Ein neues Gesicht am ESG – Frau Rusche im Blog-Interview

Gestern hatten wir Blogger mal wieder Besuch in unserer Sitzung. Es gibt ja ein neues Gesicht am ESG , welches wir euch noch nicht vorgestellt haben: Frau Maria Rusche. Heute holen wir das also nach – viel Spaß beim Kennenlernen! 

  1. Welche Fächer unterrichten Sie? 
    Chemie und Biologie 
  2. Wo haben Sie studiert?
    Ich habe mein Studium in Bonn begonnen, dann habe ich mich für eine Zeitlang auf Reisen begeben und Praktika gemacht, nach zwei Semestern habe ich ein Auslandsemester in Finnland absolviert und schließlich habe ich an der Uni Bielefeld meinen Abschluss gemacht. 
  3. Wo haben Sie Ihr Referendariat gemacht? 
    Ich habe kein Referendariat gemacht, sondern bin eine sogenannte Seiteneinsteigerin. Ich habe nicht auf Lehramt, sondern auf Diplom studiert und mein Diplom in Biologie gemacht und hatte Chemie im Nebenfach. Ich habe dann auch lange in der Wissenschaft gearbeitet, dann aber festgestellt, dass mir das reine Wissen-Ansammeln nicht so sehr gefiel. Ich hatte das Gefühl, dass ich dieses Wissen auch gern weitergeben würde. Wissenschaft, das Studieren und Forschen im Elfenbeinturm war nicht das Richtige für mich. Natur und Umweltschutz war und ist mir immer total wichtig und ich möchte etwas machen, mit dem ich direkt an die nächste Generation anknüpfe – so bin ich zum Lehramt gekommen. 
  4. Seit wann sind Sie am ESG tätig?
    Seit dem Halbjahr, also seit dem 3. Februar.
  5. Wie viele Stunden unterrichten Sie derzeit? 
    Ich habe eine 70% Stelle, das sind 18 Unterrichtsstunden.
  6. Wo sind Sie so eingesetzt?
    In Bio momentan in den Klassen 5 und 6 und in der EF und Q1, in Chemie bin ich in der 7 und 8 zu finden.
  7. Gibt es ein Thema, auf das Sie sich besonders freuen, das Sie besonders gerne unterrichten?
    Ach, ich finde alle Jahrgänge und die da verorteten Themen haben ihren Reiz. Derzeit freue ich mich auf die Pflanzenexperimente in Klasse 5. 
  8. Wie gefallt es Ihnen denn bis jetzt am ESG? 
    Gut, es ist anders als die Schule davor! An die Digitalisierung habe ich mich schon gewöhnt, ich finde mich mittlerweile in Bezug auf die Räume zurecht und ich mag die tolle, wissbegierige Schülerschaft hier.
  9. Denken Sie, dass Sie eine strenge Lehrerein sind?
    Schwierig, das selbst einzuschätzen. Ich glaube, ich bin grundsätzlich locker, humorvoll und entspannt und  so streng, wie ich sein muss. 
  10. Wohnen Sie auch in Gütersloh? 
    Nein, ich wohne mit meinem Mann und meinen zwei Kindern in Bielefeld.
  11. Entscheidungsfragen: Meer oder Berge?
    Berge
  12. Schokolade oder Gummibärchen?
    Schokolade
  13. Sommer oder Winter?
    Winter 
  14. Kochen oder kochen lassen?
    Kochen lassen 
  15. StarWars oder Harry Potter?
    Harry Potter (habe ich gerade noch gehört …)
  16. Wäre es für Sie auch denkbar, Bio-bili zu unterrichten?
    Ja, auf jeden Fall. Zu Hause spreche ich mit meinen Kindern nur Englisch. Meine Englischkenntnisse habe ich durch meine vielen Auslandsaufenthalte während meines Studiums verbessert und verfestigt. Als wir eine noch in Holland gelebt haben, war meine – und die meiner Familie – Lebens- und Arbeitssprache Englisch, ebenso in Finnland. Also, das wäre durchaus eine Option für mich.
  17. Sie scheinen viel rumgekommen zu sein – was sind denn so ihre Top 3 Länder?
    Auf jeden Fall Finnland (weil ich den Winter so sehr liebe ), Kanada und Neuseeland
  18. Und jetzt hier in OWL – wie gefällt es Ihnen (oder zieht es Sie schon wieder in die Ferne)? 
    Nein, ich mag die Mentalität und die Gegend hier – es ist eine gute Wahlheimat!

Dann hoffen wir, dass Sie nicht nur in OWL, sondern vielleicht auch am ESG Wurzel schlagen können! Herzlichen Danke für Ihre Zeit und das nette Gespräch! 

Frau Rusche im Kreise viele (Neu-)Blogger/Innen

Der Wunsch: Stereotype Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit sollten verschwinden – Frau Milse im Blog-Interview

Am 8.3.2020 ist internationaler Weltfrauentag. Wir Blogger haben uns in unserer Rubrik „Der-Tag-Des“ mit diesem Tag mal genauer beschäftigt und in zwei interessanten Interviews u.a. herausgefunden,

  • seit wann dieser Tag den Frauen gewidmet ist,
  • warum dieser Tag begangen wird,
  • wieso ein solcher Tag auch im Jahre 2020 noch seine Berechtigung hat
  • und weshalb dieser Tag nicht nur die Frauen etwas angeht.

Zunächst haben wir ein Interview mit einer Lehrerin des ESG geführt – mit Frau Tanja Milse.

Zunächst haben wir einige allgemeine Fragen zu Ihrer Person:

  • Wie lange sind Sie schon Lehrerin am ESG?

Schon sehr lange 🙂 Ich bin am ESG 1998 als Referendarin gestartet und geblieben

  • Was sind Ihre Fächer?

Deutsch, Wirtschaft/Politik und Pädagogik

  • Welche Bereiche obliegen noch Ihrer Verantwortung? 

Ich bin für die Didaktische Koordination am ESG zuständig. Das bedeutet, dass unsere Schulentwicklungsprozesse miteinander verzahnt, einzelne Bereiche evaluiert und dann ggf. angepasst werden, dass die Schulentwicklungsmaßnahmen nachhaltig umgesetzt und soweit es nötig bzw. wünschenswert ist, vereinheitlicht werden, um Verlässlichkeit für alle ESGler*innen zu schaffen.

  • Wollten Sie immer schon Lehrerin werden?

Ich hatte als Schülerin ein sehr schwieriges Verhältnis zur Schule, daher nein. Mein Interesse ist erst im Rahmen eines Schulpraktikums entfacht worden.

  • Hätte es einen alternativen Berufswunsch gegeben?

Als Schülerin wollte ich gerne Jura studieren und dann Politikerin werden.

Dann möchten wir Ihnen gerne ein paar Fragen im Zusammenhang mit dem Weltfrauentag stellen:

  • Finden Sie einen Tag wie den Weltfrauentag heute noch wichtig und notwendig? 

Auf jeden Fall. Es muss ihn so lange geben, bis Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern eine Selbstverständlichkeit ist. Momentan gibt es ja auch viele rückwärts gerichtete Entwicklungen.

  • Wenn ja, in einigen Bundesländern ist dies ein Feiertag, würden Sie das auch für NRW befürworten?

Ich finde, es sollte eher einen Tag geben, der generell Gleichberechtigungsbestrebungen gewidmet ist. Das schließt alle Menschen mit ein. Ziel muss es doch sein, die Würde, Freiheit und Gleichheit eines jeden Individuums anzuerkennen. 

  • Es gibt Menschen, die den Weltfrauentag böswillig als „feministisch überzogen“ ansehen und Menschen, die diesen Tag begehen, abwertend als „Emanzen“ betiteln. Könnten Sie uns die Begriffe „Feminismus“ und „Emanzipation“ einmal definieren? Und im Anschluss vielleicht auf solche Äußerungen reagieren?

Bei Emanzipation handelt es sich im Wesentlichen um die Herauslösung aus Unmündigkeit. Das bedeutet, dass Menschen zum Subjekt ihrer Identitätsgestaltung werden, basierend auf reflektierten, eigenen Wertvorstellungen, die natürlich auch gesellschaftliche Anforderungen mit einbeziehen, aber eben nicht ausschließlich dadurch bestimmt sind, was andere von einem erwarten, wie Eltern, Lehrkräfte, die eigenen Gruppen, in denen man sich bewegt usw.

Feminismus bezieht sich darauf, dass bestehende Geschlechterordnungen kritisch überprüft und im Hinblick auf Gleichberechtigung und Selbstbestimmung weiterentwickelt werden.

Das ist schon interessant, wenn Menschen derartige Bestrebungen abwerten und hat viel mit ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur zu tun.  Ich schiebe mal einen Werbeblog für das Unterrichtsfach Pädagogik ein; dort ist zu lernen, warum Menschen derartige Abwehrreaktionen zeigen oder es „nötig“ haben, andere Personen und offene Haltungen zu verunglimpfen. Es geht ja gerade nicht darum, einer bestimmten sozialen Gruppe, wie Männern, etwas wegzunehmen, sondern der oder dem einzelnen zu ermöglichen, sich frei von Rollenklischees zu entfalten und nach persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben zu leben und die Gemeinschaft konstruktiv weiterzuentwickeln.

