Unser Blog-Herzstück: Wir berichten über das „Innenleben“ am ESG, wir zeigen, wie bunt und lebendig, wie kreativ und lustig, wie engagiert und vielfältig es hier am ESG so zugeht. Eine kontinuierliche Chronologie unseres alltäglichen Schullebens hier am ESG!
Drei Schülerinnen erzählen, wie das ESG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde
Mit viel Engagement haben sich Beray, Azra und Ghazal (EF) dafür eingesetzt, dass das ESG das Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhält. Im Interview erzählen sie, wie die Idee entstanden ist, welche Herausforderungen es gab und warum die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnt.
Bitte stellt euch doch kurz vor.
Beray: Ich bin Beray und gehe in die EF.
Azra: Ich bin Azra, ebenfalls in der EF.
Ghazal: Und ich bin Ghazal, auch in der EF.
v.l. Ghazal, Azra, Beray (Foto: Th. Göhler)
Wann habt ihr zum ersten Mal gedacht: „Unsere Schule sollte Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage werden“?
Die Idee entstand im März 2024. Damals haben wir bei Frau Strüwe an einem Projekt zum Internationalen Tag gegen Rassismus teilgenommen. Dabei haben wir gemerkt, wie wichtig das Thema ist und wie viel man an einer Schule bewegen kann. Das und die Tatsache, dass wir über Freunde an anderen Schulen wie der GSS über die positiven Auswirkungen des Projekts Bescheid wussten, hat uns inspiriert, das Projekt dauerhaft an unserer Schule umzusetzen.
Was war der schwierigste Schritt auf dem Weg zum Label?
Vor allem war es schwierig, andere von der Idee zu überzeugen und möglichst viele Menschen mitzunehmen. Außerdem gab es viele organisatorische Aufgaben, Abstimmungen und bürokratische Schritte. Auch der Videodreh für das Projekt hat viel Zeit und Arbeit gekostet.
Gab es Momente, in denen ihr gedacht habt, dass es vielleicht nicht klappt?
Ja, immer wieder. Es gab Missverständnisse und Situationen, in denen wir uns gefragt haben, ob wir unser Ziel erreichen würden. Zum Glück haben wir immer Unterstützung bekommen und weitergemacht.
Wer hat euch bei dem Projekt besonders unterstützt?
Vor allem Frau Tewes und Frau Bansmann. Sie hatten immer ein offenes Ohr für uns, haben uns verstanden und uns während des gesamten Projekts begleitet.
Viele denken bei Rassismus an extreme Fälle. Wie zeigt sich Rassismus im Schulalltag?
Oft zeigt sich Rassismus viel subtiler. Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Nationalität in Schubladen gesteckt. Aussagen wie „Das sind halt die Türken“ oder ähnliche Verallgemeinerungen, aber auch Witze und Blödeleien werden oft als harmlos angesehen, können aber verletzend sein.
Warum ist es wichtig, nicht wegzuschauen, auch wenn man selbst nicht betroffen ist?
Wenn niemand etwas sagt, verändert sich auch nichts. Rassismus betrifft zwar nicht immer jeden direkt, aber er betrifft unsere gesamte Schulgemeinschaft. Deshalb ist es wichtig, hinzuschauen, zuzuhören und Betroffene zu unterstützen.
Was bedeutet das Label für euch persönlich?
Natürlich freuen wir uns über die Auszeichnung, darüber, dass wir das einfach geschafft haben. Gleichzeitig sehen wir das Label aber nicht als Preis, sondern als Verpflichtung. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir als Schulgemeinschaft Verantwortung übernehmen wollen. Für uns ist das kein Abschluss, sondern der Startschuss für weitere Projekte.
Worauf seid ihr besonders stolz?
Darauf, dass wir trotz des großen Zeitaufwands und vieler Herausforderungen nicht aufgegeben haben. Der Moment auf der Bühne bei der Verleihung war etwas ganz Besonderes und hat uns gezeigt, dass sich die Arbeit gelohnt hat.
Warum ist das Label mehr als nur eine Plakette an der Wand?
Weil sich mit dem Label auch eine Verantwortung verbindet. Es reicht nicht, die Auszeichnung zu erhalten – entscheidend ist, wie wir sie im Schulalltag mit Leben füllen. Das Label erinnert uns daran, aufmerksam zu bleiben und uns aktiv für Respekt und Vielfalt einzusetzen.
Was würdet ihr Schülerinnen und Schülern sagen, die denken: „Bei uns gibt es doch gar keinen Rassismus“?
Wir würden sagen: Augen und Ohren offen halten. Viele Dinge passieren im Alltag und werden gar nicht bemerkt. Manche Aussagen oder Witze verletzen Menschen, auch wenn andere das vielleicht nicht merken. Deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen, Alltagsrassismus zu erkennen und daraus zu lernen.
Welche Aktionen oder Projekte wünscht ihr euch für die kommenden Jahre?
Ideen gibt es auf jeden Fall genug. In diesem Jahr gab es bereits die Aktion, bei der möglichst viele Schülerinnen und Schüler Pink getragen haben, um ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Daran möchten wir anknüpfen.
Wir könnten uns zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit dem Fach Kunst vorstellen, um die Themen Vielfalt, Respekt und Courage im Schulgebäude sichtbar zu machen. Auch größere Schulaktionen wären denkbar – etwa gemeinsame Veranstaltungen nach dem Vorbild anderer Schulen, Konzerte oder Aktionstage.
