Suche nach Personen und Geschichten, die euch SchülerInnen interessieren. Momentan bestimmt Corona unser aller Leben. Der Lochdown-Light hat noch nicht die erhofften Erfolge gebracht und es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung in den nächsten Tagen reagiert. Zudem gibt es nun einen Hoffnungsschimmer: Ein Impfstoff ist gefunden – und damit die Diskussion um den Zugang zu diesem „Gegenmittel“. Einige Blogger haben sich mal fachkundigen Rat geholt und mit einer Ärztin gesprochen, die lange an der Berliner Charité gearbeitet hat. Dr. med. Imke Decius ist nun in einer Hausarztpraxis tätig und hat bereitwillig Auskunft gegeben. Unbedingt lesenswert:

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ESG gegen Rassismus

Einblicke in die Herausforderungen im Umgang mit Rassismus – Ein Fachmann gewährt uns einen Einblick in seinen Alltag

Eigentlich wollten wir Herrn Thomas Hellmund persönlich in der Integrationsagentur besuchen und ihm unsere Fragen stellen, aber … Dennoch: Corona hält auch uns nicht auf – im Gegenteil! Und wenn man dann auf der anderen Seite auf so viel Bereitschaft trifft, wird ein via Mail geführtes Interview vielleicht noch ergiebiger. Unbedingt ganz lesenswert: Unser Interview mit Thomas Hellmund, Mitarbeiter in den Fachdiensten für Migration und Integration der AWO OWL e. V. und einem der Koordinator*innen der „Gütersloher Aktionswochen gegen Rassismus“.

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Herzlich willkommen Frau Liebner!

Last but not least: Liebner 🙂 – heute stellen wir euch also die dritte neue Lehrkraft im Bunde vor. Viel Spaß beim Lesen und beim Kennenlernen von Frau Liebner!

Interview mit Frau Liebner?

  1. Welche Fächer unterrichten Sie? 

Aktuell unterrichte ich Spanisch, Französisch und Prisma.


Wir haben gehört, Sie machen auch DaZ? Was ist das? Studiert man das? Geben Sie uns da ein bisschen Info? 

DaZ bedeutet „Deutsch als Zweitsprache“. Ich habe DaZ bzw. DaF (Deutsch als Fremdsprache) als Erweiterungsfach in Marburg studiert, weil ich den kulturellen Austausch schon immer spannend fand und gerne anderen Menschen meine Muttersprache zugänglich machen wollte. Im Ausland habe ich DaF unterrichtet: Die Lernenden hatten Spaß an der deutschen Sprache bzw. wollten eine Fremdsprache lernen, so wie ihr am ESG z.B. Englisch lernt. 

Von DaZ spricht man, wenn Lernende aus einem anderen Land bereits in Deutschland leben und die deutsche Sprache als Zweitsprache neben ihrer/ihren Muttersprache(n) brauchen – d.h. in der Schule und im alltäglichen Leben.

2. Wo haben Sie vorher unterrichtet? 

Zuletzt an einem Gymnasium in Dormagen (da habe ich mein Referendariat gemacht), davor habe ich an der Université d’Abomey-Calavi (Benin, Westafrika) und an der Universidad de Guadalajara (Mexiko) DaF unterrichtet.

3. Wohnen Sie in Gütersloh? 

     Nein, ich wohne in Paderborn.

4.Überall wird Lehrermangel beklagt – Wieso sind Sie Lehrer geworden? Was reizt sie an diesem Beruf? 

Ich mag es, mit jungen Menschen zu arbeiten, im permanenten Austausch zu stehen und möchte gerne meine Leidenschaft für Sprachen an meine Lerner weitergeben. Es ist schön zu sehen, wie Sprachkenntnisse Brücken zu anderen Kulturen bauen und den Horizont erweitern können.

5.Was war ihr Lieblingsfach als Schülerin?                                                                                               

   Sprachen querbeet – je nach Thema auch Latein (als wir Asterix und Obelix übersetzt haben).

6. Wenn Sie am System Schule generell etwas ändern könnten – was wäre das dann? 

Mehr internationale Vernetzung: Zeit für Austauschmöglichkeiten/Exkursionen sowohl für SchülerInnen als auch für Lehrkräfte, um mehr Praxiserfahrungen zu machen. Ich denke, dass wir viel von und mit anderen SchülerInnen (weltweit) lernen können.

8. Wenn Sie nicht LehrerIn geworden wären, was wären Sie wohl geworden? 

Wahrscheinlich wäre ich interkulturelle Trainerin geworden.

9. Wohin ging ihre letzte Reise? 

An die deutsche Ostsee.

10. Und was ist wohl ihr Traumreiseziel? 

Ich kann mich nicht auf ein Ziel beschränken. Irgendwo in der Karibik, wo man im Wasser seine Zehenspitzen sehen und am Strand Kokosnüsse schlürfen kann… das ist schon traumhaft!

12. Womit kann man Sie auf die Palme bringen? 

Unehrlichkeit.

13. Haben Sie so etwas wie ein Lebensmotto? 

Lebe, liebe, lache!

14. Was für einen Eindruck haben Sie bisher vom ESG? 

Ich hatte bisher nur nette SchülerInnen und auch das Kollegium ist sehr aufgeschlossen und freundlich. Ich glaube, dass ich mich hier sehr wohlfühlen werde.

15. Ist Ihnen schon was Lustiges, Peinliches passiert? 

Nicht, dass ich wüsste.

16. Was sind Ihre Hobbies? 

Zumba, Inliner fahren, Yoga, Freunde treffen.

17. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsessen?  

Thai-Curry

18. Spielen Sie ein Instrument? 

Ich habe früher Querflöte gespielt.

19. Wie sieht ein perfekter Sonntag bei Ihnen aus? 

Ausschlafen, gemütliches Frühstück, Bewegung in der Natur.

20. Haben Sie Haustiere? 

Nein.

21. Ihre beste … 

Schön war, dass eher ruhige oder aber auch unkonzentrierte SchülerInnen plötzlich sehr motiviert und aktiv wurden, sich auf die Zoom-Konferenzen gefreut haben und das „Homeschooling“ bestens für sich genutzt haben.

22. …ihre blödeste Erfahrung während Corona? 

Unterricht ohne persönlichen Kontakt ist definitiv eine Herausforderung. Wenn man gewisse SchülerInnen komplett „verliert“ – aus welchen Gründen auch immer – ist das wirklich traurig.

Vielen Dank auch Ihnen, Frau Liebner, dass Sie sich die Mühe gemacht und unsere 22 Fragen beantwortet haben. Viel Freude am ESG wünschen Ihnen die Blogger!

Mit Maske sehen die drei übrigen so aus:

Herzlich willkommen Frau Diekmann!

Wie versprochen folgt heute das Interview mit Frau Diekmann, die seit Schuljahresbeginn dem ESG „beigetreten“ ist.

Auch heute wünschen wir: Viel Spaß beim Lesen und Kennenlernen!

Interview mit Frau Diekmann

  1. Welche Fächer unterrichten sie? 

Ich unterrichte die Fächer Englisch und Geschichte (dies natürlich auch bilingual bei der Kombi).

2. Mh, Geschichte …. Wenn Sie mal eine Zeitreise machen könnten, in welche Epoche würde es gehen?

Wenn ich in irgendeine Epoche reisen könnte, dann würde ich die Antike wählen. Das alte Rom, Ägypten – ich glaube es ist super spannend, Erfahrungen mit etwas ganz anderem zu machen als das, was wir aus unserem Alltag kennen.

3. Wo haben Sie vorher unterrichtet?

Mein Referendariat habe ich am Gymnasium Horn-Bad Meinberg gemacht; danach war ich bis zu den Sommerferien ein Städtchen weiter am Gymnasium Rietberg.