  • Wir Blogger haben in den letzten Wochen immer mal wieder rumgefragt und uns umgehört unter Ihren Kollegen, welche Frauen als “irgendwie besonders” empfunden werden, vielleicht als Vorbild oder einfach nur als “inspirierend” – Welcher Name kommt Ihnen da in den Sinn?

Oh, ganz viele: Angefangen bei Astrid Lindgren, die mit Pippi so eine starke, unabhängige Figur für viele Kinder geschaffen hat. Luise F. Pusch (obwohl sie Städterin war 🙂 ) und deren Nichte ich mal unterrichten durfte. Sie hat eine riesige Datenbank FemBio erstellt, die die Biographien von Frauen sichtbar macht, die in keinem Geschichtsbuch jemals vorkamen. Auch Alice Schwarzer, wenngleich sie sicherlich in Bezug auf ihre Person nicht ganz unkritisch zu sehen ist, so hat sie u.a. mit ihrer Zeitschrift EMMA dafür gesorgt, die Belange von Frauen immer wieder sichtbar zu machen und weitsichtig Probleme, wie Männergewalt, Extremismus und Sexismus zu benennen. Das waren oder sind in den meisten Mainstreammedien überhaupt keine Themen. Ich schätze Dunja Hayali, die trotz persönlicher Anfeindungen und shit storms, immer wieder gegen Diskriminierung und Rassismus eintritt, Carolin Kebekus, extrem witzig und gnadenlos böse, und nicht zuletzt, unabhängig von Parteipositionen, unsere Bundeskanzlerin, die sehr uneitel eine zumeist sehr sachorientierte Politik macht und sich zunehmend mit Blick auf ethische Prinzipien positioniert, auch wenn sie unbequem sind.

  • Sie haben den Blog den Anfangszeiten mal angeschrieben und darauf verwiesen, dass es wichtig sei, Artikel “gendergerecht” zu verfassen. Können Sie einmal erklären, was das ist und uns erläutern, warum Sie das so wichtig finden? 

Letztendlich geht es um geschlechterbewussten Sprachgebrauch, durch den eben alle Geschlechter und somit auch die Gleichstellung zwischen ihnen abgebildet wird. Dies kann durch Doppelnennungen oder durch geschlechtsneutrale Formulierungen, wie Lehrkräfte, erfolgen. Sprache hat eine ungeheure Macht, in dem sie in unseren Köpfen Bewusstsein schafft und Bilder erzeugt. Diese bleiben im Gedächtnis und prägen unsere Denkmuster. Wenn ich also nur rein männliche Formen für beide Geschlechter verwende, sind Mädchen und Frauen eben „nur“ mitgemeint. Das ist eine Bewertung, fühlt sich auch so an und kann sich letztendlich auf das Selbstverständnis auswirken. Untersuchungen zeigen zudem, dass Mädchen und Frauen sowie andere Geschlechter sich z.B. bei Stellenangeboten gar nicht erst adressiert fühlen. 

  • Was meinen Sie: Sollten die Schulbücher gendern?

 Auf jeden Fall!

  • Sollte das Thema im Unterricht aufgegriffen und behandelt werden?

Ja. Es ist aber auch z. B. in Deutsch-Lehrplänen bereits vorgesehen, wie im Rahmen der Jahrgangsstufe 9 im Zusammenhang mit Sprachwandel.

  • Sollte es Ihrer Meinung nach einen Welt-Männertag geben? 

Die Trumps, Putins, Erdoğans dieser Welt feiern sich doch schon täglich selber. 

  • Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass Sie sich mit diesem Thema näher beschäftigt haben? 

Ich hatte in meinem Studium sehr gute Professorinnen, die über patriarchale Strukturen aufgeklärt und sich für deren Überwindung eingesetzt haben. Das hat mein damaliges Weltbild nachhaltig verändert.

  • Haben Sie schon mal Ungerechtigkeiten oder Nachteile erlebt, weil Sie eine Frau sind? 

Nicht, dass es mir bewusst wäre.  

  • Letzte Woche haben wir nach der Meinung der Schüler zu phasenweise geschlechtergetrenntem Unterricht gefragt. Was ist Ihre Meinung dazu?

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Eigentlich finde ich es problematisch, wenn die Unterschiede zwischen Geschlechtern betont werden, weil sie dadurch eine viel größere Bedeutung bekommen, obwohl sie in Relation zu den Gemeinsamkeiten erheblich geringer sind. Viele Studien zeigen aber, dass gemeinsamer Unterricht von Mädchen und Jungen, die sogenannte Koedukation, die Gefahr birgt, dass Jugendliche sich eher traditionellen Geschlechterrollen anpassen. Mädchen fühlen z.B. größere Unsicherheiten, wenn es um Fächer wie Informatik, Mathe oder Physik geht, was nicht so ist, wenn sie an reinen Mädchenschulen unterrichtet werden.  Jungen geben sich in gemischtgeschlechtlichen Lerngruppen betont cool und grenzen sich gegenüber klischeehaft nicht männlich zugeordneten Inhalten oder Eigenschaften ab.

Das äußert sich beispielsweise auch am ESG, wenn wir uns das Fächerwahlverhalten in der Oberstufe anschauen – so gibt es z.B. in meinem Pädagogik Lk nur einen männlichen Schüler. 

Statt aber Geschlechter im Unterricht zu trennen, gibt es die Idee der sogenannten reflexiven Koedukation, des geschlechtersensiblen Unterrichts, in dem Mädchen und Jungen spezifisch gefördert werden, in dem Bewusstsein, dass sie möglicherweise unterschiedliche Erfahrungen, Verhaltensweisen und Einstellungen mitbringen. Geschlechterstereotype Rollenzuweisungen beginnen bereits in manchen Elternhäusern und wir werden insbesondere in Medien damit dominiert.

Das ESG hat als einen Schulentwicklungsschwerpunkt „Personalisierung“ gesetzt, die darauf abzielt, im Unterricht die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zu berücksichtigen. Weg von frontalen Unterrichtsszenarien orientiert an der ganzen Klasse, hin zu individualisierten Lernwegen. Personalisierung beinhaltet auch die Unterschiedlichkeit der Personen wertzuschätzen. Damit verliert die Trennung von Jungen und Mädchen im Unterricht an Notwendigkeit.

12. Was wäre ihr Wunsch für die Zukunft in Bezug auf das Thema Gleichberechtigung? Vielleicht mal eine Schulleiterin am ESG – das hat es auch noch nicht gegeben … 

Mein Wunsch wäre es, neben der Beseitigung struktureller Ungleichheiten, wie Unterschiede in der Bezahlung bei vergleichbaren Tätigkeiten oder den Zugangschancen zu Führungspositionen, dass stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit an Bedeutung verlieren und verschwinden. Menschen sollen sich stattdessen mit ihren individuellen Facetten und Kompetenzen wahrnehmen. Wenn diese dann den hohen ESG Schulleitungsanforderungen gerecht werden, darf es gerne auch eine Schulleiterin sein 🙂 .

Wir bedanken uns für dieses ausführliche und sehr informative Interview, aus dem wir viel mitnehmen rund um das Thema „Weltfrauentag“.

Die Stadt Gütersloh beschäftigt übrigens eine Frauenbeauftragte – wir haben uns gefragt, was die wohl so macht und wie der Weltfrauentag von einer Frauenbeauftragten so gewürdigt und gefeiert wird. STAY TUNED – auch dieses Interview werden wir im Laufe der Woche hier veröffentlichen!

Die Polizei zu Besuch in einer Blog-Redaktionsitzung

Letzte Woche hatten wir im Blog Besuch von Frau Kirsten Bernstein-Rivers, Kriminaloberkommissarin von der Polizei Gütersloh. 

Frau Bernstein ist 39 Jahre alt, arbeitet schon seit 20 Jahren bei der Polizei und dort seit nun fast 5 Jahren tätig im Kommissariat für Gewaltprävention und Opferschutz, d.h. sie berät und betreut Opfer von Straftaten, vorrangig geht es dabei um häusliche Gewalt, Missbrauchsprävention und – vor diesem Hintergrund sind wir auf sie aufmerksam geworden – Gefahren im Netz.

Jetzt erwartet ihr hier bestimmt das übliche Frage-Antwort-Interview, aber da müssen wir euch enttäuschen.

Wie immer waren wir Blogger natürlich ausgestattet mit einer Menge Fragen (einem insgesamt 5 Themen und über 20 Fragen umfassenden Katalog) und haben während des Gesprächs – ja es war doch mehr ein informatives Gespräch, als ein klassisches Interview – gemerkt, dass einige Aspekte rund um das Thema „Gefahren im Netz“ total komplex und stark vom Einzelfall abhängig sind. 

Deshalb hier unsere Zusammenfassung dieses total interessanten einstündigen Gesprächs. 