Spannend fänden wir außerdem einen interreligiösen Abend, bei dem Menschen unterschiedlicher Religionen miteinander ins Gespräch kommen. Auch ein Aktionstag mit kulinarischen Angeboten aus verschiedenen Kulturen wäre eine schöne Möglichkeit, Vielfalt erlebbar zu machen.
Ein weiteres Thema ist für uns die stärkere Berücksichtigung religiöser Feiertage. Darüber möchten wir demnächst auch mit der Schulleitung ins Gespräch kommen.
Kurz gesagt: Es gibt unglaublich viele Ideen – und noch jede Menge zu tun. Das Label soll schließlich nicht nur eine Auszeichnung sein, sondern der Beginn einer langfristigen Entwicklung.
Was wäre für euch ein Zeichen dafür, dass sich das Projekt wirklich gelohnt hat?
Es müssen nicht immer riesige Veränderungen sein. Schon wenn sich das Miteinander in einer Klasse verbessert oder Menschen bewusster miteinander umgehen, wäre das ein Erfolg. Wenn es einfach normal ist, aufzupassen, wie wir miteinander umgehen, wenn Achtsamkeit quasi das neue Normal wird.
Was habt ihr durch das Projekt gelernt?
Wir haben gelernt, dass Veränderungen Zeit brauchen und dass man manchmal viel Geduld haben muss. Gleichzeitig haben wir erlebt, wie viel man erreichen kann, wenn man an eine Idee glaubt und nicht aufgibt.
Welche Botschaft möchtet ihr euren Mitschülerinnen und Mitschülern mitgeben?
Denkt erst nach, bevor ihr sprecht. Und behandelt andere Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden möchtet.
Wenn ihr einem neuen Fünftklässler in einem Satz erklären müsstet, was „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bedeutet – was würdet ihr sagen?
Es bedeutet, aufeinander zu achten, respektvoll miteinander umzugehen und den Mut zu haben, einzuschreiten, wenn Menschen ausgegrenzt oder verletzt werden.
Am 21. Mai hat unsere Schülerfirma AeroOne einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Wir wurden beim IW Junior Landeswettbewerb Nordrhein‑Westfalen mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Dieser Erfolg ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung, strategischer Teamarbeit und eines professionellen Gesamtauftritts, der sowohl Jury als auch Publikum überzeugt hat.
AeroOne bietet professionelle Drohnenaufnahmen für Immobilienmakler, Bauunternehmen, Architekten und weitere Branchen an. Mit modernster Technik erstellen wir hochwertige Luftbilder und Videos, die Projekte aus neuen Perspektiven zeigen und unseren Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bieten.
Der Landeswettbewerb bestand aus mehreren zentralen Elementen, die jeweils unterschiedliche Kompetenzen unseres Teams gefordert haben: Pitch, Messestand und Juryinterviews.
Der Tag begann mit unserem Pitch, der für uns ein entscheidender Moment war. In wenigen Minuten mussten wir nicht nur unsere Dienstleistung, sondern auch unsere Vision, unser Geschäftsmodell und unsere Motivation klar und überzeugend darstellen. Unser Ziel war es, die Jury sofort mitzunehmen und die Stärken von AeroOne präzise herauszuarbeiten. Die positive Resonanz zeigte uns, dass uns das gelungen ist.
Im Anschluss präsentierten wir AeroOne an unserem Messestand. Hier hatten wir die Möglichkeit, unsere Dienstleistung im direkten Austausch zu erklären, Fragen zu beantworten und unser Konzept greifbar zu machen. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten großes Interesse an unserer Idee, und wir konnten wertvolle Gespräche führen. Besonders wichtig war uns, dass unser Stand Professionalität ausstrahlt und gleichzeitig zeigt, wie viel Leidenschaft in unserem Projekt steckt.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Wettbewerbs waren die Juryinterviews. In diesen Gesprächen wurde unser Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: wirtschaftlich, organisatorisch, strategisch und innovativ. Die Jury stellte anspruchsvolle Fragen zu Marktanalyse, Finanzplanung, Sicherheitsvorschriften und Zukunftsperspektiven.
Wir konnten als Team geschlossen auftreten, präzise antworten und zeigen, dass wir AeroOne nicht nur präsentieren, sondern auch unternehmerisch durchdringen.
Als schließlich die Entscheidung verkündet wurde und unser Name fiel, war die Freude im Team riesig. Der Sieg beim Landeswettbewerb bestätigt nicht nur die Qualität unserer Dienstleistung, sondern auch die Stärke unseres Teamgeistes und unserer Arbeitsweise.
Mit dem Landessieg haben wir uns nicht nur 400 Euro gesichert, sondern uns auch für den Bundeswettbewerb am 16. Juni in Köln qualifiziert, bei dem wir von Frau Milse und Herr Leiskau begleitet werden. Dort treten wir gegen die besten Schülerfirmen der anderen Bundesländer an. In den kommenden Wochen optimieren wir unseren Pitch, überarbeiten unseren Messestand, vertiefen unsere Marktanalyse und bereiten uns intensiv auf die Jurygespräche vor. Unser Ziel ist es, AeroOne auf nationaler Ebene ebenso überzeugend zu präsentieren wie in NRW.
Liebe Ehemalige, liebe Angehörige und Freunde des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums,
im Jahr 2026 feiert das Evangelisch Stiftische Gymnasium sein 175-jähriges Bestehen. Dieses besondere Jubiläum möchten wir gemeinsam mit Ihnen feiern und dabei die Geschichte unserer Schule lebendig werden lassen.
