Exkursion zur Wewelsburg – Eindrücke eines schwer verdaulichen, aber sehr wertvollen Unterrichtsgangs der QII

Wir haben Blog-Post bekommen aus der QII:

Am 17.01.19 begab sich der gesamte Abiturjahrgang 2019 zusammen mit einigen Geschichtslehrern auf eine Exkursion zur Wewelsburg, ein Schloss im gleichnamigen Stadtteil, welcher der Stadt Büren im Stadtkreis Paderborn angehört.

Die Burg, welche heute unter anderem als Jugendherberge und als Kreismuseum fungiert, war früher im Besitz der NSDAP und galt als ein zentraler Ort der SS-Ideologie innerhalb NRWs.

Als Stufe bekamen wir einen exklusiven Einblick in die Funktion der Burg während des zweiten Weltkrieges und wurden in Kleingruppen von ca. 20 Personen von Angestellten durch die Wewelsburg geführt.
Zu Beginn hatten wir eine Führung durch das Museum, in dem wir uns frei bewegen durften und die Chance hatten, die Steckbriefe ehemaliger SS-Kommandanten zu lesen. Hier waren damalige NSDAP-Politiker wie Heinrich Himmler ausgestellt aber es konnten auch die Geschichten anderer Kommandanten nachgelesen werden.
Im Museum konnten auch damalige Kinderbücher, wie beispielsweise „Giftpilz“ in Glasvitrinen entdeckt werden, welche zur Manipulation junger Kinder und als Propaganda gegen Juden genutzt wurden.
Anschließend begaben wir uns zum Nordturm, der in den Augen der SS nach dem „Endsieg“ als Mittelpunkt der Erde fungieren sollte. Innerhalb des Turmes warfen wir zu erst einen Blick in den Saal, der sich im ersten Stock befindet. Hier lässt sich die famose schwarze Sonne auffinden, ein Zeichen, dass aus drei übereinander gelegten Hakenkreuzen besteht.
Der Saal ist heutzutage mit Sitzkissen verseht und auf dem Symbol der Sonne stehen kleine weiße Abstelltische, die zum Verdecken benutzt werden.

Ein Stockwerk tiefer befindet sich die Krypta. Die Krypta lässt sich am besten mit einer Art Hohlraum vergleichen, an deren Decke ein großes Hakenkreuz prangert. In der Mitte der Krypta war wahrscheinlich ein ewiges Feuer vorgesehen. Bis heute wissen die Historiker, sowie Angestellte der Wewelsburg nicht genau, was die SS mit manchen Räumlichkeiten des Schlosses vorhatte.

Nach einer einstündigen Mittagspause, in der wir die Chance hatten im neuen Bistro die gesammelten Eindrücke zu verdauen, begaben wir uns mit unserem/r jeweiligen Gruppenleiter/in in den zweiten Teil des Museums. Hier wurden wir über die Insassen des damals in der Nähe gelegenen Konzentrationslagers Niederhagen informiert.
In der Ausstellung kann man Geschichten damaliger Insassen nachlesen, sich die Bekleidung der Gefangenen anschauen und bekommt die verschiedenen Symbole näher gebracht, die zur Kennzeichnung genutzt wurden. Außerdem kann man sich Filmausschnitte der Befreiung der Insassen schauen.
Nachdem wir das Museum besuchten, wurde uns die Fläche des damaligen Konzentrationslagers gezeigt. Diese ist heute kaum wieder zuerkennen. Was früher mal als ein Ort des Schreckens und Tod galt ist heute eine normale Wohnsiedlung geworden, von der kaum noch etwas an die damalige Zeit erinnert.
Sogar das damalige Eingangstor wurde zu einem Wohnhaus renoviert, hinter dem sich ein Denkmal auffinden lässt.

Die gesamte Stufe konnte an dem Tag einiges über die Geschichte der Wewelsburg und der NSDAP innerhalb NRWs lernen. Auch wenn viele Eindrücke schockierend und schwer verdaulich sind, hat uns der Ausflug einen Einblick in das Leben eines SS-Mannes, sowie den eines Insassen gegeben.

Thiemo Kampwirth und Leah Randolff

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