Zunächst: Wie kommt man eigentlich zur Polizei? Heutzutage schließt sich an die Schulzeit ein Studium an der Fachhochschule an. Frau Bernstein hat nach dem Abitur (am Städtischen 🙂 ) eine Ausbildung bei der Polizei begonnen. Ihre Beweggründe bezeichnet sie als „nieder“, denn es war tatsächlich die Liebe zum Sport. Die „Testphasen“ im Beruf verliefen dann jedoch ganz gut und so ist sie (mit zwischenzeitlichem Abstecher in die Politikwissenschaft) bei der Polizei geblieben. Dort hat sie im Wachdienst gearbeitet, war als Radstreife unterwegs oder auch in der Veranstaltungsbetreuung. Nach einem Jahr Elternzeit war dann aber irgendwie auch beruflich Zeit für etwas Neues und so kam die Ausschreibung um die Stelle im KPO ganz richtig. Nach einem Auswahlverfahren hat Frau Bernstein dann auch die Stelle bekommen und arbeitet dort nun schon fast 5 Jahre. 

Einer unserer Fragenblöcke bezog sich natürlich auf das kürzlich wieder aktuell gewordene Thema der Beichtseiten auf Instagram (vielleicht habt ihr die Durchsage von Herrn Fugmann noch im Ohr, in der er dazu aufforderte, die Seite umgehend zu löschen, da die Schule sich sonst vorbehalte, Anzeige zu erstatten). Uns hat interessiert, ob das wirklich geht. Ja, so die Antwort, das geht. Ein solcher Fall werde dann „polizeilich geprüft und bearbeitet“. Dass die Beichtseiten immer mal wieder ins Visier der Polizei fallen, liege z.B. auch daran, dass in diesen Foren dann auch schon mal der Begriff „Amok“ gefallen sei und man dann natürlich sehr hellhörig werde. Der Weg, den Schüler oder Schülerin unserer Schule gewählt haben (also den Schulleiter zu informieren), findet Frau Bernstein sehr gut, denn es ist natürlich sehr schwer, diese Dinge untereinander zu lösen. Tipp der Polizistin an LehrerInnen: Totales Raushalten aus diesen Foren! (Übrigens: Es ist wohl auch zu positiver Unterstützung für Betroffene via Beichte gekommen – auch das kann es da geben!). Man kann übrigens nicht strafrechtlich belangt werden, wenn man solchen Seiten folgt. Am ehesten kann man den Admin, also den Betreuer einer solchen Seite ermitteln, ansonsten zeigen sich Instagram und Co. nicht gerade kooperativ in der Zusammenarbeit mit der Polizei – „die müssen nichts rausrücken, wenn sie nicht wollen“. Auch die sogenannten „Meldefunktionen“ wie bei TikTok funktionieren doch nur sehr zeitverzögert. Hier ist es für die Polizei wirklich wie ein bisschen wie der „Kampf gegen Windmühlen“. Strafmündig ist man in Deutschland übrigens mit 14 Jahren.

Dann wollten wir noch etwas wissen zum Thema Cybermobbing. Wir mussten uns in einer Gegenfrage nochmal selbst vergewissern, ob wir den Begriff Mobbing (der ja auch gern mal sehr schnell und inflationär für jegliche Ärgerei benutzt wird) eigentlich definieren können. Das hat ganz gut geklappt: 

  • Meist sind es mehrere Personen, die gegen eine Person hetzen
  • Das Prinzip: stark gegen schwach 
  • Die Anfeindungen passieren über einen längeren Zeitraum hinweg und dabei 
  • gibt ganz verschiedene Formen (Gewalttätigkeiten, Ausgrenzen …). 

Cybermobbing passiert (im Gegensatz zum „normalen Mobben“) eben im Netz – und damit kommen zwei Aspekte dazu: das Opfer kennt den/ die Täter nicht und die Angriffe können jederzeit stattfinden. 

Was kann die Schule, der Raum, in dem wir uns ja alle viele Stunden am Tag bewegen, dagegen tun, war unsere Frage? Frau Bernstein ist sich sicher, dass Schule die Vermittlung von Sozial- und Medienkompetenz einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass gewisse „Lebensspielregeln“ auch im Internet Beachtung finden (Lob an unsere Medienscouts – Frau Bernstein würde sehr gern mal an einzelnen Modulen teilnehmen)

Und Eltern, welche Verantwortung kommt ihnen zu? Es ist wichtig, so Frau Bernstein, dass man als Eltern nicht einfach nur das Smartphone anschafft, sondern den Umgang damit auch irgendwie reguliert. Das muss nicht mit so einer fragwürdigen App wie „familywatch“ geschehen, aber es muss ein begleitetes Benutzen stattfinden. 

*Ein interessanter Artike zum Weiterlesen hier.

Welche Tipps hält Frau Bernstein abschließende für uns (und euch) bereit? Nicht so viel preisgeben ist das oberste Gebot (man laufe ja auch nicht nackt durch die Straße, warum dann Nackt- bzw. nackig-Bilder ins Netz stellen?). Sie berichtet uns von einem Härtefall, bei dem eine junge Frau von ihrem Ex-Freund massiv mit einem mal verschickten Nacktfoto erpresst wurde – und das über Monate – bis ein neuer Lebenspartner darauf aufmerksam wurde, die Organisation „Weißer Ring“ einschaltete und dann polizeiliche Ermittlungen begannen. Und es ist ein Gerücht, dass so etwas nur „einfältigen oder naiven“ Menschen passiert – niemand ist davor gefeit. (mehr zu diesem Fall z.B. hier).

*Der „Weiße Ring“ ist übrigens ein Verein, der Opfern von Gewalt und Kriminalität hilft. Klick dich doch mal rein – hier:

Ob sie – durch ihre Arbeit und das, was sie dort erlebt – soziale Netzwerke verteufle, wollten wir noch wissen? Nein, das tue sie nicht, sie mag soziale Netzwerke. Sie ist bei Facebook und auch bei Instagram. Anfeindungen habe sie dort noch nie erlebt, wahrscheinlich, so die Polizistin selbst, weil ihr Profil auch nicht so interessant sei und ihre Follower sich in Grenzen halten – was auch gut sei, denn je mehr Follower, desto eher wird man natürlich auch mit blöden Kommentaren in Berührung kommen. 

Wir Blogger fanden das Gespräch wirklich super spannend. Frau Bernstein hat sich unglaublich viel Zeit genommen und wir sind uns sicher, dass sie als Persönlichkeit, mit der Art und Weise, wie sie das Thema mit uns angegangen ist, eine super Besetzung in den KPO-Team ist. (Dass wir bei unserer Recherche auf die gestoßen sind, liegt übrigens daran, dass Frau Bernstein regelmäßig Schulen besucht und dort informiert und berät). 

Wer weiß, vielleicht haben einige von euch jetzt auch etwas aus unserem Bericht mitgenommen – an Inhalten, Informationen oder sogar auch an Anlaufstellen, die man aufsuchen kann. 

„Menschen + Computer = gut gelaunter Administrator“

Seit 2019 ist er quasi DAS neue Gesicht am ESG – ohne ihn liefe hier im technischen Bereich vieles anders – wahrscheinlich „schiefer“ :-). Er ist wahnsinnig beschäftigt, aber für uns und unsere Fragen hat er sich dennoch Zeit genommen – auch typisch für ihn. Hier also unser Interview mit Felix Kupferschmidt, dem technisch-pädagogischen Leiter (so die offizielle Bezeichnung) unserer Schule:

„Ein Kupferschmidt für alle Fälle“

1. Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?

Ich habe irgendwann in meiner Jugend angefangen, mit Elektronik zu basteln und bin so zu Computern und Elektronik gekommen. Seit meiner Konfirmandenzeit habe ich viel mit Jugendlichen und Kindern gearbeitet und das mache ich bis heute gerne. Die Mischung hat es dann gemacht: Menschen + Computer = gut gelaunter Administrator

2. Wieso sind Sie auf diese Schule gekommen?

Ich wohne in Gütersloh und gab zusätzlich zu meiner Arbeit in Hannover hier an der Altstadtschule Programmierkurse. Darüber habe ich Martin Fugmann kennengelernt und von der Stelle am ESG erfahren.

3. Um was kümmern Sie sich hier?

Das ist ganz vielschichtig. Erstmal kümmere ich mich um alles rund um den Schulserver, aber auch so etwas wie E-Mail, die knapp 100 iPads, das WLAN wird auch von mir betreut.
Ganz wichtig sind auch die Verwaltungscomputer: Wenn man sie einschaltet, bekommen sie automatisch ein sogenanntes Image aufgespielt, das ich inhaltlich in enger Abstimmung mit den KollegInnen anpasse und erzeuge. Aber auch bei den Computern der LehrerInnen helfe ich gerne und häufig. Spannend ist zur Zeit die Planung der Zukunft. Vom Bund gibt es über den „DigitalPakt“ Gelder, mit denen wir neue Technologien anschaffen werden. Details verrate ich noch nicht, nur soviel: Einiges hätte ich zuhause auch gerne!

4. Warum gibt es eigentlich zwei WLANs

Es sind sogar drei, aber das dritte ist unsichtbar. Am WLAN „ESG“ meldet ihr euch mit euren Zugangsdaten an, da könnt nur ihr ran. Gäste können das WLAN „ESGast“ nutzen. Das Kennwort erhalten sie im Sekretariat. Das dritte WLAN ist ein unsichtbares, aber nicht, weil es geheim ist, sondern weil wir es für die Maschinen brauchen wie iPads und die Legamaster Touchscreens, die einen kompletten Android-PC enthalten.