Dafür sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Haben Sie noch alte Klassenfotos, Aufnahmen von Schulveranstaltungen, Ausflügen, Projekten oder andere Erinnerungsstücke aus Ihrer Zeit am ESG? Dann würden wir uns sehr freuen, wenn Sie diese mit uns teilen.
Ihre Fotos und Dokumente helfen dabei, ein buntes Bild aus 175 Jahren Schulgeschichte zusammenzustellen und die Erinnerungen vieler Generationen sichtbar zu machen. Wir werden mit aktuellen Schüler:innen der Jahrgangsstufe 9 dann eine Auswahl treffen und sie später im Bildband veröffentlichen.
Sie können Ihre digitalen Fotos und Scans gerne an folgende E-Mail-Adresse senden:
Falls Sie nur Papierfotos besitzen, können Sie diese einscannen / abfotografieren oder sich mit uns in Verbindung setzen. Gemeinsam finden wir eine Möglichkeit, Ihre Erinnerungen für das Jubiläum zu sichern. Am Schulfest selbst werden wir auch mit einem Stand vor Ort sein und können Bilder digitalisieren.
Bitte geben Sie – soweit bekannt – möglichst folgende Informationen an:
Jahr oder Zeitraum der Aufnahme
Anlass oder Veranstaltung
Abgebildete Personen oder Klassen
Kurze Erinnerungen oder Geschichten zum Foto
Ihren Namen und Kontaktdaten
Wir freuen uns über jeden Beitrag und danken Ihnen herzlich dafür, dass Sie dazu beitragen, die Geschichte des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums für aktuelle und zukünftige Generationen lebendig zu halten. Mit der Zusendung erklären Sie sich automatisch einer späteren Veröffentlichung einverstanden. Bitte senden Sie uns Ihre Erinnerungsstücke bis zum 3.7.2026 zu.
Mit freundlichen Grüßen
Das Bildbandteam Arne Söker, Kai Clamor und Moritz Tonk
Im Deutschunterricht der 7b lesen wir zurzeit den Roman „Retro – Geh nicht online“. Darin geht es um eine Schülerin, die nach einem Streit mit einer Freundin online angefeindet wird, nachdem ein Video von ihr hochgeladen wurde. Schnell wird beim Lesen der Lektüre deutlich, wie schnell aus alltäglichen Konflikten im Netz ernsthafte Probleme entstehen können. Cybermobbing ist dabei kein Einzelfall, sondern ein Thema, das viele Menschen betrifft – Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Um uns intensiver damit auseinanderzusetzen, haben wir Besuch von den Medienscouts bekommen. Lotte, Finja und Helena aus der Q1 haben mit uns einen Workshop durchgeführt und uns verschiedene Aspekte von Cybermobbing nähergebracht.
Die 6c hat im Deutschunterricht die Lektüre „Kinder mit Stern“ von Martine Letterie gelesen. In dem Roman geht es um fünf niederländische Kinder, die aus ihrer Sicht den Holocaust schildern. Die Schüler:innen durften sich eine der Romanfiguren heraussuchen, zu dem sie dann einen Museumskoffer gestaltet haben. Pflicht- oder Wahlaufgaben waren u.a. ein fiktives Gespräch mit dem Kind zu führen, einen Tagebucheintrag aus der Sicht des Kindes zu verfassen, über die Gründe für die Vorurteile gegenüber Juden zu recherchieren oder eine Lieblingstextstelle als Collage illustrieren.
Hier seht ihr die beeindruckenden Ergebnisse:
Wir vom Blog freuen uns mal wieder total über eure Einsendung für die Rubrik „Leben und lehren am ESG“, in der wir euch immer wieder zeigen wollen, was so hinter unseren Klassentüren passiert. Und dafür ist eure Arbeit, liebe 6c, ein super Beispiel – mit einem heute doch so wichtigen Thema!
Wenn auch ihr mal hier auf dem Blog mit euren Arbeiten, euren Projekten, Ideen, Aufrufen, Ankündigungen o.ä. erscheinen wollt, dann schreibt uns einfach über Itls oder Kopano. Wir freuen uns!
Ein Film über den Holocaust – aber ganz anders, als man es erwartet.
Drei zehnte Klassen unserer Schule haben The Zone of Interest im Bambi Kino gesehen, einen Film, der nicht nur visuell, sondern vor allem akustisch unter die Haut geht. Während die Bilder scheinbar eine normale Alltagswelt zeigen, erzählen die Geräusche eine beklemmende, unaussprechliche Wahrheit.
Im Geschichtsunterricht haben wir uns mit dem Holocaust beschäftigt, in Deutsch mit politischer Lyrik – und dieser Film schlägt eine Brücke zwischen beidem. Er macht fassungslos, gerade weil er so unaufgeregt bleibt.
Zwei Schüler*innen aus dem Geschichte-Bili-Kurs bei Herrn Tonk haben daraufhin ihre Gedanken in Rezensionen festgehalten. Ihre Eindrücke und Analysen wollen wir euch hier vorstellen:
Movie review: The Zone Of Interest
Although the award-wining movie “The zone of interest” strikes with an incredible concept of portraying the national socialism, the lack of a plot and the ambivalent acting prevent the movie form being a masterpiece. It is a different kind of movie, as the violence of the Nazi-regime is not portrayed directly but the absurdity of the daily life of a concentration camp supervisor living next to the camp is shown in a disturbing way.
