Igitt, Sexualkunde – die Aufklärungsfahrt

Vom 2. bis zum 4. Juli, also Montag bis Mittwoch, fanden die Projekttage der Jahrgangsstufe 8 statt. Jeder Schüler durfte zwischen fünf Projekten wählen (Diakonie, Theater, Erlebnispädagogik, Klosterfahrt und Aufklärungsfahrt), wovon sich die ersten beiden an den jeweiligen Tagen hier in Gütersloh ereigneten und sich die letzteren drei Projekte auf eine dreitägige Fahrt mit einem Kostenpunkt von 100€ belaufen.

Da die anderen Projekte nicht ganz so meins waren und nur eine spannende Fahrt in Frage kam, hat mich letztendlich die Aufklärungsfahrt überzeugt. Zum Glück habe ich auch meinen Erstwunsch bekommen und durfte drei aufregende Tage in der Jugendherberge in Ascheloh (Halle), am Rand des Teutoburger Waldes, verbringen.

Mit dem Autobus, welcher um 8.15 Uhr abfuhr, erreichten wir nach einer halben Stunde Fahrt und anstrengendem Bergaufschleppen der Koffer unsere Unterkunft. Vor Ort wurden die Zimmergruppen mit jeweils zwei bis fünf Personen eingeteilt. Mit dabei waren Frau Lange und Frau Hoeschen für die Aufsicht und zwei Sexualpädagoginnen von profamilia. Das Außengelände mit Bayernbänken und wunderschöner Aussicht auf den Teutoburger Wald bot viel Platz zum Entspannen, das Wetter war perfekt und direkt nebenan befand sich ein Abenteuerspielplatz mit Seilbahn, Drehscheibe etc.

An diesen drei Tagen beschäftigten wir uns mit Liebe, Freundschaft und Sexualität. Zuvor hatte ich ein mulmiges Gefühl und war etwas skeptisch, ob es nicht eventuell zu intim oder „ekelig“ wird, doch wie sich herausstellte, lief alles vollkommen entspannt und problemlos ab.

Es gab einen festen Raum mit einem Stuhlkreis und am Anfang spielten wir Spiele, um ins Thema hineinzukommen. Es für viele erst ungewohnt und komisch, Worte wie Sex, Penis und Vagina laut auszusprechen, aber was man dabei nicht vergessen sollte, ist die „Stopp-Regel“, das heißt, niemand wird gezwungen irgendetwas zu sagen oder zu machen. Wir teilten uns zwischendurch in geschlechtergetrennten Gruppen auf verschiedene Räume auf, wodurch man ruhiger und offener arbeiten konnte. Die Mädchen beschäftigten sich z.B. mit Verhütungsmethoden, den Ablauf beim Frauenarzt und jeglichen Fragen, die zuvor anonym auf Zetteln geschrieben werden konnten. Wir haben sehr viele Verhütungsmittel sowohl theoretisch als auch praktisch (zum Anfassen) kennengelernt und auch der Menstruationszyklus etc. wurde anhand von Modellen erklärt (die Stoffvagina sah wie ein Brötchen aus). Außerdem haben wir einen Kondomführerschein abgeschlossen und stülpten dafür Kondome über Holzpenisse verschiedener Größe. Sowas macht man nicht jeden Tag, aber da ich diese, in Gleitgel eingeschmierte, Gummihaut schon mal in Sexualkunde in der Hand gehalten habe, hat es auch nur wenig Überwindung gekostet. Neben interessanten Fakten gab es auch Meinungsaustausche zu verschiedenen Themenbereichen wie Homosexualität, Pubertät und Geschlechtskrankheiten. Beim Brainstorming schrieben beide Gruppen parallel alle möglichen Begriffe zu Liebe und Sexualität auf ein Plakat, tauschten es mit dem jeweils anderen Geschlecht und stellten Unterschiede fest. Die Mädchen- und Jungsgruppe schrieb sich ebenfalls Fragen zum anderen Geschlecht auf (z.B. „Wie ist eure Meinung zu Pornos?“). Danach wurden die Plakate wieder getauscht, beantwortet und dann gemeinsam besprochen. Das heißt, auch wenn wir in verschiedenen Gruppen gearbeitet haben, sind wir aufeinander eingegangen.

Alles in allem waren es 3 spannende Tage, in denen wir wortwörtlich aufgeklärt wurden. Obwohl wir leider die Schaumparty im Rahmen des Abistreichs verpasst haben (wäre so gern dabei gewesen ;c), sind wir dafür nun viel offener und informierter rund um das Thema Sexualität, was spätestens in der Neunten in Sexualkunde von Vorteil sein wird :).

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