5. Können Lehrer gucken, was die Schüler machen? 

Auf dem Server habt ihr einen ganz eigenen Ordner. Dort kann niemand außer euch reinschauen. In den Klassen- und Tauschordnern dagegen könnt ihr gemeinsam arbeiten. Bei nerdl geht das noch besser. Ich würde sagen: fortschrittlicher.
Natürlich wollt ihr wissen, ob die LehrerInnen in euer Whatsapp schauen können: Nein! Das wär ja noch schöner! Ich denke aber, dass es viel wichtiger ist, dass ihr für euch lernt, was ein verantwortlicher Umgang mit dem Handy und Computern ist. Dabei helfen wir Erwachsenen gerne, würde ich mal ganz positiv sagen. Mehr geht kaum, denn wenn man im Unterricht nicht aufpassen will, kann man das auch ohne Handy tun. Ich habe sehr gerne Käsekästchen unterm Tisch gespielt. Schiffe versenken, Comics mit der ganzen Klasse zeichnen. Oups 

6. Versorgen sie die Medi auch?

Ja, zum Teil. Das WLAN in der Medi ist natürlich von uns und auch die iPads. Das ganze Buchungssystem ist aber an die Stadtbibliothek angeschlossen. Das koordiniert Josephine Peter mit ihrem Team. Übrigens finde ich die Atmosphäre in der Mediothek sehr schöne und ich sitze dort gerne – und bin auch von euch ansprechbar.

7. Wie lange dauert eine Reparatur?

Es kommt darauf an, was repariert werden muss. Manchmal muß ich noch suchen, wo ein Verteilerkasten in der Schule versteckt ist. Bei den PCs sind die Fehler häufig in der Software versteckt. Eine ganze Weile funktionierten kürzlich die Schülermails nicht. Ich bekam erst gar nichts davon mit. Ihr wart alle total entnervt und habt schon begonnen über eure privaten Mails zu senden. Als ich das endlich bemerkt habe (niemand kam auf die Idee einen dicken Beschwerdezettel an mein Büro in M21 zu tackern) dauerte es noch einige Tage inklusive Rückfall, bevor der Fehler beseitigt war. Gebt mir bitte gerne Hinweise. Manchmal erscheint das eigene Problem klein und unwichtig, aber in der Summe ergibt sich etwas, was mir bei der Fehlersuche weiterhilft.

8. Kümmern Sie sich auch um Laptops, die man ausleihen kann? 

Nur am Rande, die gibt es über die CompuTecS. Man kann sie nur als Ersatz leihen, wenn der eigene kaputt ist und eingeschickt wurde. Die CompuTecS berate ich manchmal, aber die meisten Dinge an den Laptops können sie besser als ich. Überhaupt ist allen klar, dass man im Computerbereich ganz alleine kaum durchkommt. Ich freue mich über Tipps und Erfahrungen und gebe meine auch gerne weiter.

9. Entscheidungsfrage: iOS oder Android?

Ich bin Apple Techniker seit dem Abitur. Ich finde Android spannend, da muss man verdammt viel wissen und manche Dinge sind etwas komplizierter. Ich selber mag das Apple System, weil es so intuitiv ist. Was mich sehr reizt, ist die Konfiguration von Android, aber noch mehr von Windows. Und zwar so, dass man alles für die eigenen Bedürfnisse anpasst.
Bei mir liegen zum Beispiel die Programme nicht auf dem Desktop herum, sondern sind im Dock oder in der Taskleiste. Auf dem Desktop liegen nur meine eigenen Dateien in meiner eigenen Unordnung. Das mussten die CompuTecS schon über sich ergehen lassen 😉

10. Was war früher ihr Lieblingsfach, passt das zu ihrem heutigen Beruf?

Es war Physik. Das war mein Lieblings-, aber auch schlechtestes Fach. Das war mir aber egal, ich wollte es einfach wissen. Ich war auch der schlechteste im LK, aber bin als einziger Elektroniker geworden. Zu meiner Ehrenrettung hatte ich die beste Facharbeit mit 14 Punkten. Ich bin Elektroniker und Administrator geworden, andere Raketentechniker, Physiker, Maschinenbauer. Ach ja, das darf ich nicht vergessen: Sozialkunde stand bei mir auch ganz oben!

11. Und was war ihr Hass Fach?

Das hing mit meinem LK-Lehrer zusammen: es war Englisch. Der Lehrer hatte mich auf dem Kieker und ich ihn dann irgendwann auch. Ich war Stammkurssprecher. Eigentlich mochte ich Englisch aber!

12. Wie stehen sie zu Social Media? 

Brauche ich nicht, obwohl ich durchaus auch Chatprogramme wie Threema und Signal nutze. (OK, ich gebe es zu, auch Whatsapp).

Der Name „Social Media“ ist total irreführend. Auf der Suche nach Individualität verirrt man sich im Austausch von Pizzafotos, BeautyTussies und -Mackern und doofen bis schlimmen Posts. Man bildet sich ein, man hätte Freunde. Aber Follower sind nur Klicker. Eine Sekunde, um zu sagen: „Toll, diese Meinung teile ich.“ Und nur eine Sekunde, um wildfremde oder KlassenkameradInnen zu dissen. Das ist vollkommen absurd. Raus mit uns in die Welt, in die Parlamente und natürlich zu unseren Freunden! Wir müssen die Welt retten und nicht den faulen Sofaklickwettbewerb bestehen.

Außerdem macht man Werbung für andere und bekommt nix dafür. Wenn ich zum Beispiel Facebook benutze, mache ich Werbung für Facebook und nicht für mich. Das sind Firmen die mit uns massiv Geld verdienen.

13. Können sie programmieren?

Ja, ich habe einige (steinalte) Programmiersprachen gelernt. Pascal, Basic, Assembler: das ist eine Maschinensprache. Die Computer verstehen keine Wörter, sondern nur Zahlen und jede Zahlenkombination steht für einen Befehl. Ab nächstem Jahr beginnen wir damit, das den 5./6. Klassen beizubringen. Aber mit einer grafischen Programmiersprache an den iPads.

14. Was ist insgesamt ihr Eindruck von unserer Schule?

Der Eindruck von innen ist klasse und durchaus anders als er es von Außen war. Von Außen denkt man, zum ESG gehen die ganzen „Tollen“ und ins Städtische die „nicht so Tollen“. Totaler Quatsch. Es steht und fällt mit jeder Einzelnen. LehrerIn wie SchülerIn. Ich habe viele Kontakte zu den anderen Schulen. Es macht Spaß, sich auszutauschen. Was die SVen mit dem Nachhaltigkeitswettbewerb für alle Schulen abgeliefert haben, war richtig genial! Natürlich habe ich mich total gefreut, als wir den OWL-PoetrySlam in Paderborn gewonnen haben. Ich war live dabei. Da kann ich euch nur gratulieren: Tolle Schule, noch viel tollere SchülerInnen!

15. Was halten Sie von der Digitalität der Schule?

Ich finde, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben einige Themen, die wir noch nicht ausreizen. Digitalisierung ist kein Schulwettbewerb, trotzdem müssen wir alle den Umgang und die Möglichkeiten intensiv üben. Auch natürlich für euer Berufsleben. Das ist ein Aspekt.
Ein anderer: Ich nehme Computer als Erweiterung unseres Geistes wahr. Wir haben sie selber erdacht und so sind sie in meinen Augen durchaus Teil von uns Menschen. Sie nehmen uns nichts weg, sie ermöglichen uns aber so viel mehr. Man muß sie nicht zwangsweise nutzen, sondern nach Bedarf einsetzen. Das kann auch Zocken sein. Spielen gehört zum Menschsein dazu. Aber wir haben immer die Verantwortung für das, was wir selber tun. Und eben auch dafür, was wir mit den Computern tun – und was wir an sie völlig abgeben. Das wirft soziokulturelle Fragen auf. Künstliche Intelligenz berührt sofort unsere menschlichen Werte. Das sollte man nicht einfach so hinnehmen, das müssen wir in der Schule genauso wie daheim diskutieren. Oha, das war jetzt echt theoretisch. Überlegt mal, was der Autopilot tun soll, wenn er nicht mehr bremsen kann: Euch selber gegen eine Wand steuern oder Fußgänger gefährden? Das ist hart, aber es findet bereits statt.

Von Gütersloh nach Malawi und wieder zurück

Heute haben vier Blogger – Katharina, Liva, Felix und Manuel – ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin des ESG geführt. Lea Appelt hat letztes Jahr Abitur gemacht und hat dann drei Monate als Entwicklungshelferin in Malawi gearbeitet.

Wo genau Malawi liegt, das wissen die Blogger jetzt (Lea A. links im Bild)

Über ihre Erfahrungen dort und ihr neues Gefühl für Dankbarkeit hier berichtetet sie heute im Erdkundeunterricht von Frau Kämpken und HIER:

  1. Jetzt bist du ja an deiner alten Schule – werden da gerade Erinnerungen wach? Wenn ja, welche Erinnerungen verbindest du mit dem ESG?

Ich habe mich gefreut, im Lehrerzimmer die ganzen Lehrer zu sehen und auch mit Ihnen zu reden, ich wurde gefragt, was ich so mache. Ich bin aber auch froh, den Lebensabschnitt abgeschlossen zu haben und jetzt was anderes zu machen.

