Der-Tag-Des: Der 9. November …

1918, 1923, 1938 und 1989 – in diesen Jahren wurde er , der 9. November, jeweils zum „Schicksalsjahr“ für Deutschland: Die Novemberrevolution, die Deutschland in die erste Demokratie, die Weimarer Republik, führte, Hitler unternimmt den Versuch, sich an die Macht zu putschen, die Nazis zerstören jüdische Gotteshäuser und Geschäfte und nach 30 Jahren fällt endlich die Mauer, die Deutschland zum geteilten Land machte. https://www.lpb-bw.de/9_november.html

Wir vom Blog gehen heute auf jeden Fall zum Pogromgedenken (16.00h am Synagogengedenkstein). Dazu nehmen wir hier auf dem Blog den runden Geburtstag des Mauerfalls etwas näher in den Blick. Bloggerin Liva gibt Einblicke und liefert Informationen.

Heute vor genau 30 Jahren wurde die Berliner Mauer geöffnet, die Deutschland 28 Jahre lang in Ost und West trennte.

Die Berliner Mauer trennte die ehemalige DDR (Deutsche demokratische Republik) von der BRD (Bundesrepublik Deutschland). Sie war quasi die 155km lange und 3 Meter hohe Konkretisierung des Konfliktes zwischen den Machthabern in diesen beiden Teilen Deutschlands. Die Mauer war umgeben von Grenzsoldaten, Stacheldraht, Minen und Selbstschussanlagen – es war fast unmöglich, sie zu überwinden. Einigen Menschen ist ist dennoch – manchmal auf spektakuläre Art und Weise – gelungen, andere (weit mehr als 600) bezahlten den Versuch mit ihrem leben.

Vor 30 Jahre fiel also die Mauer – wie kam es dazu?

Es gab Massenfluchten aus der DDR und die sogenannten Montagsdemonstrationen. Zusätzlich öffnete Österreich als erstes die Grenzen für flüchtende DDR- BürgerInnen, allein in den nächsten Tag reisten Zehntausende über Österreich in die BRD, dadurch war der „Eiserne Vorhang“ zum ersten Mal etwas gebrochen. Im Herbst 1989 begann die wirkliche Revolution. Am 1.8.1989 gingen Menschen in Berlin und Leipzig, aber auch in kleinen Städten, auf die Straße und forderten die Öffnung der Grenzen. 

Der entscheidende Moment war die Montagsdemonstration am 9.10.1989 in Leipzig, dort zogen 70.000 Menschen friedlich durch die Straßen bis vor die Stasi-Zentrale. Bei der Übermacht der Bürger kapitulierte die SED (damalige Partei der DDR) und es entstand eine offene Krise.

Die größte Demo war am 4.11.89, als sich in Leipzig eine halbe Millionen Menschen versammelten. Die SED genehmigte diese Demonstration, deren zentrale Forderung die Reisefreiheit war.

Am 7.11 trat Willi Stoph und das gesamte Politbüro der SED zurück.

Am 9.11 erarbeitete das Zentralkomitee der SED einen neuen Reise-Gesetzentwurf der dann an das Innenministerium geleitet, wo an den genauen Regeln gefeilt wurde. Gegen 19.00h verkündete Günter Schabowski, dass das Reisen in den Westen künftig für alle DDR-BürgerInnen möglich sei – auf Nachfrage erkläre er, die Regelung gelte „ab sofort“. Um 21:20h verließen die ersten Bürger die DDR über die Böhmer Brücke. Um 23:30h entschieden die Soldaten die Tore zu öffnen, die Mauer war gefallen und Deutschland wieder vereint.

