Es ist Dienstag – Herzlich willkommen zur Andacht

Mose bekommt einen Auftrag

Heute und in den beiden nächsten Wochen soll die Andacht von Mose handeln. Seine Geschichte steht in der Bibel. Falls ihr die Geschichte schon kennt: Das macht nichts. Eine gute Geschichte kann man nicht oft genug hören, und die Geschichte von Mose ist eine richtig gute Geschichte. Sie beginnt in Ägypten. Dort wird Mose geboren. Schon dabei geht es ungewöhnlich zu, und noch ungewöhnlicher geht es weiter. Doch eins nach dem anderen.

Obwohl er in Ägypten geboren wird, ist Mose kein Ägypter, sondern Israelit – ein Ausländerkind. Moses Eltern und das ganze Volk Israel werden in Ägypten unterdrückt. Sie müssen als Sklaven arbeiten: Ziegel brennen, Städte bauen und für die Ägypter die Felder bestellen. Das hat der Pharao angeordnet, der König von Ägypten. Der Pharao hat Angst vor den Israeliten, weil sie ein großes Volk sind. Deshalb unterdrückt er sie. Und weil es ihm noch nicht genügt, dass die Israeliten als Sklaven arbeiten müssen, ruft er ihre Hebammen zu sich. Das sind zwei Frauen, die den israelitischen Müttern bei der Geburt ihrer Kinder helfen. Die beiden Hebammen heißen Schifra und Pua.

„Wenn ihr zu einer Geburt gerufen werdet“, sagt der Pharao zu Schifra und Pua, „und seht, dass es ein Junge ist, der geboren wird, dann tötet ihn sofort. Nur die israelitischen Mädchen dürfen lebendig zur Welt kommen.“ Mit diesem grausamen Befehl will der Pharao verhindern, dass das Volk Israel noch größer wird. Als König kann er es sich leisten, grausam zu sein. Niemand darf ihm widersprechen. Auch die beiden Hebammen widersprechen dem Pharao nicht. Aber seinen Befehl befolgen sie trotzdem nicht, und es werden weiter israelitische Jungen geboren.

Da ruft der Pharao Schifra und Pua wieder zu sich. „Ihr sollt die Jungen töten, habe ich gesagt!“ Was sollen die beiden antworten? Wenn sie die Wahrheit sagen und zugeben, dass sie nicht gehorcht haben, werden sie bestraft. Wenn sie nicht bestraft werden wollen, müssen sie den Pharao belügen. Die beiden Hebammen sind ein gutes Beispiel dafür,

dass manchmal eine Lüge besser ist als die Wahrheit. „Wenn wir zu den israelitischen Müttern gerufen werden“, antworten sie also, „kommen wir immer zu spät. Bis wir eintreffen, sind ihre Söhne schon geboren.“ Eine geschickte Ausrede. Leider nützt sie nichts. „Dann sollen die Jungen in den Nil geworfen und ertränkt werden“, bestimmt der Pharao. Damit sind wir bei Mose. Auch er wird in den Nil geworfen – aber nicht um ihn zu ertränken, sondern um ihn zu retten.

Die ersten drei Monate seines Lebens hält Moses Mutter ihren Sohn versteckt. Als das nicht mehr geht – vielleicht schreit der kleine Mose auf die Dauer zu laut –, baut ihm die Mutter einen Korb aus Rohr, ein kleines Boot, und setzt ihn darin am Nilufer aus. Dort findet ausgerechnet die Tochter des Pharaos das Kind. Sie nimmt es mit sich, zieht es auf und gibt ihm seinen Namen. „Mose“ bedeutet „aus dem Wasser gezogen“.

Überspringen wir einige Jahre. Mose ist erwachsen geworden. In Ägypten werden die Israeliten immer noch als Sklaven unterdrückt. Als Mose mit ansehen muss, wie ein ägyptischer Aufseher auf einen Israeliten einprügelt, erschlägt er den Aufseher und flieht aus Ägypten ins Nachbarland Midian. Dort hütet er das Vieh seines Schwiegervaters. Eines Tages kommt er mit den Schafen zum Berg Horeb. Am Horeb passiert ein Wunder.

Mose sieht einen Dornbusch, der brennt und trotzdem nicht verbrennt. Neugierig tritt er näher. Aber noch nicht der Dornbusch ist das Wunder, sondern das, was dann kommt. Denn aus der Flamme ruft Gottes Stimme: „Mose, Mose!“ „Hier bin ich“, antwortet Mose. „Komm nicht näher“, sagt Gott, „und zieh deine Schuhe aus, denn der Boden, auf dem du stehst, ist heilig. Ich bin der Gott deiner Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob.“ Da verhüllt Mose sein Gesicht, denn er fürchtet sich, Gott anzusehen.

Und Gott sagt weiter: „Ich habe gesehen, wie die Israeliten in Ägypten misshandelt werden. Ich habe gehört, wie sie um Hilfe schreien. Ich weiß, wie sie leiden, und bin gekommen, um sie zu befreien. Ich will sie in ein fruchtbares, großes Land bringen; ein Land, wo Milch und Honig fließen. Darum schicke ich dich zum Pharao. Du sollst das Volk Israel aus Ägypten herausführen.“

„Ich? Wer bin ich denn?“, wendet Mose ein. „Wie kann ich zum Pharao gehen und das Volk Israel aus Ägypten herausführen?“ „Ich werde dir beistehen“, antwortet Gott. „Das werdet ihr merken, wenn ich euch befreit habe und ihr mir auf diesem Berg Opfer bringt.“ Aber Mose sagt: „Wenn ich zu den Israeliten komme und sage: ‚Der Gott eurer Vorfahren hat mich zu euch geschickt’, und sie mich fragen: ‚Wie heißt er?’ – was soll ich ihnen antworten?“

Da verrät Gott Mose seinen Namen. „Ich bin der Ich-bin-da“, sagt Gott. „Das sollst du den Israeliten antworten: ‚Der Ich-bin-da hat mich zu euch geschickt.’ Denn das ist mein Name für alle Zeiten.“

Wie es weitergeht mit Mose und dem Auftrag, den Gott ihm gibt, erfahrt ihr am nächsten Dienstag. Euch allen eine schöne Woche!

Euer Martin Schewe

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