Es ist Dienstag – herzlich willkommen zur Andacht @Home

Wenn die Corona-Epidemie außer vielen schlimmen Folgen auch etwas Gutes hat, dann das:
Sie führt uns vor Augen, wie wertvoll und wichtig unsere Mitmenschen sind. Nicht, dass uns unsere Familien, Freundinnen und Freunde vorher gleichgültig gewesen wären. Grundsätzlich war uns hoffentlich immer schon klar, was sie uns bedeuten und was wir ihnen verdanken. Aber im Augenblick merken wir es besonders deutlich. Wie arm wären wir dran, wenn wir jetzt unsere Eltern und Geschwister nicht hätten, unsere Lebensgefährtinnen und  -gefährten, unsere Kinder! Von allen anderen müssen wir uns ja möglichst fern halten. Diese anderen vermissen wir deshalb, manche von ihnen wenigstens, und auch das zeigt: Wir brauchen unsere Mitmenschen – unsere Großeltern, Sportkameraden, Kolleginnen und Kollegen. Hoffentlich sehen wir sie bald wieder.

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, heißt es in der Bibel. Müssen wir das überhaupt noch gesagt bekommen? Lieben wir unsere Mitmenschen nicht schon von ganzem Herzen? Und verstehen wir nicht genau: Ohne sie wären wir selber nur die Hälfte wert? Auch solche Mitmenschen, mit denen uns sonst nicht viel Persönliches verbindet, haben zur Zeit unsere ganze Sympathie: die Brotverkäuferin, die Postbotin, der Friseur… Denn wir sind auf sie angewiesen, nicht nur auf ihre Dienstleistungen, sondern auch auf den Kontakt mit einem leibhaftigen Gegenüber. Das Telefon und das Internet sind dafür auf die Dauer kein Ersatz. Am traurigsten stelle ich mir daher die Situation alter Menschen im Pflegeheim vor. Hilfe haben sie dort zwar, sicherlich auch Zuwendung. Aber die Personen, die ihnen am nächsten stehen, dürfen nicht zu Besuch kommen.

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ gilt nicht umsonst als eins der wichtigsten Gebote in der Bibel. Der Apostel Paulus glaubt, dass es alle anderen Gebote zusammenfasst. Deshalb wäre es schade, wenn wir eine Krise nötig hätten, um unsere Mitmenschen wertzuschätzen, und zwar nicht nur die, die wir ohnehin gut leiden können, sondern auch die anderen. So ist das Gebot nämlich gemeint. Es verlangt nicht, dass wir für alle Menschen starke Gefühle empfinden. Das geht gar nicht. Aber sie anständig und respektvoll behandeln, so wie wir von ihnen behandelt werden wollen – das geht. Auch nach der Corona-Epidemie.

Gütiger Gott!
Wir sind dankbar für unsere Mitmenschen
und freuen uns darauf, sie wiederzusehen.
Bitte beschütze sie und uns,
und bitte hilf uns, freundlich miteinander umzugehen.

Amen.

Gott schenke euch einen fröhlichen Tag und eine glückliche Woche!

Euer Martin Schewe

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