The movie starts with a black screen that is, in my opinion, placed too early in the movie. This could be used to let the user process the events of the movie later on. The acting in the beginning seems a bit unprofessional, however this improves throughout the movie. The family of Rudolf Höß, a high-ranking SS-officer, lives directly next to the wall of one of the Auschwitz concentration camps. At one point in the movie, the mother of Rudolf’s wife visits them and his wife gives her a tour through the house and garden. Her mother really liked the garden and plants. They were talking about the beauty of the garden and the wall to the camp as if it was nothing. The absurdity of their life next to the camp is also proven by the constant screams, audible throughout the whole movie. Another really disturbing moment is, when Rudolf should be stationed to another camp and his wife tells him “We have the paradise in front of our door.” This is very ironic, as the concentration camp next to their door is the closest to hell that somebody can get to on earth. The only thing missing in the movie is a plot. The whole movie is filled with mind games yet there is no clear progress to be seen in the story. Rudolf gets promoted and takes part in some SS-meetings but there is also no satisfying end to the movie. Nonetheless this could also be a symbol for live in the camps: You’re hoping for something to change the whole time, but nothing happens.
In conclusion, the movie creates a great contrast between the live of the SS-officer and his family and the live in the camps without showing any graphical content from the camps. Almost everything brutal in this movie happens in the viewers head which leaves room to interpret the thing happening. I would give the movie a four out of five, as I really like the idea and concept, but I am missing the story.
(Ben)
Film review – The zone of interest
The film “The zone of interest” directed by Jonathan Glazer tells the dark story of the NS – regime out of a new perspective. By letting the movie tell the story of a rich privileged family living next to the concentration camps. It shows us the happiness and untroubled life of a seemingly normal family creating a heavy atmosphere for the viewer, who was confronted with the horrible facts of the NS – time all their life.
“The zone of interest” is an amazing and highly needed movie for our society. The movie manages to create a completely new kind of horror relating the topic, causing the audience to be actually touched by these facts they have heard again and again. To intensify this effect the movie makes very unfamiliar directing choices, which leaves the viewer even more unsettled. The horror seems to wait behind every corner. In a small look outside the window, a conversation about curtains or the innocent game of the children. The never-ending irony of this movie makes it stand out, showing us a rich family getting more and more wealthy and fights between the parents, because some parts of the family can already not live without this privilege they are perceiving.
Even though the viewer doesn´t see anything terrible out of an objective perspective, the viewer is horrified by their own associations. Every viewer knows what happened, the movie does not try to teach anything, it does not have to. The director knows that he can put the focus somewhere else, just showing what happened is enough. The amazing acting of the film makes this effect really come together, leaving the viewer feeling like watching a documentary.
All in all, the movie is an interesting, if not important experience to really understand the crimes of WW2 on another level. It is a recommendation for all, ready to be shocked and unsettled.
(Ina)
How films change our minds and actions
Zusätzlich interessant in diesem Zusammenhang die Frage, die Lillie in ihrem Aufsatz stellt, wie Filme unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen beeinflussen. Sie zeigt auf, dass Filme nicht nur unterhalten, sondern auch Meinungen formen, soziale Normen beeinflussen und unser Bewusstsein für bestimmte Themen schärfen können. Ihr Text motiviert dazu, Angebote wie die der Schulkino-Wochen anzunehmen und aufzunehmen als Lernen am anderen Ort 🙂
Letzte Woche haben wir im Biologie-Unterricht mithilfe der VR-Brillen einen genaueren Blick auf tierische und pflanzliche Zellen geworfen. „Inside the cell“ kann man hier wörtlich nehmen – man fühlt sich, als würde man direkt in die Zelle eintauchen.
Dieser kleine Ausflug hat auf jeden Fall geholfen, uns Zellen und ihre Bestandteile besser im dreidimensionalen Raum vorstellen zu können.
Viele Grüße
Ein Biologie EF-Kurs
P.S. Vielen Dank an die freundlichen Helfer der CompuTecS und Herrn Schüler.
Unsere Partnerschule im Slum von Nairobi steht vor der Schließung – für die Schülerinnen und Schüler vor Ort wäre das ein großer Verlust. Neben Bildung bietet die Schule vielen Kindern die einzige tägliche warme Mahlzeit und sauberes Trinkwasser.
Wir, die Prisma-Kurse der achten Klassen, haben uns vorgenommen, bis Weihnachten Spenden zu sammeln, um die Schule zu unterstützen. Mit Aktionen wie dem Schoko-Lolli-Verkauf, einem Wettbewerb und Spenden beim Weihnachtskonzert hoffen wir, unser Ziel zu erreichen.
Macht mit und helft uns, diesen wichtigen Ort für die Kinder zu bewahren!
Eure Prisma-Kurse der achten Klassen
Ihr findet uns übrigens auch auf Insta und TikTok: 🙂
Anbei der offizielle Brief zu dieser Aktion mit allen wichtigen Details:
Im Rahmen der Kooperation zwischen dem Evangelisch Stiftischen Gymnasium und dem Theater Gütersloh führten Manuel Roy-Chowdhury (EF), Ghazal Alnajjar, (10e) Jeyshika Jeyaganesan (10d) und Julia Brych (10d) unter der Leitung von Caroline Bendix und Sonja Rapp am 11. November 2024 ein Interview mit einem Teil des Ensembles der Produktion „Weberei oder die Erfindung des Bademantels“. Interviewt wurden Christian Schäfer (Regie) sowie die Schauspieler:innen Constantin Gerhards, Christiane Hagedorn und Volker Schiewer. Mit dabei waren außerdem Annika Großestrangmann, Jule Heerlein und Lotta Luisa Hoff, drei Schülerinnen der Klasse 10c des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums, die über ihre Teilnahme am Spielclubs 13+ (Leitung: Anna Lena Friedrichs), die Rolle der „Seidenraupen“ übernahmen und so aktiv in dieser spannenden Uraufführung mitwirkten.