4. Wohnen Sie in Gütersloh?

Nein, ich wohne im wunderschönen Detmold.

5. Überall wird Lehrermangel beklagt – Wieso sind Sie Lehrer geworden? Was reizt sie an diesem Beruf?

Tatsächlich habe ich diese Entscheidung schon in der 7. Klasse getroffen – und nie bereut. Damals war die Motivation ein Tierarztpraktikum und das Feststellen, dass OPs und ich nicht zusammen passen. 🙂 Später dann vor allem aber die Erfahrung, dass jeder Tag anders ist, immer was neues kommt, seine Vorliebe für Fächer und Themen ausleben kann und man unheimlich viele tolle Menschen kennenlernen darf!

6. Was war ihr Lieblingsfach als Schülerin?

Da bin ich wohl ein wenig vorbelastet – ich habe mich immer auf Englisch, Geschichte, Mathe und Biologie gefreut – und in der Oberstufe auf den Volleyballkurs.

7. Wenn Sie am System Schule generell etwas ändern könnten – was wäre das dann?

Ich würde vor allem Schule und Unterricht mehr als etwas Gemeinsames verstehen, was als oberstes Ziel Lernen vor allem für Alltag oder ähnliche Situationen sieht, nicht lernen für Noten/Klausuren. Kritische Denken und Diskutieren, Sprache anwenden und so viel sprechen wie möglich – das wäre super!

8. Wenn Sie nicht Lehrerin geworden wären, was wären Sie wohl geworden?

Da ich den Beruf Lehrer schon so lange im Kopf hatte, ist die Frage gar nicht so einfach. Aber sollte mir Schule mal zu viel werden eröffne ich ein Café mit leckeren selbstgebackenen Kuchen und Keksen. 🙂

9. Wohin ging ihre letzte Reise?

Die letzte Auslandsreise war vor zwei Jahren nach Cornwall. Innerhalb Deutschlands habe ich mich diesen Sommer an die Ostsee getraut.

10. Und was ist wohl ihr Traumreiseziel?

Ganz klar Südafrika – tolles Land, tolle Leute, tolle Kultur!

11. Womit kann man Sie auf die Palme bringen?

Unfreundlich sein und Endlos-Diskussionen

12. Haben Sie so etwas wie ein Lebensmotto?

Live each day to the fullest 

13. Was für einen Eindruck haben Sie bisher vom ESG?

Ich freue mich jeden Tag wieder die Schule zu betreten. Ein tolles Gebäude, super Kollegen und Mitarbeiter, ganz tolle Schüler – es macht einfach Spaß hier zu sein!

14. Ist Ihnen schon was Lustiges, Peinliches passiert?

Warten wir mal ab was der Unterricht hier so mit sich bringt 🙂

15. Was sind Ihre Hobbies?

Ich mache gerne Sport, treffe mich viel mit Freunden, lese gerne, bin musisch unterwegs mit Gitarre, Chor und Schlagzeug – es ist also immer etwas los

16. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsessen? 

Samosas 🙂

17. Spielen Sie ein Instrument?

Ich spiele seit 10 Jahren Gitarre und seit Corona taste ich mich ans Schlagzeug ran.

18. Wie sieht ein perfekter Sonntag bei Ihnen aus? 

Ausschlafen, gemütlich frühstücken, sich ein wenig Wellness gönnen und mit Freunden und Familie gemeinsam kochen/backen und viel quatschen 

19. Haben Sie Haustiere? 

Leider nicht mehr seit letztem Jahr. Ich bin aber mit Kaninchen groß geworden.

20. Ihre beste …

Total schön fand ich, dass man viele Leute einmal anders kennenlernen konnte – viel bessere Vernetzung und Kooperation mit Kollegen in Konferenzen, in Kleingruppen bei Zoom mit den Klassen – Ich glaube dies hat uns vor allem gezeigt worauf es in der Schule ankommt, nämlich das Miteinander und gegenseitige Interesse und Verständnis.

21. Ihre blödeste Erfahrung während Corona?

Das, was mich am meisten frustriert hat, war das Versagen von Technik, wenn man sich drauf Verlassen musste, als auch keine Konsistenz zu haben – immer wieder neue Entscheidungen und Bescheide, immer wieder umgewöhnen – das war schon wirklich anstrengend.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten! Alles Gute am ESG wünschen Ihnen die Blogger!

Neue Frauenpower am ESG

Das ESG – Lehrerzimmer hat zu Beginn dieses Schuljahres drei wunderbare Neuzugänge erhalten: Frau Jürgenliemke, Frau Dieckmann und Frau Liebner. Weil auch wir vom Blog momentan nicht zusammenkommen und Interviews führen dürfen, haben wir all´ unsere Fragen (und es waren nicht wenig) einfach eingetippt und abgeschickt. Die Antworten ließen wirklich nicht lang auf sich warten, so dass wir euch in dieser Woche drei spannende Interviews präsentieren dürfen.

Heute starten wir mit der Vorstellung von Frau Jürgenliemke (*ihr Kürzel lautet „juel“). Morgen und übermorgen folgen dann Frau Diekmann und Frau Liebner.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Kennenlernen!

Interview mit Frau Jürgenliemke

  1. Welche Fächer unterrichten Sie? (Wir haben erfahren, es sind so einige … Sind Sie ein echter Allrounder?!)

Am ESG unterrichte ich die Fächer Deutsch, Geschichte (bili), Informatik und auch Mathematik. Als Allrounder würde ich mich aber nicht bezeichnen, sondern sehr interessiert an vielen Fächern und neuen Herausforderungen. Jedes Fach hat total spannende Aspekte, die mich reizen. Neben meinen studierten Fächern habe ich durch Zusatzqualifikationen und vorherigen Unterrichtseinsätzen an anderen Schulen Wissen und Erfahrung sammeln können, die ich jetzt an dieser Schule gerne erweitern möchte. Die Fachkolleginnen und -kollegen unterstützen mich dabei aber sehr!

2. Wo haben Sie vorher unterrichtet?

Nach meinem Referendariat am Brackweder Gymnasium in Bielefeld habe ich für drei Monate an einer Grundschule und im Anschluss an einer Gesamtschule in meinem Wohnort unterrichtet, wodurch ich durch die unterschiedlichen Schulformen viele neue Erfahrungen sammeln konnte.

3. Wohnen Sie in Gütersloh?

Nein, ich wohne derzeit in Paderborn.

4.Überall wird Lehrermangel beklagt – Wieso sind Sie Lehrer geworden? Was reizt sie an diesem Beruf?

Nach meinem Abitur wollte ich einen Beruf erlernen, von dem ich nach zehn Jahren nicht bereits gelangweilt bin. Als Lehrkraft lernen wir jedes Jahr aufs Neue auf ihre Art tolle Menschen kennen, die wir ein Stück in ihrem Leben begleiten dürfen und vielleicht auch in gewissen Maße prägen können. Zudem hoffe ich, dass ich durch den Umgang mit Schülerinnen und Schülern so gut es geht up to date und geistig fit bleiben werden – ein gewisser Eigennutz also. 🙂

5.Was war Ihr Lieblingsfach als Schülerin?

In der Sekundarstufe I Kunst, weil es für mich ein kreativer und erholsamer Ausgleich zu den restlichen Fächern gewesen ist, in der Oberstufe wurden es dann insbesondere Geschichte und Deutsch.