Ganz aktuell dazu gibt es einen Song des Rappers Eko Fresh. „Gemeinsam mit seiner Community widmet Deutsch-Rapper Eko Fresh dem 30. Jahrestag des Mauerfalls den Song „1989“. Dafür rief der Musiker Jugendliche und junge Erwachsene dazu auf, ihre Gedanken, Hoffnungen und Wünsche anlässlich 30 Jahre Mauerfall zu teilen. In dem daraus entstandenen Song und Musikvideo sind auch seine eigenen Erfahrungen eingeflossen.“ (https://www.bpb.de/mediathek/300202/eko-fresh-1989)

Auch weisen wir euch an dieser Stelle auf die kostenlose App „Die Berliner Mauer“ hin.

http://www.chronik-der-mauer.de/171305/app-die-berliner-mauer

Ebenfalls will die App „MauAR“ die Teilung Berlins auf besondere Art und Weise erlebbar machen. „Augmented Reality (AR) macht es möglich, dich ein Stück weit in die Vergangenheit zu versetzen. Schau durch die Kamera des Telefons und sieh die Berliner Mauer und ihre Geschichte.“

Der-Tag-Des: 29.10. – Happy Birthday Internet

Juliana erinnert euch heute mal daran, wie unsere digitale Kommunikation eigentlich gestartet ist (und was es mit der geheimnisvollen Botschaft „Lo“ auf sich hat …):.

Gestern vor 50 Jahren wurde zum ersten Mal eine Nachricht zwischen zwei Computern verschickt. Die Rechner standen 500 km voneinander entfernt in Los Angeles und Stanford. Sie waren über ein Kabelnetz mit verteilten Knoten verbunden. Das Experiment fand im Auftrag des US-amerikanischen Verteidigungsmisteriums statt. Als die erste Nachricht gesendet wurde, waren keine Reporter oder Kameras da, um das wichtige Ereignis zu dokumentieren. Viele Erfinder haben zur Entwicklung des Internets beigetragen, aber Leonard Kleinrock war ein fundamentale Beiträger zur Theorie von Computer-Netzwerken und des Internets.

Das revolutionäre an seiner Idee war, Computer nicht über eine zentrale Leitstelle, sondern über ein Netz mit verteilten Knoten miteinander zu verbinden. 

Und welche Nachricht hat Leonard Kleinrock vor 50 Jahren nun an seine Kollegen in Stanford verschickt? „LO“: Das Team an der „University of California“ übertrug planungsgemäß ein „L“ und ein „O“, doch als die Wissenschaftler das „G“ von „LOGIN“ senden wollten, da brach der Rechner in Stanford zusammen. So war „LO“ die erste Nachricht, die über das Netzwerk übertragen wurde.

Der Geburtstag des „world wide Webs“ war am 12. März 1989. Dem Physiker Tim Berners-Lee habenwir die Idee eines internetbasierten Netzwerks mit Servern, Webseiten, Links und Browsern zu verdanken. Seine Idee löste eine Entwicklung aus, die heute unseren Alltag prägt.

Der-Tag-Des im September: Tag der Gebärdensprache

In Deutschland sind rund 15 Millionen Menschen hörgeschädigt und ca. 80.000 gehörlos. Bereits 20.000 Menschen benutzen die Gebärdensprache ohne selbst hörgeschädigt zu sein. Zum internationalen Tag der Gebärdensprache – heute am 23. September 2019 – haben wir Valentina Freidenberger eingeladen, die selbst hörgeschädigt ist und an der VHS in Gütersloh Gebärdensprache unterrichtet.

Sie hat uns gezeigt, wie man Blog sagt (aus dem Foto zeigen es Pia, Vanessa und Josefine)

B-L-O-G in Gebärdensprache, cool, oder?!

… und wie wir unseren Namen mit dem Fingeralphabet zeigen können. Außerdem hat sie sich viel Zeit genommen, alle Fragen zu beantworten

  1. Können Sie sich kurz vorstellen?

Mein Name ist Valentina Freidenberger, ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe eine Tochter.

2. Wo haben sie Gebärdensprache gelernt?

Ich bin in Russland geboren und habe dort in der Schule und auch in meinem Familienkreis (meine beiden Cousins sind gehörlos) die russische Gebärdensprache gelernt.

3. Seit wann lehren Sie es?

Seit 2013

4. Was ist ihre Motivation die Gebärdensprache weiterzugeben?

Meine Motivation ist es, die schöne und natürliche Sprache weiterzugeben. Eine Brücke der Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen aufzubauen, um den Alltag der Hörbehinderten zu erleichtern, den hörenden Menschen ihre Angst zu nehmen und die Sprachbarriere abzubauen.