ESbloG:Könntet ihr euch kurz für uns vorstellen?
Christian Schäfer: Ich bin der Regisseur von der „Weberei“ und der künstlerische Leiter im Theater Gütersloh, das mehrheitlich ein Gastspielhaus ist. Aus allen Himmelsrichtungen laden wir Schauspieler:innen für Eigenproduktionen ein.
Constantin Gerhards: Ich bin Constantin Gerards. In der „Weberei“ spiele ich verschiedene Rollen über eine Epoche von mehr als 100 Jahren.
Volker Schiewer: Ich bin Volker Schiewer und Ensemblemitglied der Gütersloher Bürgerbühne. Mal an einer Produktion von Christian Schäfer unter Einsatz sämtlicher Bühnentechnik teilzunehmen hat mich sehr stolz gemacht. Meine Auftritte waren zwar kurz, aber prägnant. Ich spiele die einzige historische Person in diesem Stück und freue mich jetzt schon auf die Aufführungen im Januar.
Christiane Hagedorn: Ich bin Christiane Hagedorn und spiele die Gründerin der Fabrik, um die es in der „Weberei“ geht. Außerdem spiele ich meine eigene Tochter, die durch die Zeiten geht, in ihrem langen und turbulenten Leben sehr viel erlebt und fast 100 Jahre alt wird. In einigen Situationen muss sie sich entscheiden, wo und zu wem sie steht, auch in politischem Sinne.
ESbloG:Wie seid ihr auf die Stückidee gekommen?
Christian Schäfer: Bei unseren Eigenproduktionen wählen wir vorrangig Themen, die mit unserer Stadt oder unserer Region zu tun haben. Die Stadt Gütersloh galt als die Stadt der Weber und das Textilwesen war sehr maßgeblich für die die Stadtwerdung. Im Stadtwappen ist z.B. ein Spinnrad bzw. Antriebsrad einer Webmaschine zu sehen, was die Bedeutung des Themas für die Stadt Gütersloh untermalt. Einige meiner ehemaligen Nachbarn, die in früheren Zeiten in Textilfabriken tätig waren, erzählten mir von ihrer Arbeit. Außerdem erzählte mir Matthias Borer, der in Gütersloh einen Verlag besitzt und Indoor-Stadtführungen anbietet, von den Seidenraupen. Im Raum OWL gab es tatsächlich den Versuch, Seidenraupen zu züchten, was nicht geklappt hat. Matthias Borner übermittelte mir dazu Texte. Stück für Stück hat sich die Thematik also zusammengefügt und auch die Autorin Lisa Sommerfeldt hat durch ihre Großeltern, die eine Textilfabrik besaßen, einen eigenen Bezug zu dieser Geschichte.
ESbloG:Welchen Eindruck habt ihr von der Stadt Gütersloh und gab es ein Casting im Vorfeld der Proben?
Christiane Hagedorn: Bevor ich hier gespielt habe, kannte ich Gütersloh noch nicht gut. Mir fällt auf, wie lebendig die Stadt ist. Von früh bis spät sehe ich unheimlich viele junge Leute und Familien auf den Straßen, was mir sehr gut gefällt. Das erste Mal habe ich 2019 in Gütersloh für „Der Prediger“ gespielt. Für die aktuelle Rolle in der Weberei wurde ich erneut gefragt. Die Arbeit damals hat mir so viel Spaß gemacht und noch bevor ich das Stück kannte, wusste ich, dass ich an der Produktion mitwirken will.
Constantin Gerhards: Was mir auffällt ist, dass die Stadt jeden Tag unfassbar viel macht. Es gibt diesen großen Marktplatz, man kann sehr gut essen gehen, es gibt die unterschiedlichsten Läden und während unserer Proben war das große Musikfestival in der Stadt. Was mir am Theater gut gefällt, ist, dass es auch viel junges Publikum ins Theater holt, z.B. durch Aktionen wie das Kindertheaterfestival. Auch für mich gab es kein Casting, denn auch ich habe bereits einmal in Gütersloh eine Hauptrolle gespielt und wurde für diese Produktion erneut gefragt. Toll ist, dass wir in den Arbeitsprozess des Stücks von Beginn an involviert waren.
ESbloG: Wie lange habt ihr geprobt und wie war der Probenprozess?
Constantin Gerhards: 8 Wochen von Juni bis Juli 2014 und dann nochmal ab Mitte August für vier Wochen.
Christian Schäfer: In vielen Theaterhäusern ist es üblich morgens und abends je vier Stunden, von 10:00 bis 14:00 Uhr und von 18:00 bis 22:00 Uhr zu proben, was natürlich überhaupt nicht Familienkompatibel ist, sich aber auch gerade in der Theaterwelt ändert. Wir haben meistens morgens angefangen und am Nachmittag nach 6 bis 8 Stunden aufgehört.
Volker Schiewer: Ich war lange Berufsschullehrer und diese Probenzeiten wären in der Zeit meiner Berufstätigkeit gar nicht möglich gewesen. In dem Stück habe ich vier kleinere Auftritte und trotzdem muss man die ganze Zeit aufmerksam bleiben und darf seinen Auftritt nicht verpassen. Das ist anstrengend, aber auch ganz toll.