6. Wenn Sie am System Schule generell etwas ändern könnten – was wäre das dann?

Unterricht und Lernen insgesamt sollte nicht nur von einzelnen Schulen, wie etwa dem ESG, neu gedacht werden. Das gesamte Schulsystem im Land oder sogar auf Bundesebene sollte daran arbeiten und gegebenenfalls auch die Prüfungsformate überdenken, damit das Abitur nicht als Ziel allen Lernens wahrgenommen wird, sondern Schule als Initialzündung für lebenslanges Lernen Beachtung erfährt. Ich denke, dass die derzeitige Situation hierbei etwas ins Rollen gebracht hat …

8. Wenn Sie nicht LehrerIn geworden wären, was wären Sie wohl geworden?

Als Schülerin war der Beruf der Gestalterin für visuelles Marketing für mich interessant, da wir uns in unterschiedlichen Fächern viel mit Werbung auseinandergesetzt haben und ich gerne kreativ arbeite. 

9. Wohin ging ihre letzte Reise?

Innerhalb von Deutschland an den Bodensee, außerhalb Deutschlands – vor Corona – nach Tunesien.

10. Und was ist wohl ihr Traumreiseziel?

Um vollkommen zu entspannen, würde ich gerne mal auf eine unbewohnte Insel Tongas. Auf meiner Liste stehen aber noch einige Länder, die ich gerne in den nächsten Jahren bereisen würde.

12. Womit kann man Sie auf die Palme bringen?

Respektlosigkeit!!!

13. Haben Sie so etwas wie ein Lebensmotto?

Be kind.

14. Was für einen Eindruck haben Sie bisher vom ESG?

Einen durchweg positiven Eindruck. Nicht nur das Gebäude mitsamt Türmchen imponiert, sondern die Menschen, seien es die Lehrkräfte oder die weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sind ausgesprochen nett und hilfsbereit. Die Schülerinnen und Schüler, die ich bisher kennenlernen durfte, sind ebenfalls sehr sympathisch und auch wissbegierig.

15. Ist Ihnen schon was Lustiges, Peinliches passiert?

Bisher noch nicht, aber es wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.

16. Was sind Ihre Hobbies?

Schwimmen, Musik hören und seit Corona intensive Spaziergänge mit Freunden

17. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsessen?

Seit drei Jahren bin ich von dem vietnamesischen Gericht Bun Bo Xao sehr angetan.

18. Spielen Sie ein Instrument?

Derzeit leider nicht. Während meiner Schulzeit war ich in einer sogenannten Bläserklasse und habe Saxophon gespielt. Jetzt steht ein Keyboard zwar in der Wohnung, wartet aber noch auf seinen Einsatz.

19. Wie sieht ein perfekter Sonntag bei Ihnen aus?

Ein Sonntag ist für mich perfekt, wenn ich mit meinen Freunden etwas unternehmen kann und wir anschließend gemeinsam kochen und über Gott und die Welt quatschen können.

20. Haben Sie Haustiere?

Nein.

21. Ihre beste …

Da die jüngeren Schülerinnen und Schüler an meiner vorherigen Schule über kaum Endgeräte oder Internet verfügten, habe ich nach den Osterferien jedes Kind einmal zu Hause angerufen, um mich nach dem Befinden zu erkundigen. Zuvor hatte ich die Sorge, dass viele dies nur als Kontrolle meinerseits empfinden würden. Überraschenderweise freuten sich die meisten über einen Anruf und einzelne berichteten mir, wie sie die letzten Wochen erlebt haben und was sie trotzdem alles erleben konnten. Darüber habe ich mich sehr gefreut und es hat mir neue Motivation am Schreibtisch gegeben!

22. ..ihre blödeste Erfahrung während Corona?

Tatsächlich war das digitale Bewerbungsgespräch an dieser Schule zwar nicht die „blödeste“, aber mir sehr unangenehme Erfahrung, da meine Technik mich schlichtweg zu Hause im Stich gelassen hat. Sich zeitversetzt und stockend beim Reden zu hören während man noch spricht war für mich – bedingt auch durch meine Aufregung – nicht leicht auszuhalten. Aber es hat Gott sei Dank trotzdem mit der Stelle geklappt und ich freue mich, hier zu sein!

Herzlichen Dank, dass Sie all´ unsere Fragen beantwortet und sich Zeit dafür genommen haben.

Morgen stellen wir euch dann eine weitere neue Lehrkraft am ESG vor. Freut euch auf Frau Dieckmann!

Ein neues Gesicht am ESG – Frau Rusche im Blog-Interview

Gestern hatten wir Blogger mal wieder Besuch in unserer Sitzung. Es gibt ja ein neues Gesicht am ESG , welches wir euch noch nicht vorgestellt haben: Frau Maria Rusche. Heute holen wir das also nach – viel Spaß beim Kennenlernen! 

  1. Welche Fächer unterrichten Sie? 
    Chemie und Biologie 
  2. Wo haben Sie studiert?
    Ich habe mein Studium in Bonn begonnen, dann habe ich mich für eine Zeitlang auf Reisen begeben und Praktika gemacht, nach zwei Semestern habe ich ein Auslandsemester in Finnland absolviert und schließlich habe ich an der Uni Bielefeld meinen Abschluss gemacht. 
  3. Wo haben Sie Ihr Referendariat gemacht? 
    Ich habe kein Referendariat gemacht, sondern bin eine sogenannte Seiteneinsteigerin. Ich habe nicht auf Lehramt, sondern auf Diplom studiert und mein Diplom in Biologie gemacht und hatte Chemie im Nebenfach. Ich habe dann auch lange in der Wissenschaft gearbeitet, dann aber festgestellt, dass mir das reine Wissen-Ansammeln nicht so sehr gefiel. Ich hatte das Gefühl, dass ich dieses Wissen auch gern weitergeben würde. Wissenschaft, das Studieren und Forschen im Elfenbeinturm war nicht das Richtige für mich. Natur und Umweltschutz war und ist mir immer total wichtig und ich möchte etwas machen, mit dem ich direkt an die nächste Generation anknüpfe – so bin ich zum Lehramt gekommen. 
  4. Seit wann sind Sie am ESG tätig?
    Seit dem Halbjahr, also seit dem 3. Februar.
  5. Wie viele Stunden unterrichten Sie derzeit? 
    Ich habe eine 70% Stelle, das sind 18 Unterrichtsstunden.
  6. Wo sind Sie so eingesetzt?
    In Bio momentan in den Klassen 5 und 6 und in der EF und Q1, in Chemie bin ich in der 7 und 8 zu finden.
  7. Gibt es ein Thema, auf das Sie sich besonders freuen, das Sie besonders gerne unterrichten?
    Ach, ich finde alle Jahrgänge und die da verorteten Themen haben ihren Reiz. Derzeit freue ich mich auf die Pflanzenexperimente in Klasse 5. 
  8. Wie gefallt es Ihnen denn bis jetzt am ESG? 
    Gut, es ist anders als die Schule davor! An die Digitalisierung habe ich mich schon gewöhnt, ich finde mich mittlerweile in Bezug auf die Räume zurecht und ich mag die tolle, wissbegierige Schülerschaft hier.
  9. Denken Sie, dass Sie eine strenge Lehrerein sind?
    Schwierig, das selbst einzuschätzen. Ich glaube, ich bin grundsätzlich locker, humorvoll und entspannt und  so streng, wie ich sein muss. 
  10. Wohnen Sie auch in Gütersloh? 
    Nein, ich wohne mit meinem Mann und meinen zwei Kindern in Bielefeld.
  11. Entscheidungsfragen: Meer oder Berge?
    Berge
  12. Schokolade oder Gummibärchen?
    Schokolade
  13. Sommer oder Winter?
    Winter 
  14. Kochen oder kochen lassen?
    Kochen lassen 
  15. StarWars oder Harry Potter?
    Harry Potter (habe ich gerade noch gehört …)
  16. Wäre es für Sie auch denkbar, Bio-bili zu unterrichten?
    Ja, auf jeden Fall. Zu Hause spreche ich mit meinen Kindern nur Englisch. Meine Englischkenntnisse habe ich durch meine vielen Auslandsaufenthalte während meines Studiums verbessert und verfestigt. Als wir eine noch in Holland gelebt haben, war meine – und die meiner Familie – Lebens- und Arbeitssprache Englisch, ebenso in Finnland. Also, das wäre durchaus eine Option für mich.
  17. Sie scheinen viel rumgekommen zu sein – was sind denn so ihre Top 3 Länder?
    Auf jeden Fall Finnland (weil ich den Winter so sehr liebe ), Kanada und Neuseeland
  18. Und jetzt hier in OWL – wie gefällt es Ihnen (oder zieht es Sie schon wieder in die Ferne)? 
    Nein, ich mag die Mentalität und die Gegend hier – es ist eine gute Wahlheimat!