5. Was für Schwierigkeiten gibt es?

Für die Hörenden: Sich komplett auf das Visuelle einzustellen, da sie sehr gewohnt sind, alles akustisch wahrzunehmen, da wir Gehörlosen mit der visuellen Sprache am besten kommunizieren.

Die gesprochene Sprache wird von Stimmbändern, Zunge, Lippen usw. produziert und akustisch wahrgenommen. Die Gebärdensprache wird mit Händen, Armen, Oberkörper usw. im dreidimensionalem Raum (Gebärdenraum) produziert und visuell aufgenommen. Bei der Lautsprache müssen die Wörter nacheinander zu Sätzen geformt werden. In der Gebärdensprache können mehrere Informationen gleichzeitig in einem Gebärdenzeichen ausgedrückt werden. Im Unterschied zu der Lautsprache braucht man in der Gebärdensprache Blickkontakt, sonst bricht die Kommunikation ab.

Da die Gebärdensprache neben Mimik und Körperhaltung insbesondere Handzeichen beinhaltet, werden die Gebärden klar nach Handform, Handstellung, Ausführungsstelle und Bewegung strukturiert.

6. Wo gibt es größten Unterschiede?

Gebärdensprachen sind visuell-manuelle Sprachen, die natürlich entstanden sind. Sie bestehen neben Handzeichen aus Mimik, Blickrichtung, Kopf- und Oberkörperhaltung und Mundbewegungen. Sie verfügen über ein umfassendes Vokabular und eine eigenständige Grammatik, die grundlegend anderen Regeln folgt als die Grammatik gesprochener Sprachen. Gebärdensprachen sind ebenso komplex wie gesprochene Sprachen, auch wenn sie anders aufgebaut sind. Von der Sprachwissenschaft wurde die Gebärdensprache 2002 als eigenständige, vollwertige Sprache anerkannt. Man kann in allen Bereichen (Politik, Sport, Abstraktes) gebärden.

7. Gibt es regionale Unterschiede (Dialekte) in der Gebärdensprache?

Ja, genauso wie bei der Lautsprache. Genau wie man in Bayern anders spricht als in NRW so gebärdet man auch anders. Obwohl die Gehörlosen aus verschiedenen Regionen unterschiedliche Gebärden für mehrere Begriffe verwenden, haben sie fast nie Schwierigkeiten sich zu verständigen. Dies ist teilweise möglich, weil alle Gebärdenden in einer Region die gleichen Regeln der Grammatik der Gebärdensprache benutzen. 

8. Wie macht man auf sich aufmerksam, wenn man ein Gespräch anfangen will?

Am besten versucht man es mit Augenkontakt oder mit Winken. Wenn das nicht funktioniert, dann zum Beispiel mit dem Fuß auf den Boden stampfen, da man dies spürt. Wenn man von hinten kommt, leicht antippen und nicht erschrecken. Sonst kann man auch einfach einmal das Licht an und wieder ausmachen.

9. Ist Gebärdensprache international?

Nein, jedes Land hat seine eigene Gebärdensprache, sie unterscheiden sich von Land zu Land und nochmal von Region zu Region.

Es gibt z.B. amerikanische, französische, schwedische oder chinesische Gebärdensprache. Im deutschen Sprachraum findet man die Deutsche Gebärdensprache (DGS), die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) wie auch die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS)

Die Amerikanische Gebärdensprache (AGS) ist in Teilen von Afrika, Asien und Amerika verbreitet. Die Internationale Sign ist vor allem in Europa und auf politischer Ebene die meist verbreitete Sprache.

Aber die Gehörlosen können auf der ganzen Welt leichter kommunizieren, den Gebärdensprache ähnelt sich untereinander häufiger als Lautsprache.

10. Ist es schwer die Gebärdensprache zu lernen?

Die Gebärdensprache ist für Hörende am Anfang schwer zu erlernen, da vor allem das das visuelle und räumliche Denken in Anspruch genommen wird. Diese Art von Kommunikation muss geübt sein.

Jeder hat verschiedene Begabungen und Motivationen, so dass manche schneller das DGS lernen und manche langsamer. Bei diesem Spracherwerb ist der Lernprozess, wie bei jeder anderen Sprache auch, lang und benötigt viel Geduld und Ausdauer.