ESbloG: Was hat besser geklappt, als erwartet und was war herausfordernd?
Constantin Gerhards: Herausfordernd war, dass wir einen großen Batzen unterschiedlicher Kostüme hatten, mit denen wir in unseren vielen verschiedenen Rollen agieren mussten. Wir hatten keine Requisiteur:innen, d.h. wir als Team waren für die Organisation verantwortlich. Es ist eine Riesenbühne…
Volker Schiewer: Was muss wo liegen und wann? Im Gegensatz zum Film, muss im Theater alles von vorne bis hinten laufen und wird auch nicht unterbrochen, es sei denn der Hut von Queen Elisabeth fehlt plötzlich…
Constantin Gerhards: In einer Szene trete ich als Queen auf und es gab eine Probe, bei der ich einige Male über die Bühne gerannt bin und verzweifelt meinen Hut suchte… Solche Dinge können passieren, wenn sie auch nicht ständig passieren sollten… Man muss dann wissen, wie viel Zeit der Kostümwechsel kostet, um dann mit einer gewissen Haltung auf die Bühne zu gehen und sich auf die Rolle einzulassen.
Christiane Hagedorn: Für mich war es einfacher, weil ich in diesem Stück längere Phasen habe, in denen ich dieselbe Person spiele und ich daher nicht so unglaublich schnelle Umzüge hatte. Außerdem hatten wir einen kleinen Gang, in dem wir auf der Bühne versteckt von rechts nach links kommen konnten.
ESbloG: Wie lief die Premiere? War sie ausverkauft und wie waren die Reaktionen des Publikums?
Christiane Hagedorn: Das war ganz toll. Wir waren ausverkauft und die Reaktionen waren total klasse. Wir hatten Standing Ovations, was mich total überrascht hat. Natürlich wünscht man sich als Schauspielerin eine solche Wucht aus dem Zuschauerraum, man kann sie aber gar nicht erwarten und das ist jedes Mal ein irres Erlebnis.
Constantin Gerhards: Es war unser bester Durchlauf, den wir hatten. Nach anderen Stücken kommen die Leute hinterher und geben dir allgemeines Feedback. Bei diesem Stück wurde bei der Premierenfeier über das Thema darüber diskutiert, was fiktiv war und welche realen Biografien miteinbezogen wurden. Diese Art von Austausch war toll.
Volker Schiewer: Im Publikum herrschte totale Begeisterung, auch weil das Stück unheimlich viel Lokalkolorit besitzt. Meine Tochter, die auch im Publikum saß, beobachtete, dass einige Leute mit Tränen in den Augen in die Pause gingen.
Christian Schäfer: Auch wenn das Stück einen Überblick über die Epochen liefert, behandelt es beispielsweise die Kriegssituationen sehr intensiv, was der Autorin Lisa Sommerfeldt ein großes Anliegen war. Besonders der erste Teil der Geschichte beinhaltet tragische Szenen. Mit einem solchen Eindruck wird das Publikum erstmal sehr erschüttert in die Pause entlassen, bevor im zweiten Teil heiterere Passagen folgen. Bei dem Stück handelt es sich um eine Uraufführung und die Spannung, wie das Stück beim Publikum ankommen wird, war sehr groß. Wichtig war mir, dass die Leute mit einem anderen Gefühl das Theater verlassen, als sie hineingegangen sind.
ESbloG:Wie bereitet ihr euch auf die noch anstehenden Aufführungen im Januar vor, wenn vorher abgesehen von einer Leseprobe, keine Proben mehr stattfinden?
Constantin Gerhards: Es wird wahrscheinlich eine zweitägige Wiederaufnahme geben. Für das Ensemble bedeutet dies, den Text erneut durchzugehen und sich auf den Stückverlauf vorzubereiten.
Volker Schiewer: Ich ziehe meinen Hut vor der Fähigkeit der Berufsschauspieler:innen, diese langen Texte zu bewältigen. Zwischenzeitlich spielen sie auch in anderen Stücke und müssen zwischen mehreren Stücktexten hin und her switchen können.
ESbloG:Habt ihr euch „Scherze“ für die Dernière überlegt und verratet ihr sie uns?
Volker Schiewer: Theaterspielen ist ernsthafte Arbeit, da haben Scherze nichts zu suchen. Es ist allerdings bemerkenswert, wie die Profischauspieler:innen in der Lage sind, kleine Situationen zu überspielen, z.B. wenn plötzlich ein Satz fehlte, hat das Publikum es niemals gemerkt.
Christian Schäfer: Ich bin kein besonderer Fan von Dernierengags. Wenn dann, darf das Publikum diese Gags nicht merken. Es passiert, dass unter Umständen etwas lustig gemeint ist, aber ein eigentlich im Stück enthaltener Gag seinen Charme verliert. Bei uns ist es nicht so, dass wir nach 200 Vorstellungen mal in ein Stück Scherze einbauen können. Wir haben nur diese fünf bis 10 Vorstellungen und diese sind sehr wertvoll…
ESbloG:Welche Rolle haben die Seidenraupen?
Annika, Jule und Lotta (10c): Früher wurde die Seide nicht von Schafen genommen, sondern von Seidenraupen. Die Seide wurde weiterverarbeitet und im Krieg verwendet. In OWL hat es nicht geklappt, Seidenraupen zu züchten. Viele Seidenraupen sind gestorben, so auch wir während unserer drei Auftritte im Stück. Als Seidenraupen hatten wir nicht viel Text. In jeder Szene sind wir mindestens einmal gestorben und haben mittels Ironie für Lacher gesorgt und dem Publikum so ermöglicht, mal kurz durchzuatmen.