Dann hoffen wir, dass Sie nicht nur in OWL, sondern vielleicht auch am ESG Wurzel schlagen können! Herzlichen Danke für Ihre Zeit und das nette Gespräch! 

Frau Rusche im Kreise viele (Neu-)Blogger/Innen

Der Wunsch: Stereotype Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit sollten verschwinden – Frau Milse im Blog-Interview

Am 8.3.2020 ist internationaler Weltfrauentag. Wir Blogger haben uns in unserer Rubrik „Der-Tag-Des“ mit diesem Tag mal genauer beschäftigt und in zwei interessanten Interviews u.a. herausgefunden,

  • seit wann dieser Tag den Frauen gewidmet ist,
  • warum dieser Tag begangen wird,
  • wieso ein solcher Tag auch im Jahre 2020 noch seine Berechtigung hat
  • und weshalb dieser Tag nicht nur die Frauen etwas angeht.

Zunächst haben wir ein Interview mit einer Lehrerin des ESG geführt – mit Frau Tanja Milse.

Zunächst haben wir einige allgemeine Fragen zu Ihrer Person:

  • Wie lange sind Sie schon Lehrerin am ESG?

Schon sehr lange 🙂 Ich bin am ESG 1998 als Referendarin gestartet und geblieben

  • Was sind Ihre Fächer?

Deutsch, Wirtschaft/Politik und Pädagogik

  • Welche Bereiche obliegen noch Ihrer Verantwortung? 

Ich bin für die Didaktische Koordination am ESG zuständig. Das bedeutet, dass unsere Schulentwicklungsprozesse miteinander verzahnt, einzelne Bereiche evaluiert und dann ggf. angepasst werden, dass die Schulentwicklungsmaßnahmen nachhaltig umgesetzt und soweit es nötig bzw. wünschenswert ist, vereinheitlicht werden, um Verlässlichkeit für alle ESGler*innen zu schaffen.

  • Wollten Sie immer schon Lehrerin werden?

Ich hatte als Schülerin ein sehr schwieriges Verhältnis zur Schule, daher nein. Mein Interesse ist erst im Rahmen eines Schulpraktikums entfacht worden.

  • Hätte es einen alternativen Berufswunsch gegeben?

Als Schülerin wollte ich gerne Jura studieren und dann Politikerin werden.

Dann möchten wir Ihnen gerne ein paar Fragen im Zusammenhang mit dem Weltfrauentag stellen:

  • Finden Sie einen Tag wie den Weltfrauentag heute noch wichtig und notwendig? 

Auf jeden Fall. Es muss ihn so lange geben, bis Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern eine Selbstverständlichkeit ist. Momentan gibt es ja auch viele rückwärts gerichtete Entwicklungen.

  • Wenn ja, in einigen Bundesländern ist dies ein Feiertag, würden Sie das auch für NRW befürworten?

Ich finde, es sollte eher einen Tag geben, der generell Gleichberechtigungsbestrebungen gewidmet ist. Das schließt alle Menschen mit ein. Ziel muss es doch sein, die Würde, Freiheit und Gleichheit eines jeden Individuums anzuerkennen. 

  • Es gibt Menschen, die den Weltfrauentag böswillig als „feministisch überzogen“ ansehen und Menschen, die diesen Tag begehen, abwertend als „Emanzen“ betiteln. Könnten Sie uns die Begriffe „Feminismus“ und „Emanzipation“ einmal definieren? Und im Anschluss vielleicht auf solche Äußerungen reagieren?

Bei Emanzipation handelt es sich im Wesentlichen um die Herauslösung aus Unmündigkeit. Das bedeutet, dass Menschen zum Subjekt ihrer Identitätsgestaltung werden, basierend auf reflektierten, eigenen Wertvorstellungen, die natürlich auch gesellschaftliche Anforderungen mit einbeziehen, aber eben nicht ausschließlich dadurch bestimmt sind, was andere von einem erwarten, wie Eltern, Lehrkräfte, die eigenen Gruppen, in denen man sich bewegt usw.

Feminismus bezieht sich darauf, dass bestehende Geschlechterordnungen kritisch überprüft und im Hinblick auf Gleichberechtigung und Selbstbestimmung weiterentwickelt werden.

Das ist schon interessant, wenn Menschen derartige Bestrebungen abwerten und hat viel mit ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur zu tun.  Ich schiebe mal einen Werbeblog für das Unterrichtsfach Pädagogik ein; dort ist zu lernen, warum Menschen derartige Abwehrreaktionen zeigen oder es „nötig“ haben, andere Personen und offene Haltungen zu verunglimpfen. Es geht ja gerade nicht darum, einer bestimmten sozialen Gruppe, wie Männern, etwas wegzunehmen, sondern der oder dem einzelnen zu ermöglichen, sich frei von Rollenklischees zu entfalten und nach persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben zu leben und die Gemeinschaft konstruktiv weiterzuentwickeln.

  • Wir Blogger haben in den letzten Wochen immer mal wieder rumgefragt und uns umgehört unter Ihren Kollegen, welche Frauen als “irgendwie besonders” empfunden werden, vielleicht als Vorbild oder einfach nur als “inspirierend” – Welcher Name kommt Ihnen da in den Sinn?

Oh, ganz viele: Angefangen bei Astrid Lindgren, die mit Pippi so eine starke, unabhängige Figur für viele Kinder geschaffen hat. Luise F. Pusch (obwohl sie Städterin war 🙂 ) und deren Nichte ich mal unterrichten durfte. Sie hat eine riesige Datenbank FemBio erstellt, die die Biographien von Frauen sichtbar macht, die in keinem Geschichtsbuch jemals vorkamen. Auch Alice Schwarzer, wenngleich sie sicherlich in Bezug auf ihre Person nicht ganz unkritisch zu sehen ist, so hat sie u.a. mit ihrer Zeitschrift EMMA dafür gesorgt, die Belange von Frauen immer wieder sichtbar zu machen und weitsichtig Probleme, wie Männergewalt, Extremismus und Sexismus zu benennen. Das waren oder sind in den meisten Mainstreammedien überhaupt keine Themen. Ich schätze Dunja Hayali, die trotz persönlicher Anfeindungen und shit storms, immer wieder gegen Diskriminierung und Rassismus eintritt, Carolin Kebekus, extrem witzig und gnadenlos böse, und nicht zuletzt, unabhängig von Parteipositionen, unsere Bundeskanzlerin, die sehr uneitel eine zumeist sehr sachorientierte Politik macht und sich zunehmend mit Blick auf ethische Prinzipien positioniert, auch wenn sie unbequem sind.

  • Sie haben den Blog den Anfangszeiten mal angeschrieben und darauf verwiesen, dass es wichtig sei, Artikel “gendergerecht” zu verfassen. Können Sie einmal erklären, was das ist und uns erläutern, warum Sie das so wichtig finden? 