2. Wusstest du in der Schulzeit schon, dass du mal als Entwicklungshelferin ins Ausland gehen möchtest?

Ja, das wusste ich schon. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich mich beworben. Und Afrika lag mir schon immer am Herzen. Dass es nach Malawi geht, wusste ich dann erst bei der Zusage, eigentlich wollte ich nach Sambia.

Interessierte Zuhörer im Unterricht von Frau Kämpken

3. Was oder Wer hat dich dazu motiviert?

Ich würde sagen, meine Gemeinde oder mein Glaube, ich bin ja mit einer christlichen Organisation gegangen. Aber es gab auch viele Freunde, die mich unterstützt haben und mir zugesprochen haben.

4. Wie lange warst du dort?

Drei Monate- von September bis Anfang Dezember

5. Kannst du unseren LeserInnen mal das Aufgabenfeld eines Entwicklungshelfers beschreiben?

Ich war in zwei Waisenhäusern, in einem habe ich acht Mädchen in dem Fach Englisch unterrichtet und in dem anderen haben wir auf dem Feld in der Nähe Mais gepflanzt und wir wollen einen Zaun bauen, damit die freien Tiere da nicht rankommen und das Saatgut fressen oder das Feld zertreten. 

Im Gefängnis haben wir eine Andacht gehalten, Lieder gesungen und ihnen Seife gegeben, da sie keine haben. Dazu noch Bibeln, damit sie etwas zu lesen haben.

6. Hattest du da eine Auswahl an Ländern und Aufgabenbereichen?

Genau, ich hätte auch nach Kanada gehen können, das wäre dann eher Bildung in einem Industrieland. Ich hätte auch nach Japan, Sambia oder Burundi gehen können, da gab es sehr viel Auswahl.

7. Welche Organisation hat dich begleitet und betreut?

Die Liebenzeller Mission. Das ist eine evangelische Organisation.

8. Musstest du im Vorfeld eine Art „Ausbildung“ o.ä. absolvieren?

Ja, ich war zwei Wochen vorher auf einem Vorbereitungsseminar, dort haben wir uns kennengelernt, die Sprache etwas gelernt und viel über die Kultur erfahren. Aber es war keine richtige Ausbildung.

9. Gab es auch Sicherheitsvorkehrungen, die du beachten musstest (Impfungen o.ä.)?

Also, ich habe ganz viele Impfungen machen lassen, wie Gelbfieber, Tollwut oder Hepatitis C und ich habe Malaria Prophylaxe am Anfang genommen.

10. Du hast sicherlich ganz viel erlebt während dieser Zeit – was war der für dich schönste Moment?

Ich habe eine Andacht gehalten bzw. von meinem Leben erzählt vor 300 Männern im Gefängnis, das war ein schönes Erlebnis. Wir haben einmal im Waisenhaus Essen verteilt und das war mega schön, die Kinder so glücklich zu machen, da sie meist Hunger haben und zu wenig zu essen, da die Eltern kein Geld haben.

11. Jetzt, da du wieder in Deutschland bist, hat sich dein Blick auf das Leben verändert?

Ja auf jeden Fall, ich bin dankbarer geworden. Zum Beispiel die Kinder fanden das Auto toll und ich dachte, sie werden niemals Auto fahren, da sie einfach kein Geld dafür haben. Was ich auch krass fand, war, dass ich, als ich das erste Mal wieder einkaufen war, so viel Auswahl hatte im Gegensatz zu den dortigen Verhältnissen. Ich finde auch schade, dass hier viele Menschen sehr kalt sind und zum Beispiel nicht grüßen, aber dort lächeln viele und sind glücklich, obwohl sie kaum etwas haben.

12. Gab es auch gefährliche Situationen oder Situationen, in denen du vielleicht besonders Heimweh hattest?

Auf jeden Fall, ich hatte sehr starke Magen-Darm Probleme, war dort im Krankenhaus und dort war die medizinische Versorgung nicht so gut. Da hatte ich schon sehr Heimweh.

13. Hast du noch Kontakt zu den Menschen dort? Möchtest du da nochmal hin?

Ja, ich habe dort zwei Mädchen kennengelernt, die ich schon als Freundinnen bezeichnen würde. Wir schreiben auch und schicken uns Fotos, zum Beispiel als ich in Dresden war und es geschneit hat.

Ich würde auch gerne nochmal hin.

14. Welchen konkreten Berufswunsch hast du?

Polizei, dort mache ich wahrscheinlich ein duales Studium oder eine Ausbildung. Bei der Bundespolizei oder Polizei.

15. Wen könntest du an dieser Stelle wie motivieren, eine ähnliche Erfahrung zu machen, wie du sie gemacht hast? 

Also ich finde es sehr gut, dass man nach der Schule einfach noch Zeit hat. Alleine schon, weil man das ganze Leben noch arbeitet. Ich würde vor allem Leuten, die überlegen, ob sie es machen sollten, raten es zu tun, da man die Zeit nie mehr hat und auch die Erfahrungen sehr gut sind. Außerdem wird man selbständiger und es ist gut für das Studium und die Ausbildung. Zusätzlich ist es kein kompletter Crash, da man nicht von jetzt auf gleich umzieht. Außerdem lernt man eine neue Kultur kennen, da sagt man immer leicht dahin, aber es ist wirklich gut.

Vielen Dank für das spannende Interview!

Katharina, Lea, Manuel und Felix

Warten auf ihr Wunder – Frau Lange und Frau Belke im Schwangerschafts-Talk

Wieder einmal müssen wir uns eine zeitlang aufgrund bevorstehender freudiger Ereignisse von zwei Lehrerinnen verabschieden:

Zwei strahlende Gesichter, die wir bald sehr vermissen werden: Frau Lange und Frau Belke

Frau Lange und Frau Belke sind – wie man so schön sagt – in anderen Umständen und werden sich über kurz oder lang in den verdienten Mutterschutz zurückziehen.

Bevor sie das allerdings tun, haben wir Blogger uns nochmal schnell um ein Interview mit den beiden bemüht.

Lest hier was Pia, Viktoria und Liva ihnen entlockt haben:

Fragen an Frau Belke und Frau Lange: Für diejenigen, die Sie jetzt nicht im Unterricht haben:

Welche Fächer unterrichten Sie eigentlich?
Belke: Bio und Spanisch
Lange: Deutsch, Religion, Drama

Waren das in Ihrer Schulzeit auch Ihre Lieblingsfächer? 
Belke: Ich mochte es definitiv gerne und sie gehörten schon zu den Lieblingsfächern.
Lange: Ja, sie gehörten zu den Lieblingsfächern, aber auch Sowi und Pädagogik.

Wenn Sie nicht Lehrerin geworden wären, was hätte es bei Ihnen für eine Alternative gegeben? 
Belke: Ich wusste es schon relativ früh und hab mir daher keine wirkliche alternative Idee überlegt.
Lange: Ich hätte auch gerne Psychologie studiert, aber mein Schnitt hat nicht gepasst, also habe ich darüber nicht mehr nachgedacht.

Wir haben Sie ja zum Schwangerschafts-Talk eingeladen. Hier unsere Fragen dazu: 

In welchem Monat sind Sie bzw. wann ist der errechnete Geburtstermin Ihres Kindes?
Belke: Im 6.ten Monat und der Geburtstermin ist am 28.2.2020
Lange: Im 8.ten Monat und der Geburtstermin ist am 21.12.2019

Wie lange arbeiten Sie denn noch, bevor Sie in Mutterschutz gehen?
Belke: Ich bleibe noch bis Mitte Januar.
Lange: Ich bis nächste Woche Freitag.

Nehmen Sie auch Elternzeit?
Belke: nimmt Elternzeit
Lange: auch – bei beiden ist es ein Jahr

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie dann erstmal nicht mehr zur Schule müssen?
Belke: Bevor das Kind da ist? Ich freu mich darauf die Tage anders strukturieren zu können und Dinge zu tun, für die man im Schulalltag keine Zeit hat
Lange: In Ruhe essen und auch kochen.

Haben Sie auch Sorgen oder Bedenken? 
Belke: Ängste und Sorgen gar nicht so schlimm, aber man denkt natürlich darüber nach, ob alles gut und das Kind gesund ist.
Lange: Ja, dadurch, dass ich das erste Mal in der Situation bin, ist da eine Unsicherheit, die auch automatisch ein ungutes Gefühl mitbringt, aber das überwiegt nicht.

Wissen Sie schon, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird (und verraten Sie es uns)? 
Belke: Es ist ein Junge.
Lange: Wir lassen uns überraschen.

Wie bereiten Sie sich auf die Namensauswahl Ihres Kindes vor?
Belke: Also ich schreibe es immer auf, wenn ich einen schönen Namen im Internet oder Buch lese. Aber wir haben noch keinen festen gefunden.
Lange: Ich schreibe auch alles auf und wir haben schon ein paar in der engeren Auswahl, jedoch noch keinen festen.

Haben Sie das Kinderzimmer schon eingerichtet?
Belke: Wir haben das Zimmer noch nicht eingerichtet, da ist noch das Arbeitszimmer meines Mannes.
Lange: Wir ziehen hoffentlich kurz nach der Geburt in ein neues Haus, also bereiten wir in der Wohnung nicht so viel vor.

