Geschichtsunterricht mal anders – Kinobesuch der Q1

Bloggerin Katharina berichtet euch von einer ganz besonderem Filmvorführung im Bambi-Kino.

Hitlerjunge Quex“ lautet der Titel des Films, den sich die Geschichtskurse der Q1 am Donnerstag, den 28.11.2019, gemeinsam im Bambi Kino ansahen. 
Doch anders als Geschichtsdokumentationen, in denen anhand von Daten und Fakten geschichtliche Ereignisse nacherzählt werden, handelt es sich bei diesem Film aus dem Jahre 1933 um einen NS-Propagandafilm, den die Nationalsozialisten in den deutschen Kinos veröffentlichten, um die Bevölkerung zu beeinflussen. Und genau aus diesem Grund wurde „Hitlerjunge Quex“ auch als sogenannter Vorbehaltsfilm eingestuft – man darf ihn also nur unter Leitung eines fachkundigen Experten schauen, der sowohl vor als auch nach Schauen des Films das Gezeigte erklärt und analysiert. 


Ich war tatsächlich überrascht und schockiert davon, wie sehr ich mich zeitweise von dem Film habe beeinflussen lassen. Uns allen war bewusst, dass dieser Film genau darauf abzielt, also besonders Jugendlichen ein (fälschlicherweise!) positives Bild von der Hitlerjugend und dem Handeln der Nationalsozialisten zu vermitteln, weswegen bei so einigen ein mulmiges Gefühl mitschwang, als wir bemerkten, dass uns beispielsweise die Filmmusik einen Ohrwurm verpasst hatte. 

Genau deshalb war auch die nachträgliche Analyse mit dem Filmexperten besonders wichtig. Er besprach mit allen Schülern, warum und wodurch dieser Propagandafilm uns so leicht verwirren konnte, wobei er Bezug auf die Vorgehensweisen bei Propaganda nahm. Ob Filmmusik, tragische Ereignisse, bei denen der Protagonist Quex Leid ertrug oder die negative Darstellung der Nazi-Gegner (also die Kommunisten) – alles wurde bewusst so produziert, dass die Kinobesucher – wenn auch unbewusst – eine emotionale Bindung zu dem Protagonisten, der in die Hitlerjugend eintrat, aufbauen und somit ein positiveres Bild von den Nazis erschaffen werden soll.

Klar, Geschichtsunterricht mag für den einen oder anderen Schüler langweilig oder staubtrocken sein, doch ich bin mir sicher, dass jeder von uns etwas von diesem Tag mitnehmen konnte. Viele betonten, wie lehrreich und wichtig es sei, die schrecklichen Taten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Aus diesem Grund werden uns Schülern Vorbehaltsfilme wie Hitlerjunge Quex auch weiterhin gezeigt: Damit wir uns bewusst sind, wie einfach man zu beeinflussen ist und uns im Gegenzug selbst vor solchen Beeinflussungen schützen zu können. 

Eure Bloggerin Katharina

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