Letztendlich geht es um geschlechterbewussten Sprachgebrauch, durch den eben alle Geschlechter und somit auch die Gleichstellung zwischen ihnen abgebildet wird. Dies kann durch Doppelnennungen oder durch geschlechtsneutrale Formulierungen, wie Lehrkräfte, erfolgen. Sprache hat eine ungeheure Macht, in dem sie in unseren Köpfen Bewusstsein schafft und Bilder erzeugt. Diese bleiben im Gedächtnis und prägen unsere Denkmuster. Wenn ich also nur rein männliche Formen für beide Geschlechter verwende, sind Mädchen und Frauen eben „nur“ mitgemeint. Das ist eine Bewertung, fühlt sich auch so an und kann sich letztendlich auf das Selbstverständnis auswirken. Untersuchungen zeigen zudem, dass Mädchen und Frauen sowie andere Geschlechter sich z.B. bei Stellenangeboten gar nicht erst adressiert fühlen. 

  • Was meinen Sie: Sollten die Schulbücher gendern?

 Auf jeden Fall!

  • Sollte das Thema im Unterricht aufgegriffen und behandelt werden?

Ja. Es ist aber auch z. B. in Deutsch-Lehrplänen bereits vorgesehen, wie im Rahmen der Jahrgangsstufe 9 im Zusammenhang mit Sprachwandel.

  • Sollte es Ihrer Meinung nach einen Welt-Männertag geben? 

Die Trumps, Putins, Erdoğans dieser Welt feiern sich doch schon täglich selber. 

  • Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass Sie sich mit diesem Thema näher beschäftigt haben? 

Ich hatte in meinem Studium sehr gute Professorinnen, die über patriarchale Strukturen aufgeklärt und sich für deren Überwindung eingesetzt haben. Das hat mein damaliges Weltbild nachhaltig verändert.

  • Haben Sie schon mal Ungerechtigkeiten oder Nachteile erlebt, weil Sie eine Frau sind? 

Nicht, dass es mir bewusst wäre.  

  • Letzte Woche haben wir nach der Meinung der Schüler zu phasenweise geschlechtergetrenntem Unterricht gefragt. Was ist Ihre Meinung dazu?

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Eigentlich finde ich es problematisch, wenn die Unterschiede zwischen Geschlechtern betont werden, weil sie dadurch eine viel größere Bedeutung bekommen, obwohl sie in Relation zu den Gemeinsamkeiten erheblich geringer sind. Viele Studien zeigen aber, dass gemeinsamer Unterricht von Mädchen und Jungen, die sogenannte Koedukation, die Gefahr birgt, dass Jugendliche sich eher traditionellen Geschlechterrollen anpassen. Mädchen fühlen z.B. größere Unsicherheiten, wenn es um Fächer wie Informatik, Mathe oder Physik geht, was nicht so ist, wenn sie an reinen Mädchenschulen unterrichtet werden.  Jungen geben sich in gemischtgeschlechtlichen Lerngruppen betont cool und grenzen sich gegenüber klischeehaft nicht männlich zugeordneten Inhalten oder Eigenschaften ab.

Das äußert sich beispielsweise auch am ESG, wenn wir uns das Fächerwahlverhalten in der Oberstufe anschauen – so gibt es z.B. in meinem Pädagogik Lk nur einen männlichen Schüler. 

Statt aber Geschlechter im Unterricht zu trennen, gibt es die Idee der sogenannten reflexiven Koedukation, des geschlechtersensiblen Unterrichts, in dem Mädchen und Jungen spezifisch gefördert werden, in dem Bewusstsein, dass sie möglicherweise unterschiedliche Erfahrungen, Verhaltensweisen und Einstellungen mitbringen. Geschlechterstereotype Rollenzuweisungen beginnen bereits in manchen Elternhäusern und wir werden insbesondere in Medien damit dominiert.

Das ESG hat als einen Schulentwicklungsschwerpunkt „Personalisierung“ gesetzt, die darauf abzielt, im Unterricht die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zu berücksichtigen. Weg von frontalen Unterrichtsszenarien orientiert an der ganzen Klasse, hin zu individualisierten Lernwegen. Personalisierung beinhaltet auch die Unterschiedlichkeit der Personen wertzuschätzen. Damit verliert die Trennung von Jungen und Mädchen im Unterricht an Notwendigkeit.

12. Was wäre ihr Wunsch für die Zukunft in Bezug auf das Thema Gleichberechtigung? Vielleicht mal eine Schulleiterin am ESG – das hat es auch noch nicht gegeben … 

Mein Wunsch wäre es, neben der Beseitigung struktureller Ungleichheiten, wie Unterschiede in der Bezahlung bei vergleichbaren Tätigkeiten oder den Zugangschancen zu Führungspositionen, dass stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit an Bedeutung verlieren und verschwinden. Menschen sollen sich stattdessen mit ihren individuellen Facetten und Kompetenzen wahrnehmen. Wenn diese dann den hohen ESG Schulleitungsanforderungen gerecht werden, darf es gerne auch eine Schulleiterin sein 🙂 .

Wir bedanken uns für dieses ausführliche und sehr informative Interview, aus dem wir viel mitnehmen rund um das Thema „Weltfrauentag“.

Die Stadt Gütersloh beschäftigt übrigens eine Frauenbeauftragte – wir haben uns gefragt, was die wohl so macht und wie der Weltfrauentag von einer Frauenbeauftragten so gewürdigt und gefeiert wird. STAY TUNED – auch dieses Interview werden wir im Laufe der Woche hier veröffentlichen!

Die Polizei zu Besuch in einer Blog-Redaktionsitzung

Letzte Woche hatten wir im Blog Besuch von Frau Kirsten Bernstein-Rivers, Kriminaloberkommissarin von der Polizei Gütersloh. 

Frau Bernstein ist 39 Jahre alt, arbeitet schon seit 20 Jahren bei der Polizei und dort seit nun fast 5 Jahren tätig im Kommissariat für Gewaltprävention und Opferschutz, d.h. sie berät und betreut Opfer von Straftaten, vorrangig geht es dabei um häusliche Gewalt, Missbrauchsprävention und – vor diesem Hintergrund sind wir auf sie aufmerksam geworden – Gefahren im Netz.

Jetzt erwartet ihr hier bestimmt das übliche Frage-Antwort-Interview, aber da müssen wir euch enttäuschen.

Wie immer waren wir Blogger natürlich ausgestattet mit einer Menge Fragen (einem insgesamt 5 Themen und über 20 Fragen umfassenden Katalog) und haben während des Gesprächs – ja es war doch mehr ein informatives Gespräch, als ein klassisches Interview – gemerkt, dass einige Aspekte rund um das Thema „Gefahren im Netz“ total komplex und stark vom Einzelfall abhängig sind. 

Deshalb hier unsere Zusammenfassung dieses total interessanten einstündigen Gesprächs. 

Zunächst: Wie kommt man eigentlich zur Polizei? Heutzutage schließt sich an die Schulzeit ein Studium an der Fachhochschule an. Frau Bernstein hat nach dem Abitur (am Städtischen 🙂 ) eine Ausbildung bei der Polizei begonnen. Ihre Beweggründe bezeichnet sie als „nieder“, denn es war tatsächlich die Liebe zum Sport. Die „Testphasen“ im Beruf verliefen dann jedoch ganz gut und so ist sie (mit zwischenzeitlichem Abstecher in die Politikwissenschaft) bei der Polizei geblieben. Dort hat sie im Wachdienst gearbeitet, war als Radstreife unterwegs oder auch in der Veranstaltungsbetreuung. Nach einem Jahr Elternzeit war dann aber irgendwie auch beruflich Zeit für etwas Neues und so kam die Ausschreibung um die Stelle im KPO ganz richtig. Nach einem Auswahlverfahren hat Frau Bernstein dann auch die Stelle bekommen und arbeitet dort nun schon fast 5 Jahre. 