11. Wie verständigen Sie sich im Alltag?

Die Lautsprache von den Lippen ablesen, schriftlich per WhatsApp, SMS oder auf Papier schreiben. Für uns ist aber die Kommunikation in Gebärdensprache am besten geeignet für jeden Lebensbereich.

12. Wie zeigt man Eigennamen?

Die Namensgebärde der Person geht entweder nach dem Fingeralphabet oder es gibt eine bestimmte Namensgebärde. Diese richtet sich nach Aussehen, Nachnamen, Hobby, Spitzname oder besonderen Merkmalen. Während man die Namensgebärde macht, spricht man trotzdem denjenigen Namen. 

Frau Freidenberger (Mitte) und wir- die neugierigen Blogger!

Es war wirklich ein ganz informatives Gespräch und wir bedanken und recht herzlich bei Frau Freidenberger für ihre Zeit! Danke, danke, danke!!!

Die Blogger!

9/11

Der Tag, an dem die Welt den Atem anhielt …

Am 11. September 2001 steuerte Terroristen zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York und ein Flugzeug in das Pentagon in Washington. Mehr als 3000 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben.

Man kann nicht oft genug daran erinnern …

Der-Tag-Des: 01. September 2019 – Gedenktag zum Beginn des Zweiten Weltkrieges

Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, begann der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen. Von vornherein trug dieser Krieg als Vernichtungskrieg eine ganz neue Dimension der Kriegsführung. Auch wenn Joseph Goebbels im Jahr 1943 die Menschen noch für den „totalen Krieg“ begeistern wollte, war mit der Schlacht um Stalingrad das Schicksal der Deutschen im Krieg jedoch besiegelt.

Der Krieg, der bis ins Jahr 1945 andauerte, kostete weltweit mindestens 5 Millionen Menschen das Leben, legte Städte und Dörfer in Trümmern und löste eine riesige Flüchtlingswelle aus.

Wir vom Blog möchten euch heute auf zwei Dinge in eurer Nähe aufmerksam machen, die mit diesem Gedenktag zusammenhängen.

Am 1. September findet in der Martin-Luther-Kirche um 5.45h ein ökumenischer Gottesdienst statt, der an den Jahrestag des Kriegsausbruch erinnern soll. Warum sooooooo früh?! „Seit 5.45h wird zurückgeschossen“ – dies hat Adolf Hitler in seiner Rede am 1. September 1939 verkündet, mit der er den Angriff auf Polen begründete.

Heute, am Samstag, startet auf dem Sender KiKa eine Serie, die erklären will, was damals passiert ist und wie das Leben in dieser Zeit speziell für Kinder war. „Der Krieg und ich“ – die erste Folge startet heute um 20h und ist ab 10 Jahren. Mehr Infos dazu: https://www.kika.de/der-krieg-und-ich/sendungen/sendung114236.html

Der-Tag-Des im Juli: 4. Juli: Happy Independence Day

Diesen Monat hat sich Liva um den „Tag-des“ gekümmert. Ihr fiel dieser hier ins Auge:

Schon relativ am Anfang dieses Monats kommt dieses Mal der „Tag-des“.  

Heute ist nämlich der 4 Juli. Klingt jetzt erst einmal für uns nicht so interessant. Aber tatsächlich ist der 4 Juli – oder auch 4thof July – ein historisch wichtiger Tag für die Amerikaner, denn sie ehren und feiern ihn als Unabhängigkeitstag – als der Tag der Loslösung von der britischen Kolonialherrschaft.

Ein paar historische Hintergründe brauchen wir also, um zu verstehen, worin die Besonderheit dieses Tages liegt.
Er erinnert an die verbindliche Erklärung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten durch den Kontinentalkongress am 4. Juli 1776 (*der Nationalkongress – das war übrigens ein Zusammenschluss von Abgeordneten der 13 Kolonien Amerikas). An jenem Tag wurden die ehemals englischen Kolonien – also die 13 (s. Abb.) – erstmals in einem offiziellen Dokument als „Vereinigte Staaten von Amerika“ bezeichnet.