Essen Sie komische Dinge in der Schwangerschaft?
Belke: komische Dinge nicht, also nichts wie Gurke mit Schokolade, aber ich esse schon mehr Süßes.
Lange: Ich habe auch oft Heißhunger auf Süßes, aber das ist schon mein Leben lang so, also kann ich es nicht auf die Schwangerschaft schieben.

Was denken Sie, was wird die größte Herausforderung, wenn Sie bald Mutter bzw. Eltern werden? 
Belke: Also ich kann mir vorstellen, dass es schwer werden kann, seinen eigenen Weg zu finden im Umgang mit dem Kind, weil man schon viel liest und Vorschläge kriegt.
Lange: Es wird eine Umstellung, da man weniger oder gar nicht egoistisch sein kann oder sich keine Zeit für sich nehmen kann. 

Kommen Sie auch wieder???
Beide kommen wieder:-)

Haben Sie ein eigentlich ein Lebensmotto? 
Lange: Ganz oder gar nicht
Belke: Zeit intensiv nutzen – egal wofür, Hauptsache intensiv und bewusst.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Ihre Blogger! 

Die neuen SV-Lehrer in einer Blog-Blitz-Befragung

Ihr habt sie gewählt, wir haben sie befragt – die neuen SV-Lehrer und Lehrerin.

Herr Hanke, Herr Ostermeier und Frau Meyer.Lorenz

Herr Timo Ostermeier:

  1. Wie haben Sie sich gefühlt als Sie gewählt wurden?

Ich freue mich umso mehr es nochmal zu machen

2. Was bedeutet es Ihnen dieses Amt nun zu bekleiden?

Was ich so schön finde ist, dass man mit den Schülern spaßig zusammentrifft und die Schüler nochmal anders kennenlernt

3. Was würden Sie gerne in diesem Amt umsetzen wollen?

Den SV Raum umgestalten und genug Sitzmöglichkeiten aufstellen

4. Was finden Sie an der SV besonders?

Dass es irgendwie ein Ort ist, an dem Schüler mit unterschiedlichen Interessen zusammentreffe

Frau Tina Meyer-Lorenz:

  1. Wie haben Sie sich gefühlt als Sie gewählt wurden?

überrascht, fröhlich und geehrt

2. Was bedeutet es Ihnen dieses Amt nun zu bekleiden?

Dieses Amt in der Schule ist für mich sehr wichtig, da die Schüler mitmachen können. Für mich als Lehrer ist es ein großes Lob.

3. Was würden Sie gerne in diesem Amt umsetzen wollen?

Die Schüler*innen schlagen etwas vor, was sie umsetzen wollen, dabei unterstützen wir sie dann. 

4. Was finden Sie an der SV besonders?

Dass so viele mitmachen, dass sie es nutzen, es ist cool, dass es diese Möglichkeit gibt und es so viele machen

Herr René Hanke:

  1. Wie haben Sie sich gefühlt als Sie gewählt wurden?

Überrascht, aber auch geehrt

2. Was bedeutet es Ihnen dieses Amt nun zu bekleiden?

Ich freue mich darauf, Schüler zu unterstützen und Ratschläge zu geben

3. Was würden Sie gerne in diesem Amt umsetzen wollen?

Ich möchte gerne den SV Raum renovieren

4. Was finden Sie an der SV besonders?

Dass man bei der SV nicht gegeneinander ist, sondern miteinander

Nach Frau Kühler nun Herr Kühle

Wir sind euch immer noch ein Interview schuldig, das wir zu Beginn des Schuljahres geführt haben.

Für einige ist er wie ein ganz neues Gesicht am ESG, für andere war er einfach irgendwie im letzten Jahr von der Bildfläche verschwunden. Die Rede ist von Herrn Kühle.

Auch er stand uns Rede und Antwort und wir haben einen ganz interessanten Menschen kennengelernt. Viel Spaß euch beim Lesen des Interviews.

Herr Kühle umarmt von den neugierigen Bloggerinnen
  • Welche Fächer unterrichten Sie? 

Ich unterrichte Englisch, Sport und seit diesem Jahr auch Erdkunde bili, also auf Englisch.

  • Seit wann unterrichten Sie schon am ESG?

Seit 1996. Das sind also dreiundzwanzig Jahre. 

  • Wenn Sie nicht Lehrer geworden wären, was würden Sie dann heute tun? 

Dann wäre ich vielleicht professioneller Reiter und Reitlehrer geworden. 

  • Was ist Ihnen besonders wichtig hinsichtlich Ihrer Arbeit?

Das ist schwer zu beantworten. Man kann dazu so vieles sagen was wichtig ist. Ich glaube heutzutage ist es am wichtigsten, den Schülern zu helfen die Probleme der Zukunft zu lösen. Früher war es am wichtigsten, auf das Leben vorzubereiten, aber mittlerweile, durch den Klimawandel, muss man noch etwas weiter in die Zukunft schauen. 

  • Wenn Sie jetzt gleich etwas ändern dürften an System Schule, was wäre es? 

Ich würde mir wünschen, dass die Schule ganz andere Räume hat, in denen die Schüler mehr tun und viel mehr praktisch machen können. Beispielsweise, wenn ich etwas über die Umwelt lernen will, kann ich das jetzt mit Filmen und anderen Medien machen. Hätte man aber mehr Platz, so könnte man zum Beispiel in einem Schulgarten noch viel mehr praktisch lernen.

  • Letztes Jahr haben Sie sich ein „Sabbat-jahr“ genommen. Was genau ist das und wie funktioniert das? 

Man verzichtet eine Weile auf einen Teil seines Gehaltes. Bei mir und meiner Frau waren dies fünf Jahre,  in denen wir ein Fünftel weniger verdient haben. Nach vier Jahren, in denen wir voll gearbeitet haben, hatten wir ein Jahr frei. 

  • Verraten Sie uns, wieso Sie das gemacht haben?

Wir haben das gemacht, um einfach einmal mehr Zeit für uns zu haben und um die Welt zu erkunden, um Ruhe zu haben und sich besinnen zu können. Hinzu kommt, einfach mal die Routinen zu durchbrechen, die man so hat. Nach dreiundzwanzig Jahren als Lehrer ist man nämlich in vielen Routinen eingefahren.

  • Was haben Sie in dem Jahr genau gemacht? 

Wir haben ungefähr die Hälfte des Jahres draußen gelebt. Wir waren viel in den Bergen, sowohl auf afrikanischen Inseln, als auch in Europa. Das liegt daran, dass wir gerne Wandern gehen. Wir waren also viel in der Natur und haben wunderschöne Eindrücke sammeln können. 

  • Hat sich Ihr Blick auf Schule in diesem Jahr verändert? 

Mir ist in diesem Jahr bewusster geworden, wie wichtig es ist, die Umwelt zu retten. Wir haben in Teilen Afrikas gesehen wie wenig Wasser es dort gibt, wo vor einigen Jahrzehnten noch Landwirtschaft möglich war. Wir haben in vielen Ländern gesehen, wie sehr es das Leben ändert. Es ist auch wichtig, dass wir das in den Schulen behandeln.                                            Auch bei uns in Gütersloh sind schon so manche Dinge hinsichtlich Umwelt und Klima zu erkennen. 

  • Haben Sie die Schule auch vermisst? 

Ja. Die Arbeit mit den Schülern vermisst man schon. Das Wiedersehen mit den Schülern war sehr schön. Es war spannend, sich wieder jeden Tag zu sehen und zu erleben, wie sie auf einen reagieren. Was man nicht vermisst hat, war das lange Sitzen und das viele Korrigieren. Für mich als „alten“ Menschen ist es schon sehr spannend gewesen, wieder mehr Kontakt zu den jungen Menschen zu haben. 

  • Sind Sie auch weiterhin im Bereich Internationalisierung tätig? 

Ja, in diesem Bereich tut sich sehr viel. Es gibt einen neuen Austausch mit Indien in der Q2 und Kontakte zu einer Schule im Silicon Valley werden geprüft. Eine Woche vor den Herbstferien findet ein Austausch in der EF mit Athens statt. Der bilinguale Zweig wird immer größer. Dort koordiniere ich und stehe mit Herrn Tonk den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Dazu wird es nach den Herbstferien auf der Homepage einen Bereich geben, damit Schüler und Eltern informiert sind und bleiben. 

  • Als Sportlehrer: Welche Sportart betreiben Sie denn am liebsten in Ihrer Freizeit?

Ich reite und wandere sehr gerne.

  • Machen Sie privat jeden Tag Sport? 

Wenn es geht, ja. Das heißt aber nicht, dass ich jeden Tag zum Reiten komme.

  • Welche Sportart würden Sie gerne als neuen Unterrichtsgegenstand in der Schule einführen? 

Ich habe vor vielen Jahren schon einmal eine Reit-AG über einige Jahre an dieser Schule gehabt. Für die Schüler, die daran teilgenommen gehabt haben, war dies immer sehr spannend. Man kann einen ganz neuen Lebensbereich für sich gewinnen. Zum Reitsport gehört viel dazu, zum Beispiel eine artgerechte Haltung, Futter, pferdegerechter Umgang. Mit so einem Unterricht könnte man viele Aspekte ansprechen.