Einer unserer Fragenblöcke bezog sich natürlich auf das kürzlich wieder aktuell gewordene Thema der Beichtseiten auf Instagram (vielleicht habt ihr die Durchsage von Herrn Fugmann noch im Ohr, in der er dazu aufforderte, die Seite umgehend zu löschen, da die Schule sich sonst vorbehalte, Anzeige zu erstatten). Uns hat interessiert, ob das wirklich geht. Ja, so die Antwort, das geht. Ein solcher Fall werde dann „polizeilich geprüft und bearbeitet“. Dass die Beichtseiten immer mal wieder ins Visier der Polizei fallen, liege z.B. auch daran, dass in diesen Foren dann auch schon mal der Begriff „Amok“ gefallen sei und man dann natürlich sehr hellhörig werde. Der Weg, den Schüler oder Schülerin unserer Schule gewählt haben (also den Schulleiter zu informieren), findet Frau Bernstein sehr gut, denn es ist natürlich sehr schwer, diese Dinge untereinander zu lösen. Tipp der Polizistin an LehrerInnen: Totales Raushalten aus diesen Foren! (Übrigens: Es ist wohl auch zu positiver Unterstützung für Betroffene via Beichte gekommen – auch das kann es da geben!). Man kann übrigens nicht strafrechtlich belangt werden, wenn man solchen Seiten folgt. Am ehesten kann man den Admin, also den Betreuer einer solchen Seite ermitteln, ansonsten zeigen sich Instagram und Co. nicht gerade kooperativ in der Zusammenarbeit mit der Polizei – „die müssen nichts rausrücken, wenn sie nicht wollen“. Auch die sogenannten „Meldefunktionen“ wie bei TikTok funktionieren doch nur sehr zeitverzögert. Hier ist es für die Polizei wirklich wie ein bisschen wie der „Kampf gegen Windmühlen“. Strafmündig ist man in Deutschland übrigens mit 14 Jahren.

Dann wollten wir noch etwas wissen zum Thema Cybermobbing. Wir mussten uns in einer Gegenfrage nochmal selbst vergewissern, ob wir den Begriff Mobbing (der ja auch gern mal sehr schnell und inflationär für jegliche Ärgerei benutzt wird) eigentlich definieren können. Das hat ganz gut geklappt: 

  • Meist sind es mehrere Personen, die gegen eine Person hetzen
  • Das Prinzip: stark gegen schwach 
  • Die Anfeindungen passieren über einen längeren Zeitraum hinweg und dabei 
  • gibt ganz verschiedene Formen (Gewalttätigkeiten, Ausgrenzen …). 

Cybermobbing passiert (im Gegensatz zum „normalen Mobben“) eben im Netz – und damit kommen zwei Aspekte dazu: das Opfer kennt den/ die Täter nicht und die Angriffe können jederzeit stattfinden. 

Was kann die Schule, der Raum, in dem wir uns ja alle viele Stunden am Tag bewegen, dagegen tun, war unsere Frage? Frau Bernstein ist sich sicher, dass Schule die Vermittlung von Sozial- und Medienkompetenz einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass gewisse „Lebensspielregeln“ auch im Internet Beachtung finden (Lob an unsere Medienscouts – Frau Bernstein würde sehr gern mal an einzelnen Modulen teilnehmen)

Und Eltern, welche Verantwortung kommt ihnen zu? Es ist wichtig, so Frau Bernstein, dass man als Eltern nicht einfach nur das Smartphone anschafft, sondern den Umgang damit auch irgendwie reguliert. Das muss nicht mit so einer fragwürdigen App wie „familywatch“ geschehen, aber es muss ein begleitetes Benutzen stattfinden. 

*Ein interessanter Artike zum Weiterlesen hier.

Welche Tipps hält Frau Bernstein abschließende für uns (und euch) bereit? Nicht so viel preisgeben ist das oberste Gebot (man laufe ja auch nicht nackt durch die Straße, warum dann Nackt- bzw. nackig-Bilder ins Netz stellen?). Sie berichtet uns von einem Härtefall, bei dem eine junge Frau von ihrem Ex-Freund massiv mit einem mal verschickten Nacktfoto erpresst wurde – und das über Monate – bis ein neuer Lebenspartner darauf aufmerksam wurde, die Organisation „Weißer Ring“ einschaltete und dann polizeiliche Ermittlungen begannen. Und es ist ein Gerücht, dass so etwas nur „einfältigen oder naiven“ Menschen passiert – niemand ist davor gefeit. (mehr zu diesem Fall z.B. hier).

*Der „Weiße Ring“ ist übrigens ein Verein, der Opfern von Gewalt und Kriminalität hilft. Klick dich doch mal rein – hier:

Ob sie – durch ihre Arbeit und das, was sie dort erlebt – soziale Netzwerke verteufle, wollten wir noch wissen? Nein, das tue sie nicht, sie mag soziale Netzwerke. Sie ist bei Facebook und auch bei Instagram. Anfeindungen habe sie dort noch nie erlebt, wahrscheinlich, so die Polizistin selbst, weil ihr Profil auch nicht so interessant sei und ihre Follower sich in Grenzen halten – was auch gut sei, denn je mehr Follower, desto eher wird man natürlich auch mit blöden Kommentaren in Berührung kommen. 

Wir Blogger fanden das Gespräch wirklich super spannend. Frau Bernstein hat sich unglaublich viel Zeit genommen und wir sind uns sicher, dass sie als Persönlichkeit, mit der Art und Weise, wie sie das Thema mit uns angegangen ist, eine super Besetzung in den KPO-Team ist. (Dass wir bei unserer Recherche auf die gestoßen sind, liegt übrigens daran, dass Frau Bernstein regelmäßig Schulen besucht und dort informiert und berät). 

Wer weiß, vielleicht haben einige von euch jetzt auch etwas aus unserem Bericht mitgenommen – an Inhalten, Informationen oder sogar auch an Anlaufstellen, die man aufsuchen kann. 

„Menschen + Computer = gut gelaunter Administrator“

Seit 2019 ist er quasi DAS neue Gesicht am ESG – ohne ihn liefe hier im technischen Bereich vieles anders – wahrscheinlich „schiefer“ :-). Er ist wahnsinnig beschäftigt, aber für uns und unsere Fragen hat er sich dennoch Zeit genommen – auch typisch für ihn. Hier also unser Interview mit Felix Kupferschmidt, dem technisch-pädagogischen Leiter (so die offizielle Bezeichnung) unserer Schule:

„Ein Kupferschmidt für alle Fälle“

1. Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?

Ich habe irgendwann in meiner Jugend angefangen, mit Elektronik zu basteln und bin so zu Computern und Elektronik gekommen. Seit meiner Konfirmandenzeit habe ich viel mit Jugendlichen und Kindern gearbeitet und das mache ich bis heute gerne. Die Mischung hat es dann gemacht: Menschen + Computer = gut gelaunter Administrator

2. Wieso sind Sie auf diese Schule gekommen?

Ich wohne in Gütersloh und gab zusätzlich zu meiner Arbeit in Hannover hier an der Altstadtschule Programmierkurse. Darüber habe ich Martin Fugmann kennengelernt und von der Stelle am ESG erfahren.

3. Um was kümmern Sie sich hier?

Das ist ganz vielschichtig. Erstmal kümmere ich mich um alles rund um den Schulserver, aber auch so etwas wie E-Mail, die knapp 100 iPads, das WLAN wird auch von mir betreut.
Ganz wichtig sind auch die Verwaltungscomputer: Wenn man sie einschaltet, bekommen sie automatisch ein sogenanntes Image aufgespielt, das ich inhaltlich in enger Abstimmung mit den KollegInnen anpasse und erzeuge. Aber auch bei den Computern der LehrerInnen helfe ich gerne und häufig. Spannend ist zur Zeit die Planung der Zukunft. Vom Bund gibt es über den „DigitalPakt“ Gelder, mit denen wir neue Technologien anschaffen werden. Details verrate ich noch nicht, nur soviel: Einiges hätte ich zuhause auch gerne!