So wird dieser Tag heute noch als der Tag der Staatsgründung angesehen und gefeiert, obwohl die eigentliche US-Verfassung erst am 21. Juni 1788 entstand.

Heute feiert man diesen Tag mit Picknicks, Paraden, Feuerwerken und das öffentliche Hissen der amerikanischen Flagge. 

70 Jahre Grundgesetz – deine Chance auf einen tollen Gewinn

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt„, ein Satz, der vielen von uns ganz geläufig und zum Glück auch ganz selbstverständlich erscheint.

Doch wo steht der eigentlich geschrieben (und ist er heute eigentlich noch so selbstverständlich)?

Im Artikel 1 unseres Grundgesetzes – und die Gründerväter dieses Textes stellten diese Aussage an vorderste Stelle, weil es in der Vergangenheit eben k e i n e Selbstverständlichkeit war, die Würde aller Menschen zu achten und zu schützen. Sämtliche Grundrechte stehen am Anfang des Grundgesetztes zum Schutz hoher Wert des Einzelnen, zur Bindung aller Gewalten an Grundrechte und zum Schutz von Rechtsstaat und Demokratie.

Vielleicht hat der ein oder andere von euch auch schon mal die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes bei einer Sight-Seeing-Tour in Berlin, am Jakob-Kaiser-Haus, gesehen?!

Das Grundgesetz (GG) wurde am 23. Mai 1949 erlassen (feiert also heute seinen Siebzigsten und rutscht natürlich in unsere Rubrik DER-TAG-DES) und einen Tag später trat es als Verfassung des neugegründeten westdeutschen Staates – der Bundesrepublik Deutschland (BRD) – in Kraft.  Alle wichtigen Rechte und Pflichten der Bürger und des Staates stehen in diesem Dokument. Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gab sich am 30. Mai 1949 eine eigene Verfassung. Erst im Zuge der Wiedervereinigung – konkret mit dem 3. Oktober 1990 – wurde sie zur Verfassung des gesamten deutschen Volkes.

Wir Blogger haben uns das Grundgesetz mal genauer angesehen – eine erstaunlich interessante Lektüre, zu der wir euch nun auch anregen möchten. Nebenbei beantwortet ihr uns dann die folgenden 10 Fragen und gewinnt einen tollen Preis! Wie das geht? Fragen lesen, auf Antwortsuche im GG gehen und dann die Antworten (bitte durchnummeriert) in den Kommentar stellen.

Den ganzen Text könnt ihr übrigens hier nachlesen: http://www.gesetze-im-internet.de/gg/GG.pdf

Hier kommen die Fragen:

*Übrigens: Irgendwie passend: Heute ist auch die Junior-Wahl … Demokratisches Denken und Handeln in Aktion!

Der-Tag-Des: Der 8. Mai – kein Tag zum Feiern, aber ein Tag der Befreiung

So hat es der ehemalige Bundespräsident Richard Weizsäcker (1920-2015) in seiner meilensteinartigen Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes ausgedrückt – ein Ereignis, an das wir euch heute in der Rubrik „Der-Tag-des“ erinnern möchten.

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos und der Zweite Weltkrieg in Europa endete. Geschätzt 55 Millionen Menschen kostete er das Leben (das ist mehr als die heutige Einwohnerzahl Spaniens). Sie sind gefallen an der Front, ermordet in den Konzentrationslagern, verbrannt in Bombennächten, gestorben an Hunger, Kälte und Gewalt auf der großen Flucht (vgl. hier).

Die Rede, die Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 im Bundestag gehalten hat, gilt als besonders richtungsweisend bezüglich einer adäquaten Form der Erinnerung und Aufarbeitung.

