Mit tollen Ideen zum eigenen Startup

Startup ESG: Schüler*innenteams des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums diskutieren ihre Gründungsideen mit Jungunternehmer*innen

Ein Escape Room im Gymnasium, eine App, die den Besuch von Veranstaltungen erleichtert, Techniknachhilfe für Senior*in*en oder die Vermessung des eigenen Körpers, damit die online-bestellte Kleidung noch besser passt – im Rahmen des Projektes „Startup ESG“ entwickelten Schülerinnen und Schüler des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums Gründungsideen. „Mit dem Projekt möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern unternehmerisches Denken näherbringen. Vielleicht bekommen sie durch das Projekt sogar Lust, ein eigenes Unternehmen zu gründen“, erklärt Lehrer Mario Bolte den Hintergrund. Nun tauschten sich die Schüler*innenteams mit erfolgreichen Jungunternehmer*innen zu ihren Ideen aus und erhielten wertvolle Tipps und Anregungen. „Ich bin begeistert, welche Ideen hier entstanden sind“, meint Anna Niehaus, Gründungsberaterin der pro Wirtschaft GT, die das Projekt unterstützt hat.

Das Gründungsprojekt am ESG stand allen interessierten Schülerinnen und Schülern offen und wurde im Fach WMK (Wirtschaft Medien Kultur) der neunten Klassen aufgegriffen: Hier entwickelten die Klassen Ideen, die im Rahmen sogenannter Schülerfirmen umgesetzt werden. Anders als in Planspielen, geht es in den Schülerfirmen um echte Gewinne und Verluste. Da Schülerfirmen jedoch als Schulveranstaltungen anerkannt sind, bieten diese einen rechtlichen Schutzraum. So möchte die Schülerfirma SeniTechNa Senioren Techniknachhilfe anbieten. „Wir nutzen das Handy täglich und finden uns darauf intuitiv zurecht. Dieses Wissen können wir an ältere Menschen weitergeben und Kurse anbieten“, erklärt Courtney Horch die Geschäftsidee. Unternehmerin Sabine Flöttmann ist überzeugt vom Bedarf. „Überlegt, wie ihr interessierte Senioren erreichen könnt und welche Medien diese Zielgruppe nutzt. Vielleicht machen Anzeigen in Kirchenblättern Sinn oder ein Aushang im Sanitätshaus“, rät sie. Flöttmann bietet selbstgemachte Fruchtaufstriche an und ergänzte ihr Feinkostsortiment mit weiteren herrlichen Köstlichkeiten, die sie online, in sogenannten Popup-Stores und ab März im eigenen Laden anbietet. Die Schülerfirma ESGAPE plant wiederum ein besonderes Freizeitangebot in den Räumlichkeiten des Gymnasiums einzurichten. „Ein Escape Room ist ein Rätsel- und Abenteuerspiel, bei dem eine Gruppe in einem Raum eingeschlossen wird und in einer festgelegten Zeit Hinweise finden oder Rätsel lösen muss, um sich zu befreien – natürlich beaufsichtigt“ erklärt Daniel Pschibilski das Spielprinzip. Im Ernstfall könnten die Mitarbeitenden des ESGAPE-Teams eingreifen und die Spielenden befreien. „Ein tolles Angebot von Jugendlichen für Jugendliche“, meint Lara Farwick. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Angebot auch von anderen Jugendlichen gerne genutzt wird.“ Farwick entwickelte gemeinsam mit ihren Geschwistern Lena und Arne die digitale Plattform enra, eine digitale Messeassistentin. Mit enra können Unternehmen beispielsweise ihre Messebesucher besser betreuen und informieren, indem Produktinformationen und Kontaktdaten digital bereitgestellt werden. Marius Mischke und Pia Kevekordes entwickelten neben ihrem Unterricht gleich mehrere Gründungsideen. So stellten sie die Idee einer App vor, die es Menschen erleichtert, sich zu Veranstaltungen oder Konzerten zu verabreden, zu treffen und beispielsweise die Anreise in Fahrgemeinschaften zu organisieren. „Ich könnte mir mehrere Lösungen vorstellen, wie sich eine solche App finanzieren kann, z.B. über Werbeanzeigen oder vielleicht Provisionen von Veranstaltern auf Ticketverkäufe“, überlegt Alexander Martinschledde, Gründer von Lokalpioniere. Er entwickelte eine Plattform für City-Apps wie DeinGütersloh. Sein Tipp an die Nachwuchs-Startups: „Testet eure Ideen schnell am Markt. Wir tendieren dazu, Ideen sehr perfektionistisch auszuarbeiten und erst dann zu präsentieren. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, das Angebot früh anzubieten und dann das Feedback von Kunden bei der weiteren Entwicklung zu berücksichtigen.“ Der Schritt in die Selbstständigkeit lohne sich, sind sich die Jungunternehmer einig. „Es macht einfach unheimlich viel Spaß, die eigenen Ideen umzusetzen und selbst zu entscheiden, wie Dinge gemacht werden. Da macht es auch nichts aus, wenn man mal lange arbeitet und bis 23 Uhr im Büro tüftelt. Bleibt also dran“, schmunzelt Lena Farwick.

Diskutierten ihre Gründungsideen: vorne Daniel Pschibilski, Courtney Horch, Pia Kevekordes und Marius Mischke vom ESG Gütersloh, hinten: Jungunternehmer*innen Lara Farwick (enra), Alexander Martinschledde (Lokalpioniere), Sabine Flöttmann (feine Dinge) und Lena Farwick (enra)

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