4. Warum gibt es eigentlich zwei WLANs

Es sind sogar drei, aber das dritte ist unsichtbar. Am WLAN „ESG“ meldet ihr euch mit euren Zugangsdaten an, da könnt nur ihr ran. Gäste können das WLAN „ESGast“ nutzen. Das Kennwort erhalten sie im Sekretariat. Das dritte WLAN ist ein unsichtbares, aber nicht, weil es geheim ist, sondern weil wir es für die Maschinen brauchen wie iPads und die Legamaster Touchscreens, die einen kompletten Android-PC enthalten.

5. Können Lehrer gucken, was die Schüler machen? 

Auf dem Server habt ihr einen ganz eigenen Ordner. Dort kann niemand außer euch reinschauen. In den Klassen- und Tauschordnern dagegen könnt ihr gemeinsam arbeiten. Bei nerdl geht das noch besser. Ich würde sagen: fortschrittlicher.
Natürlich wollt ihr wissen, ob die LehrerInnen in euer Whatsapp schauen können: Nein! Das wär ja noch schöner! Ich denke aber, dass es viel wichtiger ist, dass ihr für euch lernt, was ein verantwortlicher Umgang mit dem Handy und Computern ist. Dabei helfen wir Erwachsenen gerne, würde ich mal ganz positiv sagen. Mehr geht kaum, denn wenn man im Unterricht nicht aufpassen will, kann man das auch ohne Handy tun. Ich habe sehr gerne Käsekästchen unterm Tisch gespielt. Schiffe versenken, Comics mit der ganzen Klasse zeichnen. Oups 

6. Versorgen sie die Medi auch?

Ja, zum Teil. Das WLAN in der Medi ist natürlich von uns und auch die iPads. Das ganze Buchungssystem ist aber an die Stadtbibliothek angeschlossen. Das koordiniert Josephine Peter mit ihrem Team. Übrigens finde ich die Atmosphäre in der Mediothek sehr schöne und ich sitze dort gerne – und bin auch von euch ansprechbar.

7. Wie lange dauert eine Reparatur?

Es kommt darauf an, was repariert werden muss. Manchmal muß ich noch suchen, wo ein Verteilerkasten in der Schule versteckt ist. Bei den PCs sind die Fehler häufig in der Software versteckt. Eine ganze Weile funktionierten kürzlich die Schülermails nicht. Ich bekam erst gar nichts davon mit. Ihr wart alle total entnervt und habt schon begonnen über eure privaten Mails zu senden. Als ich das endlich bemerkt habe (niemand kam auf die Idee einen dicken Beschwerdezettel an mein Büro in M21 zu tackern) dauerte es noch einige Tage inklusive Rückfall, bevor der Fehler beseitigt war. Gebt mir bitte gerne Hinweise. Manchmal erscheint das eigene Problem klein und unwichtig, aber in der Summe ergibt sich etwas, was mir bei der Fehlersuche weiterhilft.

8. Kümmern Sie sich auch um Laptops, die man ausleihen kann? 

Nur am Rande, die gibt es über die CompuTecS. Man kann sie nur als Ersatz leihen, wenn der eigene kaputt ist und eingeschickt wurde. Die CompuTecS berate ich manchmal, aber die meisten Dinge an den Laptops können sie besser als ich. Überhaupt ist allen klar, dass man im Computerbereich ganz alleine kaum durchkommt. Ich freue mich über Tipps und Erfahrungen und gebe meine auch gerne weiter.

9. Entscheidungsfrage: iOS oder Android?

Ich bin Apple Techniker seit dem Abitur. Ich finde Android spannend, da muss man verdammt viel wissen und manche Dinge sind etwas komplizierter. Ich selber mag das Apple System, weil es so intuitiv ist. Was mich sehr reizt, ist die Konfiguration von Android, aber noch mehr von Windows. Und zwar so, dass man alles für die eigenen Bedürfnisse anpasst.
Bei mir liegen zum Beispiel die Programme nicht auf dem Desktop herum, sondern sind im Dock oder in der Taskleiste. Auf dem Desktop liegen nur meine eigenen Dateien in meiner eigenen Unordnung. Das mussten die CompuTecS schon über sich ergehen lassen 😉

10. Was war früher ihr Lieblingsfach, passt das zu ihrem heutigen Beruf?

Es war Physik. Das war mein Lieblings-, aber auch schlechtestes Fach. Das war mir aber egal, ich wollte es einfach wissen. Ich war auch der schlechteste im LK, aber bin als einziger Elektroniker geworden. Zu meiner Ehrenrettung hatte ich die beste Facharbeit mit 14 Punkten. Ich bin Elektroniker und Administrator geworden, andere Raketentechniker, Physiker, Maschinenbauer. Ach ja, das darf ich nicht vergessen: Sozialkunde stand bei mir auch ganz oben!

11. Und was war ihr Hass Fach?

Das hing mit meinem LK-Lehrer zusammen: es war Englisch. Der Lehrer hatte mich auf dem Kieker und ich ihn dann irgendwann auch. Ich war Stammkurssprecher. Eigentlich mochte ich Englisch aber!

12. Wie stehen sie zu Social Media? 

Brauche ich nicht, obwohl ich durchaus auch Chatprogramme wie Threema und Signal nutze. (OK, ich gebe es zu, auch Whatsapp).

Der Name „Social Media“ ist total irreführend. Auf der Suche nach Individualität verirrt man sich im Austausch von Pizzafotos, BeautyTussies und -Mackern und doofen bis schlimmen Posts. Man bildet sich ein, man hätte Freunde. Aber Follower sind nur Klicker. Eine Sekunde, um zu sagen: „Toll, diese Meinung teile ich.“ Und nur eine Sekunde, um wildfremde oder KlassenkameradInnen zu dissen. Das ist vollkommen absurd. Raus mit uns in die Welt, in die Parlamente und natürlich zu unseren Freunden! Wir müssen die Welt retten und nicht den faulen Sofaklickwettbewerb bestehen.

Außerdem macht man Werbung für andere und bekommt nix dafür. Wenn ich zum Beispiel Facebook benutze, mache ich Werbung für Facebook und nicht für mich. Das sind Firmen die mit uns massiv Geld verdienen.

13. Können sie programmieren?

Ja, ich habe einige (steinalte) Programmiersprachen gelernt. Pascal, Basic, Assembler: das ist eine Maschinensprache. Die Computer verstehen keine Wörter, sondern nur Zahlen und jede Zahlenkombination steht für einen Befehl. Ab nächstem Jahr beginnen wir damit, das den 5./6. Klassen beizubringen. Aber mit einer grafischen Programmiersprache an den iPads.

14. Was ist insgesamt ihr Eindruck von unserer Schule?

Der Eindruck von innen ist klasse und durchaus anders als er es von Außen war. Von Außen denkt man, zum ESG gehen die ganzen „Tollen“ und ins Städtische die „nicht so Tollen“. Totaler Quatsch. Es steht und fällt mit jeder Einzelnen. LehrerIn wie SchülerIn. Ich habe viele Kontakte zu den anderen Schulen. Es macht Spaß, sich auszutauschen. Was die SVen mit dem Nachhaltigkeitswettbewerb für alle Schulen abgeliefert haben, war richtig genial! Natürlich habe ich mich total gefreut, als wir den OWL-PoetrySlam in Paderborn gewonnen haben. Ich war live dabei. Da kann ich euch nur gratulieren: Tolle Schule, noch viel tollere SchülerInnen!