Lest hier einen Auszug aus der Rede:


„Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mussten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen. 
Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern. Die Menschen, die ihn bewusst erlebt haben, denken an ganz persönliche und damit ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Der eine kehrte heim, der andere wurde heimatlos. Dieser wurde befreit, für jenen begann die Gefangenschaft. Viele waren einfach nur dafür dankbar, dass Bombennächte und Angst vorüber und sie mit dem Leben davongekommen waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Niederlage des eigenen Vaterlandes. Verbittert standen Deutsche vor zerrissenen Illusionen, dankbar waren andere Deutsche für den geschenkten neuen Anfang…
Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte. 
Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen. 
Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.“ 


(Richard von Weizsäcker, Rede zum 8.Mai)

Auch nicht vorenthalten wollen wir wir euch in diesem Zusammenhang die folgende Nachricht, die wir gestern in der NW für euch #mitgelesen haben. Anne Frank wäre dieses Jahr 90 geworden, aber auch sie fiel den Nationalsozialisten zum Opfer. Ihre Tagebücher haben die schreckliche Zeit überlebt und gehören zur Liste des Weltdokumentenerbes.

DER-TAG-DES: Der Angriff auf Guernica am 26. April 1937

Leah W. aus der 9d klärt euch darüber auf, was heute bzw. gestern vor 82 Jahren in der baskischen Stadt Guernica geschah – ein Ereignis, dass Pablo Picasso zu einem seiner berühmtesten Gemälde inspirierte (s. Beitragsfoto).

Der Luftangriff auf Guernica – ein Beitrag von Leah W.

Am 26. April 1937 wurde ein Luftangriff auf die spanische Stadt Guernica während des spanischen Bürgerkrieges gestartet. Dieser Krieg gilt als Vorbote des Zweiten Weltkrieges.

Deutschland und Italien unterstützten den General Francisco Franco bei seinem Putsch, die gewählte spanische Republik zu stürzen, um eine Diktatur umzusetzen. Diese Unterstützung bekam Franco, weil Hitler fürchtete, dass Spanien sonst den Kommunisten in die Hände fallen könnte. Diese könnten sich im Zweiten Weltkrieg mit Frankreich gegen Hitler verbünden.

Die deutsche Legion Condor, welche das erste Mal eingesetzt wurde und aus über 100 Flugzeugen und 5000 Mann bestand, sowie die Flieger der italienischen Corpo Truppe Volontarie bombardierten die Stadt Guernica mithilfe Fliegerbomben um 16.30 Uhr. Bis 18.00 Uhr stand die Stadt unter Beschuss. 

Später stellte sich heraus, dass sich der Luftangriff allein gegen die Zivilbevölkerung Guernicas zu richten schien, da wichtige militärische Ziele wie etwa die Rentería-Brücke am Stadtrand den Angriff schadlos überstanden.

Durch den Angriff wurde 80% der Stadt zerstört. Während die früheren Schätzungen von 2000 Toten mittlerweile für übertrieben gehalten werden, schätzt man die Anzahl der Toten nun auf 200-300. Nach dem Angriff nahmen General Francos Truppen die Gegend und die Stadt ohne Widerstand ein.

Erst 1997 bat Bundespräsident Roman Herzog bei einem Besuch in Spanien offiziell im Namen Deutschlands um Entschuldigung für den Angriff. Guernica bekam einen Zuschuss von drei Millionen DM für den Bau einer Sporthalle. In Berlin erhielt eine Straßenkreuzung den Namen Guernica-Platz.

3. Oktober 2018 – 28 Jahre Wiedervereinigung

Am 9. November 1989 ist die Mauer gefallen – deshalb dürfen wir alle heute mal ausschlafen! Und mit alle meinen wir alle, denn dieser Feiertag wird in ganz Deutschland (bundesweit) gefeiert, das ist gesondert im Rahmen eines Staatsvertrags durch den Bund festgelegt.

Wir Blogger möchten euer geschichtliches (Grund-)Wissen heute etwas aufpolieren und euch auf interessante Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung aufmerksam machen.

Unter dem folgenden Link findet ihr mehrere „guided tours“ rund um alle interessanten Aspekte der Berliner Mauer.
http://www.chronik-der-mauer.de/guidedtour/

Die App „Die Berliner Mauer“, mit der ihr zu den Resten der Berliner Mauer „reisen“ könnt, findet ihr hier:http://www.chronik-der-mauer.de/171305/app-die-berliner-mauer

Wir runden unser Geschichtsbuch-Input mit einer Quizfrage ab: Warum ist denn nicht der 9. November der „Tag der deutschen Einheit“ geworden?! Antworten in den Kommentar!

Viel Erfolg und einen schönen Feiertag!

Die Blogger!