Kleine Röhre, große Wirkung – schon ausgebucht vor der Eröffnung

Wir haben gemeinsam Insektenhotels gebaut, um den Insekten ein Zuhause zu bieten und sie bei ihrer Vermehrung zu Unterstützen. 

Aber ist das nicht ein Eingriff in die Natur?

Theoretisch gesehen, ja. Viel wichtiger ist jedoch, wie wir Menschen den Insekten Tag für Tag, Woche für Woche und Jahr für Jahr ihren Lebensraum wegnehmen. Wir bauen die Gärten mit Häusern und Steinen zu, entfernen den Reisig und beseitigen das Laub. Wir reißen Bäume und Sträucher aus dem Boden, die unharmonisch sind. Wir versiegeln die Flächen. Wir betreiben Urbanisierung und zerstören damit die Natur und den freien Lebensraum der Tiere. 


Wo sollen Tiere da noch Unterschlupf finden? 


Wir als Menschen begehen mit unserer Lebensweise einen viel größeren Eingriff in die Natur. Und das nicht nur hier, sondern überall auf der Welt. Somit sind Insektenhotels bestenfalls eine kleine Revanche unsererseits gegenüber den Insekten, um ihnen einen winzig kleinen Teil des Ganzen zurückzugeben. 

Dass wir diesen Eingriff vornehmen ist wichtig, um das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten und die natürliche Nahrungskette aufrecht zu erhalten. Denn ohne Insekten haben wir kein Obst mehr und auch sonst kaum noch Pflanzen.
84% unserer Nutzpflanzen, sowie der Nutzpflanzen weltweit, sind auf den Bestand der Insekten angewiesen. 
Außerdem sind ihre Fressfeinde auf sie angewiesen, um überleben zu können. Haben Vögel, Igel etc. nichts mehr zu fressen so verhungern sie. Gäbe es keine Insekten mehr so entstünde ein Teufelskreis, da die Tierarten jeweils zu wenig Nahrung finden würden, dadurch die Anzahl der Spezies reduziert würden und damit ein Problem für die eigenen Fressfeinde darstellen würde. Somit sind auch die eigentlich für uns lästigen und unscheinbaren Tiere von großer Bedeutung für uns und die ganze Erde. 

Seit 1990 sind ca. 76% der Insektenbiomasse, also der Insekten zurück gegangen. Das muss ein Ende finden. 

Ziel der Aktion war also, nicht einfach nur Aufklärung zu betreiben, sondern wirklich etwas zu ändern und anzupacken. Auch wenn es noch so klein erscheint, macht es doch einen Unterschied. Wichtig dabei war es, dass es möglichst kostenfrei und unkompliziert, aber effektiv, ist. Teilnehmen konnten Schüler*innen von der 5. Bis zur 8. Klasse. 

Gebaut wurde nach folgender Anleitung: 


Nachdem alle in den Makerspaces, unseren neuen Bastel- und Handwerksräumen eingetroffen waren und die Materialien

vorbereitet, konnte es losgehen und das muntere Basteln begann.

Zuerst wurden die Äste mit gegenseitiger Unterstützung geschnitten. Dies gelang mit Hilfe von großen Astscheren und kleinen Strauchscheren. Anschließend wurden die Äste mit aller Kraft in die Dosen gestopft, so dass auch ja nichts wieder herausfiel. 

Nachdem wir dann eine Menge fertiger Exemplare besaßen und noch überraschend viel Zeit hatten, haben wir uns spontan dafür entschieden diese noch etwas künstlerisch aufzubereiten. 

Nach nur kurzer Zeit standen also diese bunten Kreationen vor uns. Wir hatten die Dosen angeschliffen, um der Acrylfarbe einen besseren Halt zu gewährleisten. Ganz wichtig war zu beachten, die Dosen nur von außen zu bemalen um die chemische Farbe nicht innen, wo die Insekten einziehen sollen, zu verteilen. 

Nun werden die Hotels in den Gärten an einem sonnigen und warmen Platz platziert. Sie sollten Wind und Regen geschützt, mindestens 50cm über dem Boden, aufgehängt werden

Alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Tag für den Naturschutz und eine coole Beschäftigung für unsere jüngeren Schüler*innen. 
Jetzt seid ihr dran! Nehmt euch ein Beispiel an den Kindern, die mit so viel Eifer dabei waren, und werdet selbst aktiv. Schnappt euch eure Geschwister, eigenen Kinder, Nichten oder Neffen und baut euer eigenes Insektenhotel nach. Es kostet fast nichts, dauert nicht lange, bringt jede Menge Spaß und hat eine riesige Wirkung für unsere lokale Umwelt. 
Jede Dose zählt! Überall auf der Welt!

Warum das Ganze so extrem wichtig ist, haben wir für euch in folgender Übersicht noch einmal kompakt zusammengefasst: 

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