15. Was halten Sie von der Digitalität der Schule?

Ich finde, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben einige Themen, die wir noch nicht ausreizen. Digitalisierung ist kein Schulwettbewerb, trotzdem müssen wir alle den Umgang und die Möglichkeiten intensiv üben. Auch natürlich für euer Berufsleben. Das ist ein Aspekt.
Ein anderer: Ich nehme Computer als Erweiterung unseres Geistes wahr. Wir haben sie selber erdacht und so sind sie in meinen Augen durchaus Teil von uns Menschen. Sie nehmen uns nichts weg, sie ermöglichen uns aber so viel mehr. Man muß sie nicht zwangsweise nutzen, sondern nach Bedarf einsetzen. Das kann auch Zocken sein. Spielen gehört zum Menschsein dazu. Aber wir haben immer die Verantwortung für das, was wir selber tun. Und eben auch dafür, was wir mit den Computern tun – und was wir an sie völlig abgeben. Das wirft soziokulturelle Fragen auf. Künstliche Intelligenz berührt sofort unsere menschlichen Werte. Das sollte man nicht einfach so hinnehmen, das müssen wir in der Schule genauso wie daheim diskutieren. Oha, das war jetzt echt theoretisch. Überlegt mal, was der Autopilot tun soll, wenn er nicht mehr bremsen kann: Euch selber gegen eine Wand steuern oder Fußgänger gefährden? Das ist hart, aber es findet bereits statt.

Von Gütersloh nach Malawi und wieder zurück

Heute haben vier Blogger – Katharina, Liva, Felix und Manuel – ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin des ESG geführt. Lea Appelt hat letztes Jahr Abitur gemacht und hat dann drei Monate als Entwicklungshelferin in Malawi gearbeitet.

Wo genau Malawi liegt, das wissen die Blogger jetzt (Lea A. links im Bild)

Über ihre Erfahrungen dort und ihr neues Gefühl für Dankbarkeit hier berichtetet sie heute im Erdkundeunterricht von Frau Kämpken und HIER:

  1. Jetzt bist du ja an deiner alten Schule – werden da gerade Erinnerungen wach? Wenn ja, welche Erinnerungen verbindest du mit dem ESG?

Ich habe mich gefreut, im Lehrerzimmer die ganzen Lehrer zu sehen und auch mit Ihnen zu reden, ich wurde gefragt, was ich so mache. Ich bin aber auch froh, den Lebensabschnitt abgeschlossen zu haben und jetzt was anderes zu machen.

2. Wusstest du in der Schulzeit schon, dass du mal als Entwicklungshelferin ins Ausland gehen möchtest?

Ja, das wusste ich schon. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich mich beworben. Und Afrika lag mir schon immer am Herzen. Dass es nach Malawi geht, wusste ich dann erst bei der Zusage, eigentlich wollte ich nach Sambia.

Interessierte Zuhörer im Unterricht von Frau Kämpken

3. Was oder Wer hat dich dazu motiviert?

Ich würde sagen, meine Gemeinde oder mein Glaube, ich bin ja mit einer christlichen Organisation gegangen. Aber es gab auch viele Freunde, die mich unterstützt haben und mir zugesprochen haben.

4. Wie lange warst du dort?

Drei Monate- von September bis Anfang Dezember

5. Kannst du unseren LeserInnen mal das Aufgabenfeld eines Entwicklungshelfers beschreiben?

Ich war in zwei Waisenhäusern, in einem habe ich acht Mädchen in dem Fach Englisch unterrichtet und in dem anderen haben wir auf dem Feld in der Nähe Mais gepflanzt und wir wollen einen Zaun bauen, damit die freien Tiere da nicht rankommen und das Saatgut fressen oder das Feld zertreten. 

Im Gefängnis haben wir eine Andacht gehalten, Lieder gesungen und ihnen Seife gegeben, da sie keine haben. Dazu noch Bibeln, damit sie etwas zu lesen haben.

6. Hattest du da eine Auswahl an Ländern und Aufgabenbereichen?

Genau, ich hätte auch nach Kanada gehen können, das wäre dann eher Bildung in einem Industrieland. Ich hätte auch nach Japan, Sambia oder Burundi gehen können, da gab es sehr viel Auswahl.

7. Welche Organisation hat dich begleitet und betreut?

Die Liebenzeller Mission. Das ist eine evangelische Organisation.

8. Musstest du im Vorfeld eine Art „Ausbildung“ o.ä. absolvieren?

Ja, ich war zwei Wochen vorher auf einem Vorbereitungsseminar, dort haben wir uns kennengelernt, die Sprache etwas gelernt und viel über die Kultur erfahren. Aber es war keine richtige Ausbildung.

9. Gab es auch Sicherheitsvorkehrungen, die du beachten musstest (Impfungen o.ä.)?

Also, ich habe ganz viele Impfungen machen lassen, wie Gelbfieber, Tollwut oder Hepatitis C und ich habe Malaria Prophylaxe am Anfang genommen.

10. Du hast sicherlich ganz viel erlebt während dieser Zeit – was war der für dich schönste Moment?

Ich habe eine Andacht gehalten bzw. von meinem Leben erzählt vor 300 Männern im Gefängnis, das war ein schönes Erlebnis. Wir haben einmal im Waisenhaus Essen verteilt und das war mega schön, die Kinder so glücklich zu machen, da sie meist Hunger haben und zu wenig zu essen, da die Eltern kein Geld haben.

11. Jetzt, da du wieder in Deutschland bist, hat sich dein Blick auf das Leben verändert?

Ja auf jeden Fall, ich bin dankbarer geworden. Zum Beispiel die Kinder fanden das Auto toll und ich dachte, sie werden niemals Auto fahren, da sie einfach kein Geld dafür haben. Was ich auch krass fand, war, dass ich, als ich das erste Mal wieder einkaufen war, so viel Auswahl hatte im Gegensatz zu den dortigen Verhältnissen. Ich finde auch schade, dass hier viele Menschen sehr kalt sind und zum Beispiel nicht grüßen, aber dort lächeln viele und sind glücklich, obwohl sie kaum etwas haben.

12. Gab es auch gefährliche Situationen oder Situationen, in denen du vielleicht besonders Heimweh hattest?

Auf jeden Fall, ich hatte sehr starke Magen-Darm Probleme, war dort im Krankenhaus und dort war die medizinische Versorgung nicht so gut. Da hatte ich schon sehr Heimweh.

13. Hast du noch Kontakt zu den Menschen dort? Möchtest du da nochmal hin?

Ja, ich habe dort zwei Mädchen kennengelernt, die ich schon als Freundinnen bezeichnen würde. Wir schreiben auch und schicken uns Fotos, zum Beispiel als ich in Dresden war und es geschneit hat.

Ich würde auch gerne nochmal hin.

14. Welchen konkreten Berufswunsch hast du?

Polizei, dort mache ich wahrscheinlich ein duales Studium oder eine Ausbildung. Bei der Bundespolizei oder Polizei.

15. Wen könntest du an dieser Stelle wie motivieren, eine ähnliche Erfahrung zu machen, wie du sie gemacht hast? 

Also ich finde es sehr gut, dass man nach der Schule einfach noch Zeit hat. Alleine schon, weil man das ganze Leben noch arbeitet. Ich würde vor allem Leuten, die überlegen, ob sie es machen sollten, raten es zu tun, da man die Zeit nie mehr hat und auch die Erfahrungen sehr gut sind. Außerdem wird man selbständiger und es ist gut für das Studium und die Ausbildung. Zusätzlich ist es kein kompletter Crash, da man nicht von jetzt auf gleich umzieht. Außerdem lernt man eine neue Kultur kennen, da sagt man immer leicht dahin, aber es ist wirklich gut.

Vielen Dank für das spannende Interview!

Katharina, Lea, Manuel und Felix