Zwei Fliegen mit einer Klappe

oder: spannende Literatur meets spannende Gesprächskultur – Interview mit dem Stiftischen Debattierclub

Im Deutschunterricht der Klasse 7d wurde u.a. der Roman „Nennt mich nicht Ismael!“ (von Michael Gerard Bauer) bearbeitet.

Herr Ostermeier als betreuende Lehrkraft des Stiftischen Debattierclubs und ein Roman, in dem es um einen Debattierclub geht – na, das muss doch ein gutes Ende nehmen – auch für den Blog, denn wir erhielten kürzlich das folgende Interview, das eine Schülerin der Klasse 7 im Anschluss an die Lektüre mit dem ESG-Debattierclub geführt hat. Wir finden, da war ein echter Profi in Sachen Befragung am Werke und zudem freuen wir uns, dass damit natürlich auch auf eine tolle Art und Weise der Debattierclub mal wieder etwas „promoted“ wird. Vielleicht bekommt ja der ein oder die andere von euch Interesse, im nächsten Schuljahr daran teilzunehmen?!

Hier nun also das Interview:

Nachgefragt: Debattieren als neues Hobby nach den Sommerferien?

In dem Roman „Nennt mich nicht Ismael“ von Michael Gerard Bauer gründet eine Gruppe ziemlich unterschiedlicher Jugendlicher einen Debattierclub unter der Führung des klugen und selbstbewussten Scoby. Die Hauptfigur Ismael ist begeistert, traut sich jedoch zunächst nicht, selbst vor Publikum zu sprechen. Doch zusammen mit seinen eigenwilligen Debattier-Kollegen fasst er sich ein Herz und tritt nicht nur gegen andere Debattierteams an, sondern auch gegen Mobbing an seiner Schule. Der Roman wurde gerade von ein paar Schülerinnen und Schülern in der 7. Klasse gelesen. Doch worin liegt eigentlich der Reiz beim Debattieren? Lisa Haddenhorst aus der 7d hat Tobias Klinker, Kira Lomholt-Busch und Lauritz Klosterkamp vom Stiftischen Debattierclub ein paar Fragen gestellt. 

1. Frage: Was findet ihr am spannendsten am Debattieren?

 Kira: Ich finde am Debattieren die Frage spannend, wie man anderen am besten von seiner Sichtweise zu einem Thema erzählt, sodass sie auch davon überzeugt werden. Ich denke, das wird auch in der Zukunft noch nützlich sein. Außerdem interessiere ich mich auch für die politischen und sozialen Themen, über die wir diskutieren.

 Lauritz: Für mich macht das Debattieren spannend, dass es eine super Gelegenheit bietet, sich mit ganz verschiedenen Themen auseinanderzusetzen, mit denen ich mich vielleicht sonst nie beschäftigen würde. Sich Fragen zu stellen, deren Antwort oft nicht eindeutig ist und bei denen man verschiedene Aspekte abwägen muss, ist total interessant, weil es ein wichtiger Bestandteil jeder Gesellschaft ist: auf viele Themen in unserer Gesellschaft gibt es nicht eine spezifische Antwort, sondern viele Punkte, die berücksichtigt werden müssen. Zu debattieren heißt dann für mich, mich zu erklären, andere zu überzeugen und Informationen zu geben oder in einen Kontext einzubinden; aber auch anderen zuzuhören und sich auszutauschen. Das macht einfach Spaß, weil es sehr viel damit zu tun hat, mit anderen Menschen zusammenzukommen und sich über die Dinge, die eine*n bewegen, zu unterhalten.

 2. Frage: Für welches Alter könnt ihr Debattieren als Hobby empfehlen? 

Tobias: Das Debattieren kennt kein Alter. Unser Junior Debattierclub ermöglicht auch den jüngeren Schülern, sich mit spannenden Themen auseinander zu setzen und mit anderen interessierten Menschen das Debattieren zu üben.  

Einige Mitglieder des Stiftischen Debattierclubs

3. Frage: In dem Roman „Nennt mich nicht Ismael“ wird häufig in Zweier- bis Dreier-Gruppen debattiert. Ist das bei euch auch so? 

Tobias: Nein, bei uns gibt es zwei Gruppen: Pro und Contra. Dann halten beide Seiten abwechselnd Reden und tragen ihre Argumente vor. Das kann eine vorbereitete Rede sein oder ein spontaner Kommentar zu anderen Reden. 

4: Frage: Was ist das wichtigste, was man beim Debattieren beachten sollte?

Es gibt meiner Ansicht nach 3 wichtige Tipps:

1: Frei sprechen: Eine frei vorgetragene Rede ist viel überzeugender und dir hören mehr Leute zu

2: Gute Argumente: Argumente stützen deine Rede und sorgen dafür, dass du die Zuhörer auf deine Seite ziehst.

3: Locker bleiben: Trage einfach so vor, wie du es für richtig hältst. Man kann noch so gute Argumente haben, wenn man sie nicht richtig rüberbringt. Dazu muss man locker bleiben und das geht am besten, indem man seine Rede frei schreibt. 

5. Frage: Scoby bringt seinen Debattierclub dazu, an Wettbewerben teilzunehmen. Gibt es solche Wettbewerbe mit Halbfinale und Finale auch in echt?

Ja, es gibt mehrere Debattierwettbewerbe, Lokal sowie bundesweit. Der größte Wettbewerb ist „Jugend debattiert“, auf den wir hinarbeiten und bei dem wir eines Tages gerne einmal teilnehmen würden. Uns ist aber wichtig, uns jede Woche in der Gruppe zu treffen und auszutauschen. Wir sehen es daher sehr entspannt und wollen nicht zwingend an Wettbewerben teilnehmen. Der Spaß ist uns sehr wichtig.

6. Frage: Ismael traut sich zunächst nicht, vor mehreren Menschen zu sprechen, tritt aber dann über seinen Schatten. Debattiert ihr auch vor Publikum?

So geht es vielen. Deshalb ist es hilfreich, vor kleinerem Publikum jede Woche zu üben und sicherer zu werden. Wir im Debattierclub verstehen uns untereinander sehr gut, was eine lockere Atmosphäre schafft und es somit leichter macht, sich zu überwinden.

7. Frage: Kann man vor einer Debattierrunde auch einfach einen Vortrag vorbereiten und dann vorlesen? 

Ja, das ist natürlich möglich und so machen es auch die meisten. Wichtig ist aber, dass man den vorgeschriebenen Text frei vorliest, damit man überzeugender ist.

8. Frage: Wie kann man bei euch das Debattieren lernen (Ort, Zeit usw.)?

Der Debattierclub trifft sich jeden Donnerstag von 13:30 Uhr bis 14:15 Uhr in der Aula. Vorher einigen wir uns auf ein Thema und debattieren dann darüber. Und wenn wir nicht in der Schule sein können, treffen wir uns digital – klappt auch super. Es gibt außerdem einen Junior- Debattierclub für die Klassen 5-8. Die treffen sich jeden Dienstag in der 7. Stunde.

 Der Debattierclub hat das Image einer Elite-Gruppe und der Politik-Asse. Das ist aber gewiss nicht so. Wir sind alle interessiert an politischen und gesellschaftlichen Themen, Sport ist aber auch ein großes Thema. Wenn ihr daran interessiert sein, kommt gerne vorbei und schaut euch unser Treffen an oder schreibt mich, Tobias Klinker, an unter: tobias.klinker@esg-students.de  oder Malin Kissing unter: malin.kissing@esg-students.de

Wir freuen uns auf euch, 

Der Stiftische Debattierclub

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