  • Wie sieht ein perfekter Sonntag für Sie aus? 

Dazu gehört auf jeden Fall schönes Wetter, eine ausgedehnte Wanderung oder ein Ausritt, gutes Essen, gute Gespräche und sich mit Freunden zu treffen.

  • Besitzen Sie ein eigenes Pferd? 

Ja, im Moment haben meine Frau und ich ein gemeinsames Pferd, zusätzlich reite ich gelegentlich noch ein Turnierpferd mit. 

  • Sind Sie Klassenlehrer? 

Ich bin Klassenlehrer in der Q1. Dort habe ich die Leitung eines Englisch-LKs.

  • Haben Sie an dieser Schule einen Lieblingsraum? 

Ich war früher immer gerne oben im Studio, da man dort am meisten Platz hat. Ich mache gerne Gruppenarbeiten, um die Sprechzeiten der Schüler zu erhöhen. Im Studio hat man Platz zur Verfügung, die man gut nutzen kann. Im Klassenraum ist es oftmals zu eng und zu laut, da man, im Gegensatz zum Studio, dort keinen Teppichboden hat. Hinzu kommt der Flur, den ich neben dem Studio habe, also kann ich die Lerngruppe oft an verschiedenen Orten arbeitsteilig arbeiten lassen. 

Herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihre Antworten!

Die Blogger!

Wir interviewen die Neuzugänge am ESG: Frau Kühler

Zwei Interviews haben wir am letzten Mittwoch geführt: Frau Kühler und Herr Kühle:-)

Frau Kühler ist ganz neu am ESG – Herr Kühle ist vielen durchaus bekannt, war jedoch im letzten Jahr irgendwie von der ESG-Bildfläche verschwunden. Wo er war, was er gemacht hat – das wollten wir auch wissen.

Heute gibt es erstmal das Interview mit Frau Kühler – Viel Spaß beim Kennenlernen!

1. Welche Fächer unterrichten Sie?

Ich unterrichte Mathematik und Englisch.

2. Wo haben Sie vorher unterrichtet?

Ganz am Anfang habe ich in Soest und danach in Oelde unterrichtet.

3. Wohnen Sie in Gütersloh?

Nein, ich wohne in Beckum.

4. Überall wird Lehrermangel beklagt – Wieso sind Sie Lehrer geworden? Was reizt Sie an diesem Beruf?

Ich mag es sehr, mit jungen Menschen zu arbeiten und ihnen etwas zu erklären und beizubringen. Es reizt mich, dass ich bei ihnen etwas bewirken kann.

5. Was war Ihr Lieblingsfach als Schüler?

Meine Lieblingsfächer waren Englisch und Mathe, wobei mir Englisch etwas mehr gefallen hat.

6. Wenn Sie am System Schule generell etwas ändern könnten – was wäre das dann?

Ich denke mehr finanzielle Unterstützung könnte nicht schaden z.B. für bessere Ausstattung.

7. Stellen Sie sich vor, Ihnen stünde unbegrenzt Geld für ihre Arbeit in und an der Schule zur Verfügung – was würden Sie anschaffen?

Diese Smartboards gibt es noch nicht in jedem Klassenraum. Die könnte man für jeden Raum anschaffen.

8. Wenn Sie nicht Lehrerin geworden wären, was wären Sie wohl geworden?

Tierärztin.

9. Wohin ging Ihre letzte Reise?

Es ging an die Nordsee nach Cuxhaven.

10. Was ist wohl ihr Traumreiseziel?

Es gibt ganz viele Ziele, die ich gern besuchen würde – Südafrika ist eines davon.

11. Haben Sie unseren Blog schon mal gelesen?

Ja, ganz am Anfang:-)

12. Womit kann man Sie auf die Palme bringen?

Wenn es viel zu laut ist, dann nervt mich das sehr.

13. Haben Sie so etwas wie ein Lebensmotto?

Hakuna Matata! (König der Löwen)

14. Nach Ihren ersten Tagen am ESG – wie würden Sie die Stimmung an der Schule allgemein beschreiben?

Alle sind sehr hilfsbereit und nett. Die Stimmung ist positiv und sehr fröhlich.

15. Was sind Ihre Hobbies?

Reiten, Inliner fahren und laufen.

16. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsessen?

Lasagne.

17. Spielen Sie ein Instrument?

Ich habe mal eine längere Zeit Klavier gespielt, aber jetzt kann ich es nicht mehr so gut. Sowas verlernt man ja nach einer Zeit.

18. Wie sieht ein perfekter Sonntag bei Ihnen aus?

Erstmal ausschlafen, dann ganz lange frühstücken und bei gutem Wetter eine Runde Inliner oder Fahrrad fahren. Abends dann noch schön mit Freunden essen gehen.

19. Haben Sie Haustiere?

Nein.

Frau Kühler und die neugierigen Bloggerinnen!

Wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit am ESG und bedanken uns, für das Interview!

Die Blogger!

Aktiv, engagiert und mit dem Willen zur Veränderung – Der Bürgermeister im Blog-Spezial-Interview

Am bisher heißesten Tag dieses Jahres haben wir Blogger uns auf den Weg ins Rathaus gemacht. Zum Glück saßen wir dann mit unserem prominenten Interview-Partner Henning Schulz in einem kühlen Besprechungsraum und durften dort dann all´ die Fragen loswerden, die ihr uns zuvor geschickt habt. Ein bisschen aufgeregt waren wir schon, denn ein „Meet&Greet“ mit dem Bürgermeister absolvieren auch wir Blogger nicht alle Tage. Dass er uns sofort eine positive Rückmeldung in Bezug auf unsere Interviewfrage gesendet hat, das hat ihm bei uns im Vorfeld schon mal ganz viele Sympathiepunkte eingebracht – und dieser sympathische Ersteindruck hat sich bei uns im Laufe des fast einstündigen Gesprächs auf jeden Fall bestätigt und verstärkt. Wir sind gespannt, ob es euch auch so geht. Viel Spaß beim Lesen des Interviews – wir freuen uns auf eure Kommentare! 


v.l. Bloggerin Helena, Chantal, Pauline, Emma – Der Bürgermeister – Bloggerin Allegra und Melina im spannenden Gespräch

 

  1. Was würden Sie sonst gerade machen, wenn Sie hier nicht mit uns säßen?
    Mein Arbeitsfeld ist ganz breit gefächert. 
    Als oberster Repräsentant der Stadt übernehme ich diesbezüglich ganz viele Aufgaben. Ich besuche KITAs, Jubiläen, die Suppenküche, gehe zu Abitur-Entlassfeiern uvm. Damit widme ich mich also allen Dingen, die in unserer Stadt besonders sind und möchte diese natürlich auch wertschätzen. 
    Außerdem bin ich ja auch der Chef von 1500 Beschäftigten der Stadt, um deren Belange ich mich kümmere. 
    Ein weiteres Feld meiner Tätigkeiten ist die Arbeit im Zusammenhang mit den sogenannten Töchterunternehmen der Stadt (z.B. dem Klinikum oder den Stadtwerken). Dort leite ich u.a. Aufsichtsratssitzungen oder ich bin Mitglied des Aufsichtsrates. Ihr seht – jede Stunde bietet etwas komplett anderes!

  2. Was war denn ihr Lieblingsfach in der Schule?
    Geographie, Biologie und Mathe

  3. … und was ihr Hass-Fach? Warum?
    Spanisch! Aufgrund der ungünstigen Ausgangsbedingungen, dass ich, nachdem ich von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt habe, in drei Jahren so viel nachholen und lernen musste, wie die anderen in sechs Jahren. Meine Noten sind kontinuierlich gesunken und wenn wir mal eine Spanisch-Lektüre gelesen haben, dann habe ich diese immer auf Deutsch gelesen, damit ich überhaupt verstehen konnte, worum es ging. Das war wirklich schrecklich. 

  4. Auf welche Schule sind Sie gegangen?
    Ich bin in Brockhagen zur Grundschule gegangen, in Halle dann erst zur Realschule und dann zum Gymnasium. 

  5. Wie jung sind Sie eigentlich? 
    Ich bin 46 Jahre! 

  6. Hatten Sie als Kind schon ein gesteigertes Interesse an Politik?
    Im Rückblick würde ich das schon bejahen. Ich hatte immer schon ein Interesse für die Themen der Gesellschaft, für das „Große und Ganze“. 

  7. Haben sie früher in die Freundebücher geschrieben „Traumberuf: Bürgermeister“?
    Nein! Das hätte ich auch vor sechs Jahren noch nicht als Traumberuf für mich reklamiert. Da war ich Stadtbaurat – und mehr wollte ich auch eigentlich nicht. Dann traten eine Reihe von Zufällen und Ereignissen ein, Frau Unger – meine Vorgängerin – ging 2015 in den Ruhestand, und da lag diese Chance quasi „vor meinen Füßen“. Ich habe einfach geschaut, ob es klappt. Es hat geklappt und jetzt bin ich schon seit vier Jahren Bürgermeister dieser Stadt. 
  8. Ein Satz zum Ausgang der Europawahl?
    Zunächst einmal hat mich die Wahlbeteiligung sehr gefreut. Das zeigt, wie hoch die Bedeutung Europas ist und dass das Bewusstsein dafür gestiegen ist. Ein gutes Signal! Ein schlechtes bzw. bedenkliches Signal ist es jedoch, dass in vielen europäischen Nachbarländern – in Deutschland noch nicht ganz so stark – nationalistische politische Kräfte hohe Stimmanteile erzielt haben, Kräfte, die Europa im inneren zerstören wollen. Beachtenswert ist natürlich bei uns der kometenhafte Aufstieg der Grünen, der belegt, wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit vielen Menschen ist. 