Christian Schäfer: Die Auftritte der Seidenraupen finden in drei verschiedenen Zeiten statt. Zunächst Ende des 18. Jh., dann im 2. Weltkrieg. Bei dieser zweiten Szene muss ich auch regelmäßig lachen, obwohl sie brutal ist. Diese Szene ist fürchterlich, weil sie die Versuche der Nationalsozialisten zeigt und ihren Umgang mit Lebewesen. Schließlich endet das Ganze in einer Vergasungsszene. Es birgt in sich immer eine gewisse Komik, wenn Menschen Tiere spielen, hier Raupen… Wie unterhalten sich Raupen? Gerade diese zweite Szene hat dennoch einen ernsten Hintergrund und ist von Lisa Sommerfeldt sehr pointiert und toll geschrieben. Constantin Gerhards spielt eine Nazilehrerin und es gibt eine Schülerin, die mit den Seidenraupen experimentieren muss. Kranke Seidenraupen werden vernichtet. Was ist lebenswert in der Ideologie der Nazis? Auch um diese Frage dreht sich die Szene, für die wir sehr gute Darstellerinnen brauchten und im Spielclub fanden. Die Texte sind sehr ähnlich, beinhalten Wiederholungen und wahnsinnig schnelle Wortwechsel. Die dritte Szene der Seidenraupen findet in der heutigen Zeit statt. Am Schluss steht eine Warnung. Jede/r kann sich überlegen, was auf die Seidenraupen, die Textilindustrie, uns und das Weltgeschehen zu kommt.
ESbloG:Was nehmt ihr aus dem Stück mit?
Christiane Hagedorn: Das Eintauchen in die deutsche Geschichte, in Globalisierungsfragen und in die Realität eines Textilunternehmens. Ich habe gelernt, wie ein industrieller Webstuhl funktioniert oder, was es für heimische Betriebe, die in den 60er Jahren sehr erfolgreich waren, bedeutet, wenn plötzlich Stoffe aus China kommen. Diese komplexe Materie und eine Geschichte zu erzählen, die über eine so viele Epochen geht und der Versuch, dass diese auch bei den Zuschauer:innen innerhalb eines Abends ankommt, war eine faszinierende Erfahrung.
Constantin Gerhards: Es war irre für mich, der aus einer ganz anderen Generation kommt, die Geschichte vom ersten und zweiten Weltkrieg durch die Auseinandersetzung mit dem Stück in Ansätzen zu „erleben“. Was ich total spannend finde, sind die psychologischen Abhängigkeiten. Viele Unternehmen haben sich doch dem Nationalsozialismus unterworfen, in der Hoffnung, dadurch weiter Karriere machen zu können. Wenn man hinter die Kulissen blickt, versteht man, dass diese Menschen in Not waren und in Abhängigkeit lebten. Was mich zutiefst erschreckt ist, wie sich die Geschichten in der heutigen Zeit, zum Teil durch rechte Parteien, wiederholen (könn(t)en).
Volker Schiewer: Dieses Stück umspannt einen Zeitraum von ziemlich genau 225 Jahren. Gerade bei den Proben haben uns besonders der 1. und 2. Weltkrieg und die nationalsozialistische Zeit beschäftigt. Im Publikum saßen sehr viele Gütersloher, die genau diese Zeit erlebt haben. Ich erinnere mich auch an eine Aussage im Stück „es muss doch jetzt irgendwie weitergehen“. Die Thematik ist sehr authentisch und das wirkt, auch beim Publikum.
Annika, Jule und Lotta (10c): Besonders nehmen wir die Bühnenerfahrung und unseren Blick hinter die Kulissen mit. Wir haben bei Kostümwechseln geholfen und es war aufregend, zu beobachten, wie sich die Schauspieler:innen in die Rollen einfinden. Im Geschichtsunterricht lesen wir Texte und unterhalten uns über diese. In einem Theaterstück hingegen wird die Thematik viel nähergebracht. Man entwickelt ein größeres Verständnis, hat plötzlich Lust, selbst nachzuforschen und sich mit geschichtlichen Ereignissen zu befassen, die auch eine Mahnung an uns alle sein sollten.
ESbloG:Wo habt ihr erste Schauspielerfahrungen gesammelt und habt ihr Schauspielkunst studiert?
Christiane Hagedorn: Meine erste Schauspielerfahrung war in der Schule in einem Märchen. Ich studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, hatte meine ersten Engagements in Potsdam und in Schwerin. Das waren schöne Zeiten. Schließlich bin ich nach Münster gekommen, wo ich immer noch lebe. Acht Jahre war ich am Theater Münster als Schauspielerin engagiert, bin inzwischen aber freie Schauspielerin und Sängerin, was es mir ermöglicht, neben meinen freien Projekten zwischen Musik und Theater, auch immer wieder am Theater Gütersloh zu gastieren.
