Sehnsucht nach dem Land des Gelingens
„Der Schmerz und das Glück lehren uns weinen.
Fulbert Steffensky
Beide sagen uns, dass wir noch nicht da sind, wohin wir gehören.“
WeiterlesenIn seinem Vortrag „Die große Sehnsucht“ zitiert der Theologe Fulbert Steffensky das Lied der Seeräuber-Jenny aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper. Die Seeräuber-Jenny arbeitet als Dienstmagd in einem heruntergekommenen Hotel, wo sie die Gläser spült und dankbar ist für jeden Cent, den sie bekommen kann. Aber sie hat einen großen Traum, dass sich das eines Tages ändern wird. Sie erwartet die Ankunft eines großen Schiffes mit acht Segeln und fünfzig Kanonen, das mit ihr entschwinden wird. Mit ihrer Sehnsucht und ihrer Gewissheit, dass sie eine andere ist als die Sklavin, beginnt ihre Befreiung. „Dieser Traum spricht der kargen Gegenwart das Recht ab, sich als endgültige Welt aufzuspielen. Mensch ist man, solange man nach den Schiffen der Freiheit Ausschau hält und solange man sie ersehnt. Nur da ist nichts mehr zu erwarten, wo nichts mehr erwartet wird…“ – so Steffensky im O-Ton.
Die Sehnsucht lässt sich nicht mit kleiner Münze abspeisen, sie verlangt immer nach dem Ganzen, Größeren, vielleicht sogar nach dem, was uns noch unmöglich erscheint. Viele Lieder und Texte der Advents- und Weihnachtszeit spiegeln diese menschliche Sehnsucht. Beim Propheten Jesaja überschlagen sich die Bilder und Visionen der Unmöglichkeit geradezu. Sie greifen weit aus in das „Land des Gelingens“ und sind geprägt von der tiefen Hoffnung nach Heil, nach Frieden und Gerechtigkeit.




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