  9. Was halten sie von Rezos Video?
    Oh, da könnte ich viel zu sagen….
    Ich habe das Video drei Tage nach der Veröffentlichung schon gesehen. 
    Was ich daran überhaupt nicht in Ordnung finde, ist, dass dort sehr verallgemeinert über immerhin knapp 550 000 Mitglieder der CDU/CSU gesprochen wird und diese quasi alle abgestempelt werden. Eine Partei allein kann niemals Schuld an der politischen Entwicklung eines Landes sein. Er hat viele Menschen zu Unrecht degradiert. Politik wird und wurde in den letzten Jahren in politisch sehr unterschiedlichen politischen Zusammensetzungen und Koalitionen in Bund, Ländern und Kommunen gemacht – in Summe also ziemlich „bunt“ – es kann also gar nicht zutreffend sein, dass vereinfacht gesprochen „einer alleine“ die Verantwortung trägt.
    Aber er hat einen Anstoß dahingegen gegeben, dass sich vor allem die großen Volksparteien – also die SPD und die CDU – verändern müssen (obwohl die viel zu späten Reaktionen seitens der CDU, die auf dieses Video folgten, eher ungeeignet waren …).

  10. Was denken Sie, wie kann man Jugendliche heute (noch) mehr für Politik begeistern?
    Indem man ihnen zeigt, dass es Spaß bereitet, Politik zu machen, das man hier Dinge gestalten kann. Noch in meinem Architekturstudium habe ich auf die Frage, was ich mal machen möchte, geantwortet, dass ich selber etwas bewirken möchte – und das kann man in der Politik. Man hat jederzeit die Möglichkeit, Dinge zu verändern. 

  11. Wieso hat die Stadt der AFD Politikerin Alice Weidel eigentlich erlaubt, in GT aufzutreten? Haben Sie da keinen Einfluss drauf?Per Grundgesetz ist in Deutschland die Versammlungsfreiheit garantiert und außerdem ist die AfD nicht als verfassungsfeindliche Partei eigenstuft und darf damit dieses Recht in Anspruch nehmen, das eben durch das Grundgesetz verbürgt ist. Die Stadt kann eine solche Anfrage nur dann ablehnen, wenn Plätze, die für eine solche Versammlung angefragt werden, schon belegt sind. In diesem Falle hat die AfD mehrere Termine und mehrere Plätze angefragt, so dass es rein rechtlich kein Grund zur Ablehnung gab. 
  12. Was halten sie von „Fridays for Future“? Finden Sie es gut, wenn Schüler dafür auf die Straße gehen?
    Ich finde es sehr gut, dass die jungen Menschen, dass ihr, auf die Straße geht und hinterfragt, was die Älteren tun. Gerade in den letzten 20 Jahren haben sich viele gefragt, wo die Jugend ist, wo ihre Stimmen geblieben sind – jetzt sind sie da und das sollte man wertschätzen. Jetzt muss ein Weg zur Umsetzung der auf diesen Veranstaltungen genannten Aspekte gefunden werden. Es ist mir viel daran gelegen, dass wir zusammen ins Gespräch darüber kommen, was in Gütersloh nun konkret gemacht werden kann. Außerdem war ich übrigens sehr begeistert davon, dass die Jugendlichen nicht nur mit abstrakten Vorwürfen, sondern schon mit vielen konkreten Themen und Ideen auf diesen Veranstaltungen auftraten. 

  13. Würden Sie Ihren Kindern die Teilnahme daran erlauben?
    Ich habe es erlaubt und sie haben teilgenommen! 

  14. Welche konkreten Maßnahmen werden in Gütersloh für den Klimaschutz getroffen bzw. sind welche in Planung?
    Es wird schon eine ganze Menge getan. Auf ganz vielen Ebenen gibt Konzepte mit vielen Maßnahmen: z.B. ein Klimakonzept, Mobilitätskonzept Biodiversitätskonzept, usw. Ich möchte aber auch einige konkrete Beispiele nennen:
    Bei den Neubauten von öffentlichen Gebäuden (wie der Feuerwehr) liegen die Dämmschutzstandards mittlerweile über den gesetzlichen Standards. Hier findet ein vorbildliches, energieeffizientes, ein Standard nah am sog. „Passivhausstandard“ statt. 
    Ebenso forcieren wir Flachdachbegrünungen -das sieht nicht nur gut aus, es ist zudem ebenfalls eine ökologisch wertvolle Maßnahme.
    Auch die Verkehrswende ist uns schon ein wichtiges Anliegen. Allein durch die roten Flächen, die extra für die Radfahrer vor Ampeln entstehen, wollen wir das Bewusstsein der Menschen „umswitchen“. 
    Wichtig ist jedoch, dass jeder für sich auch schaut, was man persönlich Tag für Tag schon heute für einen Beitrag leisten kann und die Verantwortung nicht nur auf die „da oben“ abwälzt. In vielen Bereichen kann jeder was verändern, sei es in Bezug auf die Ernährung/ Fleischkonsum, den Gebrauch des Autos, die Anzahl der Flüge, den Umgang mit Onlinehandel-Dienstanbietern usw. Bestimmte Dinge muss man dann sicherlich noch mit entsprechenden Anreizen, aber auch Verboten verstärken. 

  15. In eine ähnliche Richtung geht die Frage: Wann kommt der ökologische Aufbruch in Gütersloh: Mehr Raum für Radfahrer in der Innenstadt, damit wir ungefährdet zur Schule kommen, weniger Autos in der Innenstadt … Was halten Sie davon?
    Das sind richtige und gute Ziele. Aber es ist eben auch so, dass sich jeder Mensch so verhält, wie es für ihn gerade von Vorteil ist. Der Weg der Veränderung ist ein mühsamer. So wird sich der Autoverkehr in der Stadt erst dann einschränken, wenn es auch keinen Spaß mehr macht, wenn es mehr Tempo 20 Zonen, mehr rote Ampeln, mehr Poller o.ä. gibt – aber auch im Gegenzug anderes Mobilitätsverhalten einen Vorteil hat. Es hilft nichts, wenn man kostenfreie Busfahrten anbietet, aber gleichzeitig die Parkplatzgebühren nicht verändert Man muss immer mehrere Faktoren bedenken – und daran arbeiten wir. Gerade zum Beispiel ganz konkret im Zusammenhang mit dem Thema „Elterntaxis“. 
  16. Was war für Sie das Aufregendste oder Spannendste, was Sie im Amt als Bürgermeister bisher erlebt haben? 
    Aufregend war vor Kurzem die Verabschiedung der in Gütersloh stationierten britischen Soldaten aus der Stadt. Da gab es so ein durchorganisiertes, formvollendetes und präzises Protokoll, das hat mich echt in Anspannung versetzt. 

  17. Wurden Sie auch schon mal beleidigt oder hat Sie jemand aufgrund einer Entscheidung, die Sie in Ihrem Amt gefällt haben, angegriffen? 
    Politisch wird man häufiger mal angegriffen, damit muss man erstmal lernen umzugehen. Manchmal hält jemand etwas für falsch, nur weil ich es bin, der es sagt. Über die verschiedensten Kanäle (Mail, Post, Telefon oder mit einer persönlichen Ansprache) wurde ich durchaus schon verbal angegriffen.

  18. Haben Sie ein Lebensmotto? 
    Also ich steh jetzt nicht jeden Morgen mit einem konkreten Motto oder Satz auf, aber ich denke, ich verfolge das Prinzip: Themen lieber anpacken, als passiv zu sein. Ich möchte aktiv sein, eine aktive gestaltende Rolle übernehmen. 

  19. Welchen Promi würden Sie gern mal treffen?
    Barack Obama!

  20. Was ist Ihr Lieblingsplatz in Gütersloh? 
    Ich mag die Plätze rund um die renaturierte Dalke und da besonders die Dalken-Inseln (beim Botanischen Garten).

  21. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, welche Neuanschaffung für die Stadt würden Sie machen?
    Ich würde das Geld in den Aus- und Umbau des Bahnhofsquartier stecken, ein Fahrradparkhaus und eine Verbindung unter den Schienen vom Gleis 13 zum Vorplatz bauen.

Wir danken Herrn Schulz ganz herzlich, dass er sich die Zeit für uns und eure Fragen genommen hat. Es war eine super Erfahrung für uns, spannend, lehrreich und inspirierend – und irgendwie einfach toll, den Bürgermeister hautnah erleben zu dürfen!

Umringt von so viel geballter weiblicher Blog-Power hat der Bürgermeister uns die Frage nach einer etwaigen Quotenregelung für männliche Blogger gestellt 🙂

Die BloggerINNEN vom ESG 🙂