Constantin Gerhards: Als Kindergartenkind habe ich schon einen Clown gespielt, den „dummen August“, und ich liebe Filme. In der Schule ging dann die Theater-AG los und wir konnten am Schauspielhaus Köln im Rahmen des Schülertheaterfestivals „Das Tagebuch der Anne Frank“ aufführen. Später war ich zweie Jahre in Köln auf einer privaten Schauspielschule und habe im Schauspielhaus in einem Jugendclub gespielt. 2018 habe ich für mich entschieden, noch einen staatlichen Abschluss zu absolvieren, um mehr Chancen zu haben. Ich bin dann an die Schauspielschule Folkwang gewechselt. Die Ausbildung umfasste unter anderem viel Körperarbeit, Sprechunterricht, Tanz und Singen.… Es war ein Traum. Mein erstes Engagement war danach in Bad Hersfeld, im Stück „Club der toten Dichter“. In Plauen hatte ich am Vogtlandtheater ein Gastengagement und schließlich gastierte ich in Gütersloh bei „Bermpohl bleiben“ und nun bei der „Weberei“. Zwischendurch bin ich in einer Filmagentur und drehe für das Fernsehen.
Volker Schiewer: Ich arbeitete mein Leben lang als Berufsschullehrer. Im Mittelpunkt zu stehen und etwas sagen zu müssen, war mir vertraut. Seit 50 Jahren bin ich Musiker. Ich kannte es, auf der Bühne zu stehen, aber Theaterspielen war doch etwas Neues. Seit 2018 bin ich bei der Gütersloher Bürgerbühne betete vor der ersten Premiere, „der Kelch möge an mir vorübergehen“. Ich hatte keine Erfahrung, wie es ist, wenn der ganze Theaterraum voller Leute ist. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich es kann und ich freue mich auf jede weitere Produktion.
ESbloG:Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen Laien- und Berufsschauspieler:innen?
Annika, Jule und Lotta (10c): Es war sehr beeindruckend in diesem Ensemble zu spielen und die Schauspieler:innen nicht nur vom Publikum aus zu sehen, sondern hautnah dabei zu sein und zu erleben, wie sie sich auf eine Aufführung vorbereiten. Trotz unserer kleinen Rolle haben wir uns zugehörig gefühlt. Die Gruppendynamik des Theaters Gütersloh ist vergleichbar mit der einer Familie.
Volker Schiewer: Nicht umsonst heißt es „Ensemble“. Ich habe mich sofort als Teil des Ensembles gefühlt und hätte es sonst auch nicht machen wollen.
Christiane Hagedorn: Wenn ich mit Menschen auf der Bühne stehe, gibt es für mich keine Unterschiede. Jede/r gehört dazu. Am Theater Gütersloh ist eine Atmosphäre in der jeder maximal wertgeschätzt wird. Alle gehören zusammen und nur so ist es eine gute Arbeit.
Constantin Gerhards: In dieser Kunstbubble habe ich die totale Befreiungserfahrung darin gemacht, mit Menschen zu arbeiten, die aus den unterschiedlichsten Bereichen und Ländern kommen und die wenig Berührung mit Theater haben. Diese Begegnungen zu erleben, ist mein Hauptinteresse als Schauspieler.
ESbloG:Wie ist es, sich immer wieder an eine neue Gruppe zu gewöhnen und sie nach dem Probenprozess wieder zu verlassen?
Constantin Gerhards: Es ist toll! Auch schwer, aber total bereichernd. Diese viele Reisen, anderen Städte und unterschiedlichen Menschen.
Volker Schiewer: Man bleibt wach und lernt dazu. Wir sind als Ensemble zusammen gewachsen und helfen uns gegenseitig.
ESbloG:Wenn ihr nur einen Satz an die zukünftige Generation weitergeben könntet, welcher wäre es?
Constantin Gerhards: Für meine Generation und auch euch, ist es besonders wichtig, nicht aufzugeben und für die Dinge, die man machen möchte, einzustehen, denn in schweren Situationen, die auf uns zukommen werden und die einen ohnmächtig lassen werden können ist es wichtig, sich trotzdem mit guten Freunden zu umgeben und nicht aufzugeben.
Christiane Hagedorn: Lasst euch nicht von dem einlullen, was über alle möglichen Medien auf euch einströmt, bleibt wach für das, was in der echten Welt um euch herum passiert und habt MUT, denn vielleicht ist so ein Stück eine Warnung dafür, wie es gesellschaftlich laufen kann, wenn man in eine Situation hineinstolpert, die man jetzt noch verhindern kann.
Volker Schiewer: Seid aufmerksam und nehmt mit sämtlichen Sinnen am Leben teil und macht euch selbst die Freude, andere Menschen zu begeistern.
ESbloG:DANKE für dieses Interview und dass ihr uns eure Zeit geschenkt habt. Wir freuen uns schon sehr darauf, am 11. Januar um 19:30 Uhr live im Theatersaal mit dabei zu sein. TOI, TOI, TOI und bis bald!
Foto von: Kai Uwe OesterhelwegFoto von: Kai Uwe OesterhelwegFoto von: Kai Uwe OesterhelwegFoto von: Kai Uwe OesterhelwegFoto von: Kai Uwe Oesterhelweg
Hier seht ihr Annika Großestrangmann, Jule Heerlein und Lotta Luisa Hoff (10c, ESG) als Seidenraupen:
Foto von: Kai Uwe Oesterhelweg
Weitere Infos zum Stück: Schauspiel von Lisa Sommerfeldt I Regie und Bühne: Christian Schäfer I Kostüme: Anna Sun Barthold-Torpai I Musik: Miriam Berger I Choreografie: Dhélé Agbetou I Es spielen: Vivienne Causemann, Christine Diensberg, Constantin Gerhards, Christiane Hagedorn, Jacques I Malan, Volker Schiewer (Bürgerbühne Gütersloh e. V.), Wake up OWL Company, Spielclub 13+, Spielclubleitung: Anna Lena Friedrichs (Theaterpädagogin)
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